Dieseldunst
In den Gelben Seiten unter Träumer.

09.01.09, 18:21 | 'Musik'
Oh come on sun
Why must I burn?
Zu Ehren eines größtmöglichen Songs. Und jetzt, nach tausend und abertausend Wiederholungen, da kann ich auch die Männerstimme verstehen (nicht eigentlich, sondern, also!), auch wenn ich sie nicht gutheißen mag.
It takes no match
to give me a spark.
Die erste Zeile ins Leere singen, und dann die Gitarre, so sägend, wie es die Cardigans eben hinbekommen. Mehr muß gar nicht, das ist schon recht so, für diese Stimme, die hier so weit weg ist von "Lovefool", wie es körperlich überhaupt möglich ist. Und das Überschnappen in der nächsten Strophe, das Flehen und Verstehmichdoch, das Strecken und Ziehen, diese Stimme geht mir durch und durch, wenn sie um einen Ton herumhampelt, weil Töne halten eben langweilig ist, wenn sie rauchig und verträumt und leise klingt, daß man sich gerade noch mitzusummen traut.

Die Texte erzählen so, daß es wichtig ist und verständlich, daß man den Trost der Glühwürmchen spürt, und genauso die zerreissende Brutalität von Liebe und daß man für jemanden ein ganzes Land sein möchte, für den Teufel, der es gut mit einem meint.

Der einsame Zweiklang, der ein ums andere Mal ein Lied einläutet, fängt mich schon ein und zwingt mich, macht mich staunen und glauben, und glauben! Ich freue mich auf kalte Nächte in warmen Autos, auf lautes Singen und darauf, niedergeschwiegen zu werden, von dieser Musik, wie sie so minimal daherkommt, immer mit dem Finger auf die Stimme deutend, und nur die Melodie spielt, um zu Tragen, um ein Motiv fortzuführen, um genau dort aufzukommen, wo die nächste Strophe wieder einsetzt. Musik, die der Verständlichkeit dient. Und nur dient. Schön.




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