Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Donnerstag, 1. 03 18

01.03.18, 23:26 | 'Egalitaeten'
Großes Lob für meinen Text bekommen. Das freut mich besonders. Schon die Förderung eines sozialen Projektes zu beantragen ist ein Projekt für sich. Und wenn jeder tut, was er kann, dann bleiben mir eben die Bettelbriefe statt der Kabel und Fliesen. Mir soll es recht sein, und wie alt bin ich geworden, daß mir das recht sein soll.

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Diskussionen um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. In der Mediathek ein wunderbarer Beitrag über das Meer - und der stammt nicht mal vom Sender selbst. Ich glaube, die Frage nach Kosten und Nutzen wird man beantworten müssen.

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An manchen Tagen denke ich, ich sollte mir tauglichere Klamotten zulegen, wenn ich merke, an wie vielen Ecken es durch die alte Winterjacke zieht. Eben war sie noch neu, denke ich, und daß ich sie quasi zum Abschluß des Studiums - aber nun.

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Diese Woche fahre ich aufgrund des kleinen Sturzes vom letzten Freitag, der unwirtlichen Witterung, langer Arbeitstage und nicht zuletzt kostenlosen Nahverkehrs mit dem Bus zur Arbeit. Während der Feinstaubtage kann ich meinen Werksausweis als Ersatz fürs Billetle, wie der Schwabe es nennt, nutzen. Leider wird mir mit jedem Tag im Bus früher schlecht beim Lesen, sodaß ich das neue Gerät kaum mehr nutze.

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Überhaupt das neue Gerät, mein Bilderbuch. Welch Zaudern und Zagen, bis ich mich durchgerungen hatte! Gebraucht erworben, heiß ersehnt, und dann saß ich stolz und stotternd vor Begeisterung auf dem Frisierstuhl und mußte mich dann innerlich wie äußerlich sehr zusammenreißen, damit ich nicht zucke und kein Ohr der Schere zum Opfer fiele, denn die Friseurin, die hatte genau dieses Bilderbuch übrig, kaum genutzt und nicht mehr gebraucht. Das, denke ich mir im Stillen, hättest Du auch einfacher haben können, statt Dich zu informieren und mit unnützem Halbwissen vollzustopfen: Daß es das Bilderbuch in "Generationen" gab, und daß die Bezeichnungen verwirrend sind, weil sie das Gerät und die Software darauf betreffen, und daß eine Lederhülle bald den Wert der Elektronik übersteigt. So weit sind wir schon, denke ich.

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Auch das Lesen hat sich verändert - ich habe mehr angefangene Bücher als je zuvor. Manche auf Papier und manche als Datei im Bilderbuch. Und da ich nach wie vor um meinen ersten Kauf herumschleiche, trage ich allerhand Leseproben mit mir herum. Und die halbe Gutenberg-Bibliothek. Mit Jünger angefangen, bis ich mich taub fühlte von all den Granaten. Auf Fallada gestoßen, den ich mich noch nicht anzufassen getraue. Jack Londons "König Alkohol", welch grausiges, göttliches Buch. Und trotzdem habe ich noch eines auf Papier bestellt und wußte selbst nicht recht, wozu. Mangelt es mir doch am Platz und an der Kontinuität, oft da zu sein, wo meine Bücher sind.

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Ein langer, überlanger Arbeitstag. Die Skizze eines Schuhregals, das in mir schon Monate reift, auf den Bildschirm gebracht. Noch schrecken mich die Plattenpreise, und sowieso fehlt einem Fremdzuschnitt der Bastelcharakter. Aber vielleicht werde ich dereinst nur Möbel aus Multiplex-Platten haben, und womöglich soll es so sein.

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Wenn mir dieser elende Schlafanzug passt, kaufe ich fünf davon!

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Der Lieferdienst disst mein Dorf geflissentlich: "Der Ort war geschlossen" steht da. Dabei ist nur Winter.

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Laktose- und glutenfreies Kochen. Ich seufze tief und denke an meine eigene Unverträglichkeit: Katzenhaare. Was sind wir doch alle verweichlicht und schwach.

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Schwach im Geiste auch die Schmierer, die gerade durch die Pressebilder ziehen. Zweck, Mittel und steinigen oder so. Ach ne, heiligen war das. Dabei läge mir das andere gerade näher.

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Die Überstunden summieren sich auf einen freien Monat. Huch, denke ich, als mir die Zahl bewußt wird. Da war was in diesem Winter, da ist was passiert, und vielleicht knackt deshalb das Kreuz verräterisch, als wäre ich schon Mitte dreißig.
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