Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Montag, 1. 07 19

01.07.19, 18:53 | 'Ansatzlos'
Wie mich die Unzufriedenheit mancher Menschen unzufrieden macht. Und wie mich ihr Lamentieren ins Lamentieren bringt. Vielleicht ist was dran an der Idee, sich mit den Guten, den Lächelnden zu umgeben. Viel mehr noch möchte ich genau das sein, gut und lächelnd aus mir selbst heraus. Mein eigener Quell des Wohlbefindens zu sein, das muß das Ziel sein.

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Und doch: Kayfabe oder was der Wrestler in uns so tut.

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Der brennende Wunsch nach einer Säge. Was man nur alles sägen könnte, könnte man nur!

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Die Leichtigkeit, mit der andere ihre schlechte Zeitplanung auf mir abladen, ärgert mich. Eine Stunde liege ich in der Sonne neben dem Schlepper, eine Stunde erzwungener Ruhe nach all der Hektik, die mich pünktlich gemacht hatte. Und ach so frech angelogen zu werden.

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Die Woche liegt offen vor mir, die Abende purzeln wie Bauklötze übereinander, und ohne ein Durchatmen vergeht die Woche, schließen sich die Lücken.

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Wir schauen hinab auf die nachgezogenen Sonnwendfeuer der Umgebung. Der Horizont wehrt sich lodernd gegen die Decke aus Dunkelheit. Sternenglitzer. Den Berg hinablaufen auf schmalen Pfaden im Schein einer kleinen Lampe.

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Dein Antlitz, das ich sehen möchte, Deine Kontur, die ich unter den Decken ahnen möchte, Dein Geräusch, dem ich lauschen möchte.

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Vielleicht kann man alles aussprechen.

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Kümmern.

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Eine Nachricht zur Lehrveranstaltung. Die Möhre vor des Esels Nase rückt näher.

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Es ist nun soweit, daß ich für Vorführungen von Tätigkeiten gebucht werde, die ich als Bub noch einfach so vom Opa gelernt habe. Sitz her, hat er gesagt, und dann hat er gezeigt, und ich habe geübt, wieder zugeschaut und wieder geübt. Wie schnell die Welt sich dreht, erkenne ich an diesen Kulturtechniken, die ich noch so selbstverständlich gelernt habe und die heute, noch vor mir selbst historisch geworden sind. Die wenigen Sensen, die ich noch sehe, werden mit dem Winkelschleifer brutal zerschliffen, statt anständig gedengelt und gewetzt zu werden. Aus dem Sack sehe ich niemanden mehr säen, und auch ich müsste den Schwung erst wieder üben. Die aus der Hand gesäten Sonnenblumen vom letzten Jahr waren doch arg ungleichmäßig verteilt. Was wohl als nächstes verschwinden wird? Das händische Melken vielleicht, begrenzt auf einen winzigen Personenkreis? Und das Wissen um den Boden, das Vieh, die Pflanzen und das Wetter, das sich in der Historie der Ernten kumuliert, die man vom immergleichen und nie demselben Boden geschenkt bekam? Vielleicht wird die Landwirtschaft als solche museal in den Augen der Mehrheit und ein kleiner weißer Wurm in einer Kirsche bald zur riesigen ekelerregenden Unverschämtheit. Was erlaube Wurm, und mit Verlaub, diesen Gedanken teile ich dann doch ab und an.

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Die Seltsamkeit dieses neuen Seins. Viel Freude, viel Unsicherheit, ein einziges Tasten. Und doch vom Suchen und Finden, davon handeln die großen Geschichten. Zeit für Geschichte, auch wenn sie vielleicht nie geschrieben wird.
# |  2 RauchzeichenGas geben