Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Samstag, 25. 02 17

25.02.17, 10:08 | 'Nicht drueber nachdenken'
Aufgefüllt, nicht aber ausgefüllt mit den Dingen, die eben dazugehören, nicht aber den Dingen, nach denen man strebt. Wie mir das abstrakte "man" gleich aufstößt, und dabei weiß ich doch nicht einmal genau, wonach ich strebe.
# |  Rauchfrei | Gas geben

Mittwoch, 8. 02 17

08.02.17, 20:00 | 'Heller als tausend Sonnen'
Einen Vortrag vor einer Hundertschaft von Schülern gehalten, die vom vorhergehenden Mathematikwettbewerb völlig erschöpft in den Stühlen hängen. Die sich Mühe geben, die Augen offen und den Kopf bei der Sache zu halten. Weil es etwas Besonderes ist, wenn einer aus einer Weltfirma kommt und von seiner Arbeit erzählt, einer industriellen Tätigkeit, die sie noch gar nicht kennen können, zu der alle morgens verschwinden und von der am Abend alle wieder zurückkehren, und vielleicht, so hoffe ich, weil sie jemand ernst nimmt, der sie nicht kennt, der kein Lehrer ist und ihnen nichts beibringen muß, der einfach gern ein wenig erzählt, weil es thematisch ganz gut zum Wettbewerb passt, weil er vor fünfzehn Jahren genau hier in dieser alten Halle sein Abiturszeugnis verliehen bekam, und weil er völlig unverhofft genau den drei Lehrern begegnet ist, die ihn geprägt haben, die ihm etwas bedeutet haben, weil er gern mit jungen Menschen beisammen ist und weil er tatsächlich glaubt, etwas zu erzählen zu haben. Der Rektor bedankt sich erfreut, und der alte Lehrer mit der Vorliebe für violett schenkt mir eine Flasche Wein, die sicher ebenso grandios wie an einen Banausen wie mich verschwendet ist.

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Weiter, dem Senior einen Gruß ins Büro zurufen.

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Ich kann nicht liegen, wenn es hell ist, und raffe mich auf.

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Melken. Einfach so. Ich marschiere in den Melkstand, ich habe die Schuhe an und die Hosen, ich massiere Euter und hänge Melkzeuge an und unterhalte mich nebenbei ganz wunderbar. Und dann sage ich zu einem, er solle doch die zweite Gruppe holen, und der lacht nur und sagt, das war sie schon. Hach, sage ich, ich hätte noch eine Runde gewollt, und ich meine das so ernst und so lachend, daß er nur noch den Kopf schütteln kann. Dann füttere ich die Anlage mit drei Schaufeln Mist, laufe durchs Motorenhäuschen und notiere Temperaturen und Kilowattstunden. Ich schließe ab und deponiere den Schlüssel, und weil mich die Stille schreckt, kontrollieren wir noch die Spülung. Wie oft noch, wir beiden, frage ich mich still, und ihm sehe ich an, daß er sich das auch fragt. Nicht meine Entscheidung, nicht mein Bier, nicht mein Hof, und genau deshalb darf ich einfach so schade finden, was vielleicht für alle besser ist, was andere für sich und richtig entschieden haben. Durch den Jungviehstall marschiere ich mit meiner neuen, starken Taschenlampe, als Geschenk erhalten vom Lohnunternehmer bei der Weihnachtsfeier, bei der wie jedes Jahr eine Lampe leiden mußte. Auch Glasbruch kann ja eine schöne Tradition sein. Ich kontrolliere die Tränkebecken und schiebe das Futter in die Tröge.

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Auf dem Rückweg in die große Stadt rieche ich ab und zu dem köstlichen Stallduft nach.
# |  2 RauchzeichenGas geben

Dienstag, 7. 02 17

07.02.17, 09:13 | 'Nicht drueber nachdenken'
Wie seltsam, daß ich selbst so lange nicht bemerke, wie viele Spiele ich eigentlich gerade gleichzeitig spiele. Daß ich kaum merke, wie lange ich schon nicht mehr einkaufen war, weil nie ein verflixter Laden offen ist, wenn ich mal nicht am Schreibtisch sitze. Keine Stunde finde, in der ich meine Ski zum Wachsen bringen kann. Kein Tag, den ich nicht durchdenken und vorbereiten und dann durchstehen muß. Kein Morgen, an dem die Müdigkeit und kein Abend, an dem der Schlaf nicht störend in die Tätigkeit eingreifen. Verrückte Zeit.
# |  Rauchfrei | Gas geben