Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Donnerstag, 19. 04 18

19.04.18, 20:53 | 'Power to the Bauer'
Auf die Frage, wie sehr ich Ingenieur und Traktorist bin, kann ich Ihnen als Antwort erzählen, daß ich seit einer Stunde um einen sonnigen Güllesamstag mit einem großen Faß weiß und fast ebenso lange schon mit meinem eingestaubten Brustgurt hier sitze, der mein Herzklopfen aufzeichnen soll. Ingenieurstraktoristen sind die Schlimmsten, sage ich Ihnen. Puls siebzig, wenn ich ans Faß denke, und knapp drüber, wenn ich mich für einen Moment allzu sehr freue. Alle bekloppt, und vor allen ich.
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Mittwoch, 18. 04 18

18.04.18, 10:12 | 'Nicht drueber nachdenken'
Wie wenig ich noch weiß vom Abitur. Damals so bedeutend, heute längst vergessen. Was dann wohl bleibt von all den Tagen, die nicht so bedeutend sind?
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Sonntag, 15. 04 18

15.04.18, 18:28 | 'Maschinen bauen, Mensch bleiben'
Nach einer rasanten ersten Motorradausfahrt des Jahres angenehm zerschlagen vor mich hin geruht. Das bekommt mir nicht, und so fand ich mich spontan dabei vor, wie ich nach defekten Streicheltelefonen suchte, um meinem langsam Dahinsiechenden einen würdigen Abschied zu ermöglichen. Da war auch gleich ein Angebot, dazu ein neuer Akku und ein neues Streichelglas und ein Abend Zeit - ich konnte mich gerade noch so losreißen, um mich auf mein Ungemach mit dem Telefon zu besinnen: Der kleine Deckel am Ladeschacht hält nicht mehr. Und die Kamera, ach ach. Die Bilder verwaschen und furchtbar unscharf vor lauter Dreck hinter der Linse. Ein Jammer, weil ich damit keine Bilder mehr machen mag und somit auch kaum mehr welche hier zeigen kann. Das letzte Traktorenbild - eine Ewigkeit ist das schon her, und ganz so verzweifelt ist meine Lage nun wirklich nicht, habe ich doch den Freitagabend mit Gülle und Glück und Geruch verbracht. Vielleicht liegt der Dreck auch nur hinter der Abdeckung, weil ich beim Akkutausch ein wenig geschlampert habe? Ich gebe dem alten Gerät also noch eine Chance und versuche mich erneut an einer Reparatur. Diesmal soll eine neue Rückwand helfen, deren Glas hoffentlich noch weniger Kontakt zu Schrauben hatte als meine. Ich sollte, denke ich dann, vielleicht öfter meine Weste tragen, in deren Brusttasche das Telefon ein Plätzchen hat, damit die Schrauben in den Hosentaschen nur mich piesacken können, und nicht das empfindliche Glas. Doch aus der Weste springt das Telefon aufgrund seiner Form - dem Namensbestandteil Compact hohnlachend - gern heraus, wenn ich mich bücke, was seiner Gesundheit nun auch nicht besonders gut tun wird. Ich sehe mich kurz zurück nach dem alten Telefon mit dem Metallrahmen, bin dann aber doch zu feige, um auf allzeit bereites Internet zu verzichten. So sei es nun, mit neuem Deckel und einer scharfen inneren Reinigung hoffe ich auf einen neuen Sommer mit scharfen Bildern und intaktem Glas. Sechsfünfzig also, und was für ein innerer Kampf!
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