Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Freitag, 1. 03 13

01.03.13, 20:37 | 'Overdressed im Schlafanzug'
"Ich stehe im Wirtschaftsteil der Herzdamengeschichten ganz oben" ist ja auch so ein Satz, bei dem man sich fürchtet, eingesperrt zu werden. Hach, Internet.
# |  Rauchfrei | Gas geben


01.03.13, 13:20 | 'Tonales Hoeren'
I thought about you for a long time
Can't seem to get you off my mind
I can't understand why we're living life this way
# |  Rauchfrei | Gas geben


01.03.13, 10:32 | 'Vernarbt wie Mickey Rourke'
Es ist dunkel. Die Straße glänzt schwach vom Rauhreif unter den Laternen. Es ist ruhig, meine Schritte verhallen zwischen den endlos langen Häusern. Es ist kalt, die meisten Rolläden sind herabgelassen. Aus manchen Dachfenstern flimmert es bläulich. Meine Tasche schlenkert im Takt an meine Hüfte.
Hinter mir biegt ein Auto in die Straße. Ich wechsle auf den Bürgersteig. Das Auto fährt langsam, in den Augenwinkeln sehe ich sein Licht an den Häusern entlangwandern. Der Motor flüstert nur noch. Schrittgeschwindigkeit. Ich bin ein wenig abgeschirmt von den parkenden Autos. Ich vermute ein großes Auto. Ich suche ein unverstelltes Fenster, ohne den Kopf zu drehen. Darin spiegeln sich nur die Scheinwerfer.
Ich nehme die Hände langsam aus den Taschen. Lasse die Schultern hängen. Ich bin allein, ich kann die Zahl der Gegner nicht schätzen. Mir bleibt nur der Vorteil, unterschätzt zu werden. Die schwere Tasche schleudert den ersten zu Boden, beschließe ich. Dann sehen wir weiter. Ziele auf Dosen, auf Messer, auf Fäuste. Wenn Du Feuerwaffen siehst, versuch noch ein Vaterunser.
Vorsichtig balle ich die Fäuste, lockere die Arme. Ich bleibe auf dem schmalen Trottoir, ich brauche den Platz nicht. Ihr schon.
Der Wagen hält etwa zehn Meter hinter mir. Die Türen öffnen sich. Ich kann nicht hören, wie viele Türen. Sie schließen sie nicht, denke ich. Saubere Arbeit, ich kann eure Zahl nicht abschätzen. Oder ihr wollt mich mitnehmen. Nicht sehr angenehm. Ich drehe mich noch nicht um. Spitze die Ohren, spanne den Nacken. Es ist noch nicht Zeit für ein Vaterunser, solange die Hände noch Fäuste sind. Ich lasse den Gurt meiner Tasche von der Schulter gleiten. Unter einem schneeschwer herabhängenden Ast stoppe ich. Vielleicht zehn Schritte noch. Nicht zu früh drehen. Drei. Zwei. Einer.
Ich fahre herum, lasse die Tasche in Kopfhöhe kreisen. Volle Wucht.
Der Autofahrer hat das Gartentor geöffnet und steigt eben wieder ein. Parkt seinen Wagen in der Einfahrt. Das Licht wechselt vom bläulichen Autoscheinwerfer zur sanften Eingangsbeleuchtung. Er öffnet die Haustür. Wirft mir einen Blick zu, schüttelt den Kopf.
Was dachten Sie denn?
# |  2 RauchzeichenGas geben


01.03.13, 07:52 | 'Verwirren statt verderben'
Ich mache keine Krankenbesuche. Ich mag nicht besucht werden, wenn ich krank bin. Ich mag nicht krank sein, und ich mag nicht krank gesehen werden. Ich mag gesund werden und wieder dabei sein.
Ich besuche ja auch nicht mein Auto in der Werkstatt, wenn ich dabei nichts tun kann.
Heute besuche ich einen früheren Lehrer in einer Klinik. Weil ich gern von ihm erzähle, weil ich ihn mochte. Und weil mich neulich eine Freundin fragte, warum ich ihn denn nicht besuchen würde. Ja. Warum eigentlich nicht? Oder anders: Warum eigentlich? Weil dran denken vielleicht nicht immer ankommt. Weil zum Dran denken auch ein Machen gehört. Ein Zeichen: Hey, ich habe an Dich gedacht.
Nun habe ich schon mit der Klinikpforte telefoniert und erfahren, daß dort der Bildschirm defekt ist. Dann habe ich mit einer anderen Nummer in der Klinik telefoniert und erfahren, daß keine Auskunftssperre besteht. Dann habe ich noch gesagt bekommen, wie das mit den Ebenen und den Stationen funktioniert. Ich habe hektisch mitgeschrieben und mir nichts gemerkt. Nur habe ich noch niemanden ans Telefon bekommen, der mir sagt, daß ich zu Besuch kommen kann. Oder eben nicht.
Besonders wohl ist mir nicht. Aberr ich fühle mich verpflichtet. Und irgendwie möchte ich mein Dran denken auch überbringen, dieses Mal.
# |  2 RauchzeichenGas geben