Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Sonntag, 4. 11 18

04.11.18, 15:23 | '10000 lightyears from home'
Es wird mir schon reichlich wehmütig bei dem Gedanken, daß es nach dem heutigen Abend schon für fast zwei Jahre wieder vorbei sein soll mit dem Theaterspiel. Die ersten Proben noch während meines Urlaubs, mit dem Rad und in kurzen Hosen. Die lang zerredeten Abende mit dem Theaterküken. Der langsam eintretende Herbst über die Probenzeit. Der gemeinsame Festbesuch, das gemeinsame Fahren mit dem großen Auto, unser gemeinsames Lachen und Fühlen. Die Abende, an denen ich direkt von der Arbeit in die Heimat gefahren bin, ein schnelles Essen oder auch keines mehr, Probenarbeit, noch mehr Reden mit dem Theaterküken, mit dem Bärtigen, mit der Lesenden. Meine Aufregung in der halben Stunde vor jeder Aufführung, sie wird auch heute wieder zuverlässig beginnen. Ich drehe am Glücksarmband, bringe die Schweinchen in Position. Die Euphorie, die Anspannung, das Bühnenlicht. Baden im warmen Applaus der kleinen Turnhalle. Das Küken Shotgun auf dem Weg in die Stadt. Gin Tonic, Redenredenreden, und beide schlafen sie auf dem Sofa ein. Ich bin ja nie müde, suche mir dann ein Zimmer. Frühmorgens sehe ich das Küken, gedreht, die Nähe des Schnarchenden gesucht. Frühstücken. Trennen. Das Verlieben in die Rolle, in die Personen, die Geschichte, und danach das Vermissen. Ein paar Monate lang bleiben uns noch Redewendungen, Sätze, Worte. Kapierst Du denn gar nichts? rufe ich. Schulterklopfen beim Essen und Bekanntbleiben im Dorf. Es wird geredet, und es wird vergessen werden. In zwei Jahren wieder, spätestens.
# |  1 RauchzeichenGas geben