Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.

05.06.13, 10:03 | 'Night after night'

Nach den zwei Stunden an der Tafel vor Professoren und Studenten, eingekesselt und freigekämpft, mit dreißig Minuten Überziehung sitze ich mit schlackernden Hosen und einem Becher Kaffee auf dem Hof in der Sonne, wundere mich darüber, wie man nicht doch auch arbeiten kann, so ganz anders als anders, ich muß darüber mal nachdenken, aber zuvor denke ich mir Fragen aus und blinzle ein wenig, ein Eis wäre nicht schlecht, und das sind so Tage, an denen ist es grad egal, denn das ist Arbeit wie Urlaub, da darf man auch an Eis denken.

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Morgens auf dem Rad noch dem Mädchen mit dem Pferd begegnet. In der Bib ein Buch abgegeben und eines geholt, dem Mädchen begegnet, das sie Troublemaker nennen. Beim Warten dem Doktoranden begegnet, der fertig wird in diesen Wochen. Abends dann lang gesessen in der Stadt, und mir von Hunden und Wohnungssuche erzählen lassen, von Autounfällen und davon, wie sie in einen Hauseingang gedrängt wurde und um sich geschlagen hatte, davonrannte und weinte, und da bin ich atemlos und ziellos wütend, und weiß doch nichts zu sagen. Dann wieder Theater und Querschnittslähmung, und wohin so ein Gespräch nicht immer mäandert, denke ich, und dann lasse ich mir von einer wissenschaftlichen Arbeit erzählen, von der ich kein Wort verstehe, und mir gegenüber wechseln sie die Plätze, und die Sonne ist längst untergegangen und um uns wird es ruhiger, aber ich bin im Warmen, ich bin warm mit euch, und irgendwie will ich das sagen, aber ich stolpere ja doch immer, über Zusammenhänge und über meine Zunge, und als wir aufstehen zur Not auch über meinen Rucksack.

Rauchzeichen