... Vorwärts fahren
29.06.26, 13:41
Ganz nebenbei habe ich natürlich Sendungen gehört. In einer davon wurde ganz selbstverständlich und nebenbei erklärt, wie die eigene politische Position durch eine andere verändert wird. Wir ahnen es: es geht ums Dagegensein. Daß diese Selbstverständlichkeit in einem Bericht über die Positionen zur Organspende auftaucht, macht es zur Fatalität. Wenn selbst bei einer derart individuellen ethischen Frage die eigene Meinung weniger wichtig ist als die der Gegnerschaft: Sagt mir, warum ich euch glauben, folgen, wählen soll. Das ist mehr als eine politische Bankrotterklärung, sondern die völlige Aufgabe von eigener Meinung, Stimme und Stimmrecht.
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29.06.26, 08:20
Wenn ich für einen Zeitraum von mehreren Stunden keine Erinnerung an das Getane mehr auftreiben kann, dann zielt mein erster Blick mittlerweile der auf die Kartenaufzeichnung meines Telefons. Doch die hilft für den betreffenden Nachmittag nicht weiter. Ich war wohl hier, und was ich tat, werde ich nie mehr erfahren.
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Ins Regenradar geschaut werde ich haben, und das ebenso oft wie hoffnungslos.
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Ich hatte auf einen Abend im Gespräch gehofft, und plötzlich kam ein Grill daher, und einer bepackt mit Tüten voller Wurst und Wecken, und einer mit einem Akku und einem Beamer und einer Leinwand, und dann saßen wir da und aßen und schauten, wer will es glauben, Fußball an der Außenwand der alten Hütte. Ich suhle mich in Gesellschaft, bei Gelegenheit.
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Der Kindergarten kommt zum Brandschutzvormittag. Versteckt euch nicht vor dem Feuer, sondern lauft davon, ist über Stunden unsere Botschaft neben der, doch bitte im Schatten zu bleiben. Dann großes Löschen mit der Kübelspritze, und ich schaue mir die Kinder an, um die Zukunft meines Sohnes zu entziffern. Eine Fahrt mit dem Feuerwehrauto erspart den Fußmarsch zurück, und wir verbleiben mit der Hoffnung, ihnen möge niemals etwas geschehen.
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Auf dem nahen Sportplatz zu allen Zeiten Betrieb. Währenddessen werden alle Veranstaltungen abgesagt, weil wenn da was passiert, und man muß sich das als einen zusammenhängenden Singsang vorstellen: Weilwenndawaspassiert. Gegen alle Vernunft ist vielstimmige Wiederholung des Gleichen immer noch mein größter Rebellionsreflex. Aber bis zum Fußball reicht der nicht.
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Ich schwitze beim Warten auf den Rückewagen, beim Aufsägen der Stämme, beim Ausasten und beim Wegzerren der dürren Zweige. Einen Käferbaum finden wir noch und fällen auch diesen. Mit Dank an den Freund, den die Hitze nicht scheut vor der Pflicht. Abends muß ich dann sitzen.
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Sitzen tut mir nicht gut. Ich habe wohl zwei Wochen schon ein Malheur mit dem Kreuz. Und zwar von einer derart tiefen Art, daß ich es gern in die Hüften schieben möchte. Ich kann sitzen, unbewegt, aber mich dann erheben, meine Güte! Ich kann laufen, radeln, aber aufsteigen auf das Rad, herrjeh! Ich werde doch nicht alt werden, denke ich, und strample munter gegenan. Immer in den Schmerz hineinbewegen, keine Schonhaltung annehmen. Doch das Bücken gelingt nur noch mit aufgestützter Hand, und es dauert Tage, bis mir das auffällt. Was soll der Sohn wohl denken, denke ich, und bücke mich seitdem zähneknirschend. Wird schon wieder, und ganz leise sticht ein Was, wenn nicht?
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Babyschwimmen. Da freuen sich Vater und Sohn, auch wenn beim anschließenden Windelwechsel das Abtrocknen schon wieder für die Katz gewesen war.
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Überhaupt an einem Abend gedankenverloren aus der kalten Dusche gestiegen, mich abgetrocknet, von oben nach unten, und dann einfach oben wieder angefangen. Ich bin nicht mehr sicher, wie viele Trocknungsdurchgänge ich durchrubbelt habe, bis ich was bemerkt habe. Ich bin ja nicht so schnell mit Merken.
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Spezialeinsatz und Not am Mann. Beton wässern bei der Hitze, aber bis ich angekommen bin, ist das zumindest schon erledigt.
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Spezialeinsatz und Not am Mann, Teil zwei. Ein Walzer kommt nicht ganz zurecht in seinem Silo, und ich nicke verständnisvoll in Erinnerung an meine ersten Tage im GPS-Silo. Getreidehäckselgut ist ein Teufelszeug, lässt sich schlecht schieben, nicht verdichten, und zuletzt rutscht und federt es beim Walzen in alle Richtungen zugleich. Zehn Minuten Lageklärung, zwanzig Minuten fliegende Auto-Anfahrt hinter allen Trödlern, die eine Bundesstraße so anzieht. Eine Stunde Anfahrt noch per Schlepper, auch wenn der gute sechzig zeigt. Dann mein Auftritt mit Blinklicht und Bauerngruß, Alle Mann, Hier kommt die Kavallerie! Ich schiebe Fenster hin und her, stelle Drehzahl und Getriebe ein, die Längsdifferenzialsperre leuchtet, und für Stunden verschwinde ich in einem Silo, das auch meine Gedanken bindet. Ich rechne mit einer langen Nacht, doch bleibt es bei einem kurzen Abend. Auf der Heimfahrt finde ich das schade, doch in der Halle stehend beim Überblick über den Arbeitstag steht etwas Zweistelliges, und mühsam erinnere ich mich dran, mich auch einmal zufriedenzugeben. Gut genug.
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Zwischendurch einundvierzig Grad Außentemperatur auf der Anzeige, und selbst für vierundzwanzig innen muß die Lüftung arbeiten wie ein Sturm.
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Zu heiß auf der Terrasse, um den Sohn zu wässern. Wir sitzen im Garten auf einer Decke mit einem Wäschekorb voller Wasser. Einer von uns beiden schläft versehentlich ein.
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Letzte Prüfungen vorbereiten. Seltsame Dokumente lesen, in denen auf Paragraphen verwiesen wird, die mir mittlerweile reichlich unpassend erscheinen. Wir sind eben doch nicht neutral, niemals.
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Wie lang, frage ich mich, der Betrug wohl noch funktionieren wird, den kleinen Löffel kurz hinter dem Teller eines der Großen verschwinden zu lassen, um jedes Lebensmittel schmackhaft zu machen, wenn doch diese Großen das Gleiche zu sich nehmen? Bis zum Erkennen des Ich streben Kinder nach Symbiose, habe ich einst gelesen, und ich werde diese Zeit genießen wie alle, die noch kommen, gehen, ohne Wiederkehr. Es ist ein Wachsen in der Welt, und mit ihm wächst die Liebe.
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Ins Regenradar geschaut werde ich haben, und das ebenso oft wie hoffnungslos.
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Ich hatte auf einen Abend im Gespräch gehofft, und plötzlich kam ein Grill daher, und einer bepackt mit Tüten voller Wurst und Wecken, und einer mit einem Akku und einem Beamer und einer Leinwand, und dann saßen wir da und aßen und schauten, wer will es glauben, Fußball an der Außenwand der alten Hütte. Ich suhle mich in Gesellschaft, bei Gelegenheit.
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Der Kindergarten kommt zum Brandschutzvormittag. Versteckt euch nicht vor dem Feuer, sondern lauft davon, ist über Stunden unsere Botschaft neben der, doch bitte im Schatten zu bleiben. Dann großes Löschen mit der Kübelspritze, und ich schaue mir die Kinder an, um die Zukunft meines Sohnes zu entziffern. Eine Fahrt mit dem Feuerwehrauto erspart den Fußmarsch zurück, und wir verbleiben mit der Hoffnung, ihnen möge niemals etwas geschehen.
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Auf dem nahen Sportplatz zu allen Zeiten Betrieb. Währenddessen werden alle Veranstaltungen abgesagt, weil wenn da was passiert, und man muß sich das als einen zusammenhängenden Singsang vorstellen: Weilwenndawaspassiert. Gegen alle Vernunft ist vielstimmige Wiederholung des Gleichen immer noch mein größter Rebellionsreflex. Aber bis zum Fußball reicht der nicht.
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Ich schwitze beim Warten auf den Rückewagen, beim Aufsägen der Stämme, beim Ausasten und beim Wegzerren der dürren Zweige. Einen Käferbaum finden wir noch und fällen auch diesen. Mit Dank an den Freund, den die Hitze nicht scheut vor der Pflicht. Abends muß ich dann sitzen.
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Sitzen tut mir nicht gut. Ich habe wohl zwei Wochen schon ein Malheur mit dem Kreuz. Und zwar von einer derart tiefen Art, daß ich es gern in die Hüften schieben möchte. Ich kann sitzen, unbewegt, aber mich dann erheben, meine Güte! Ich kann laufen, radeln, aber aufsteigen auf das Rad, herrjeh! Ich werde doch nicht alt werden, denke ich, und strample munter gegenan. Immer in den Schmerz hineinbewegen, keine Schonhaltung annehmen. Doch das Bücken gelingt nur noch mit aufgestützter Hand, und es dauert Tage, bis mir das auffällt. Was soll der Sohn wohl denken, denke ich, und bücke mich seitdem zähneknirschend. Wird schon wieder, und ganz leise sticht ein Was, wenn nicht?
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Babyschwimmen. Da freuen sich Vater und Sohn, auch wenn beim anschließenden Windelwechsel das Abtrocknen schon wieder für die Katz gewesen war.
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Überhaupt an einem Abend gedankenverloren aus der kalten Dusche gestiegen, mich abgetrocknet, von oben nach unten, und dann einfach oben wieder angefangen. Ich bin nicht mehr sicher, wie viele Trocknungsdurchgänge ich durchrubbelt habe, bis ich was bemerkt habe. Ich bin ja nicht so schnell mit Merken.
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Spezialeinsatz und Not am Mann. Beton wässern bei der Hitze, aber bis ich angekommen bin, ist das zumindest schon erledigt.
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Spezialeinsatz und Not am Mann, Teil zwei. Ein Walzer kommt nicht ganz zurecht in seinem Silo, und ich nicke verständnisvoll in Erinnerung an meine ersten Tage im GPS-Silo. Getreidehäckselgut ist ein Teufelszeug, lässt sich schlecht schieben, nicht verdichten, und zuletzt rutscht und federt es beim Walzen in alle Richtungen zugleich. Zehn Minuten Lageklärung, zwanzig Minuten fliegende Auto-Anfahrt hinter allen Trödlern, die eine Bundesstraße so anzieht. Eine Stunde Anfahrt noch per Schlepper, auch wenn der gute sechzig zeigt. Dann mein Auftritt mit Blinklicht und Bauerngruß, Alle Mann, Hier kommt die Kavallerie! Ich schiebe Fenster hin und her, stelle Drehzahl und Getriebe ein, die Längsdifferenzialsperre leuchtet, und für Stunden verschwinde ich in einem Silo, das auch meine Gedanken bindet. Ich rechne mit einer langen Nacht, doch bleibt es bei einem kurzen Abend. Auf der Heimfahrt finde ich das schade, doch in der Halle stehend beim Überblick über den Arbeitstag steht etwas Zweistelliges, und mühsam erinnere ich mich dran, mich auch einmal zufriedenzugeben. Gut genug.
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Zwischendurch einundvierzig Grad Außentemperatur auf der Anzeige, und selbst für vierundzwanzig innen muß die Lüftung arbeiten wie ein Sturm.
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Zu heiß auf der Terrasse, um den Sohn zu wässern. Wir sitzen im Garten auf einer Decke mit einem Wäschekorb voller Wasser. Einer von uns beiden schläft versehentlich ein.
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Letzte Prüfungen vorbereiten. Seltsame Dokumente lesen, in denen auf Paragraphen verwiesen wird, die mir mittlerweile reichlich unpassend erscheinen. Wir sind eben doch nicht neutral, niemals.
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Wie lang, frage ich mich, der Betrug wohl noch funktionieren wird, den kleinen Löffel kurz hinter dem Teller eines der Großen verschwinden zu lassen, um jedes Lebensmittel schmackhaft zu machen, wenn doch diese Großen das Gleiche zu sich nehmen? Bis zum Erkennen des Ich streben Kinder nach Symbiose, habe ich einst gelesen, und ich werde diese Zeit genießen wie alle, die noch kommen, gehen, ohne Wiederkehr. Es ist ein Wachsen in der Welt, und mit ihm wächst die Liebe.
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