Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Montag, 27. 08 12

27.08.12, 07:51 | 'was von den Jahren uebrigbleibt'
Bob Dylan erzählt vom Zerbrechen, ich lade Bierkisten in den Kofferraum, und dann stehen die beiden neben mir, links und rechts, heute und damals, und wir bekommen das alle ganz elegant hin, fast mühelos, und dann lese ich Tage später das und bemerke, daß man schon ein Stück weit zerbricht, wenn man sich verliebt; nicht erst das Ende bricht uns, und das habe ich viel zu oft; ich liege in Trümmern, aber vielleicht macht das nichts. Ich weiß nicht, ob ich hoffen darf. Hoffen, daß es uns allen so geht. Und Juliette Lewis erzählt davon, daß einer die ganze Wucht der Welt vor sich hertragen muß, und erst jetzt lese ich, daß sie schreibt "You're given" statt "You're giving", und ihre gelobte Rotzigkeit hat mir das bisher verborgen, oder ich wollte nicht hören, und dann denke ich, daß ich ein Jahr dort leben sollte, oder zehn, nur um die Musik zu verstehen, die ich tausendmal höre und hundertmal singe. Daß mir nichts mehr entgeht, daß ich alle Botschaften aufnehmen kann, und vielleicht, wahrscheinlich, sicher ist auch das ein Fehler, zu glauben, man könne mit der gesamten Menge an Information dann die richtige Entscheidung treffen. Kann man nicht, man kann nicht wissen, und vor allem kann man wohl nicht richtig entscheiden, und für all das hoffe ich nicht mehr auf Vergebung, sondern nur noch auf Linderung, weil doch Erosion und Zerfall der Lauf ist, den wir nehmen, und da ist dann wieder Hoffnung, daß, wenn es schon so ist, dann wenigstens nicht so schlimm sein wird. Aber das ist zuviel verlangt, denn das ist das Schlimmste, weil wir nur leben, um nicht zu zerfallen, und tun es doch.
# |  1 RauchzeichenGas geben