Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Sonntag, 30. 08 15

30.08.15, 11:36 | 'Keep on ploughing'


Dieselliebe.

Und an irgendeinem Abend, da bricht etwas. Ich schweige nur noch. Und dann gehe ich. Wir entschuldigen uns, aber das richtet es nicht. Ich mache eines dieser Bilder, an denen mein Herz hängt, und lange halte ich den Finger über dem Telefon, aber ich schicke es Dir nicht. Es ist zerbrochen.
Ich habe Dich immer noch sehr gern, sage ich, und dann fehlen mir zu allem die Worte. Ich möchte Dir nicht mehr offenbar werden, nicht mehr verbindlich, nicht mehr begeistert.
Vielleicht ist das besser so, sagst Du. Ich schaue in den Vollmond dieser klaren Nacht, ich bin sehr müde und sehr erfüllt davon, wie aus den Befehlen meiner Finger, meiner Arme und Beine die Arbeit so wird, wie ich sie haben will. Ich habe die Sprache der Maschine nicht nur verstanden, ich beherrsche sie. Ich throne in der Kabine und erteile Befehle an Knöpfen und Hebeln.



Ich beherrsche eine Sprache, ich erledige eine Arbeit, ich freue mich an Abläufen. Ich schalte das Funkgerät ab an diesem Abend, und das Radio ganz leise. Nur das Rauschen der Lüftung, das Konzert des Motors, die Antworten des Getriebes.
Du sagst etwas, und ich sollte reagieren. Ich weiß auch, wie ich reagieren sollte. Allein, ich bin müde. Ich sortiere die Antworten durch, siebe die Freundlichkeit heraus, trockne und wische und poliere die Antwort, bis sie glänzend und leer ist.
Ja, sage ich. Und nein.
Es liegt nicht an Dir, denke ich. Ich bin falsch. Ich bin falsch an Dir, und ich möchte mich korrigieren.



Es ist Zeit für den Herbstnebel. Es ist Zeit für kleine Schritte. Zeit für Schritte, Zeit, um aufzustehen und zu gehen. Zeit, um lang zu schauen und kurz zu sehen.
Du stößt noch einmal zu und zielst auf den Punkt zwischen Machen und Mitmachen. Du kennst mich gut, denke ich. Ich weiche nicht aus. Ich mag verletzlich sein, aber verwundbar bin ich nicht. Es ist Respekt vor Dir, der mich nicht ausweichen lässt - Du sollst Deinen Schlag haben. Und es ist der Glaube an mich, der mich nicht ausweichen lässt. Ich kann das ertragen.
An der Tankstelle fülle ich Diesel nach. Stelle die Maschine in der Halle ab und ziehe das Tor zu. Es ist warm draußen. Ich mache einen Schritt. Ich antworte nicht mehr.
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