Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.

19.04.16, 16:24 | 'Zerdrueckt'
Was ich immer wollte, nämlich da zu sein, wo ich bin, ganz da zu sein. Was ich nun erfahren habe: Daß ich ganz weg sein kann, daß ich völlig nicht da sein kann, nicht einen Gedanken verschwendend an den Ort, an dem ich nicht bin, an die Menschen leider auch, und daß das Nichtdasein für mich ein Nichtsein ist, daß ich keinen Kontakt halten kann, daß dann ein Anruf kommt, den mir mein Telefon tagelang verschweigt, und daß ich dann zurückrufe, über Mittag, und höre Besteck auf Geschirr klappern, und sonst viel Schweigen. Ich bin weg, und wenn ich gleichzeitig nicht hier bin, dann bin ich wohl nirgends, dann bin ich nicht, und das ist die wahre Einsamkeit, die ich fürchte.

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Den einen kann ich nicht erreichen, weil mir die Worte fehlen, weil mich die Wortlosigkeit so wütend macht, und weil er dann die Wut sieht und mich anschweigt und anschaut und sich abwendet und vielleicht denkt, was er da wohl für einen großgezogen hat, der ihm immer nur böse sein kann, und sonst stumm, und das muß ihm doch wehtun, und schlimmer noch die Größe, mit der er genau das nicht zeigt, und seine Anstrengung, die ihn zur Wortlosigkeit zwingt, weil er sonst seine Größe zeigen müßte und doch bescheiden bleiben will, und bescheiden ist nur, wer schweigt, und ach.

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Die andere kann mich nicht erreichen, weil sie sich merkt und weil sie reagiert, weil sie mit Informationen zu handeln scheint, weil ich ihr nichts anderes lasse, weil sie dürstet und hungert und sich alles in mir sträubt, sie zu füttern, und wenn ich nur wüsste, und ach.

Rauchzeichen




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