24.12.08, 14:59 | 'was von den Jahren uebrigbleibt'
So oft gehen die,Unvergessen. Einundzwanzigster Dezember neunzehnhundertunddreiundneunzig.
die noch nicht weggeh'n wollten.
Ich bin immer noch stolz, Dich gekannt zu haben. Ich hoffe, Du schaust mir ab und an zu. Wie wir das Erbe tragen. Wie wir das Erbe feiern.
Die Trauer hindert mich nicht mehr. Sie treibt mich nicht mehr. Sie erinnert.
Meine Fußspuren im frischen Beton.
Hüpfen im Ladewagen. Balgen im frischen Gras.
An Heiligabend auf dem Boden kugeln, meine Hände reichen gerade so um Deinen Arm.
Sonntagmorgen im Stall.
Ich bin sechs, als ich zum ersten Mal pflügen darf. Ich stehe, den ganzen Fuß auf dem Gaspedal, und klammere mich am Lenkrad fest.
Mit vier kann man doch eine Kuh festhalten, Kerle.
Du, aus dem Silo kletternd, auf dem Haufen zusammenbrechend vor Schmerzen.
Das Fest vor der Hütte, auf den Ballen sitzend, Feuer und Gitarre und Dein grollendes Lachen durch den Schnauzbart.
Dein Birnbaum, der jetzt meiner ist.
Mein Vorbild an Kraft und Unermüdlichkeit.
Der Gedenkstein, der an Dich erinnert.
Tränenüberströmt auf dem Fahrrad, in den Wind schreiend.
Das Versiegen, das Austrocknen. Bis jetzt hält es an.