Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Mittwoch, 26. 03 14

26.03.14, 16:34 | 'Heller als tausend Sonnen'
Eine glückliche Woche. Und ich bemerke das erst am Mittwoch.
Da ist am Sonntag der Besuch im Theater, Romeo & Juliet, und vor lauter Thou und Thee verstehe ich kaum ein Wort. Ich sehe die Juliet, und ich verstehe die Liebe, wie sie ihren Zorn herauswürgt, wie sie weint und lacht und liebt und mit ihren wundervollen Armen ihr wundervolles Gesicht verbirgt.
Es ist die kurze Anreise am Montagmorgen auf dem Rad, es ist das glückliche Heimkehren unter den ersten Schneeflocken, ohne richtig nass zu werden. Es ist der Duft aus der Küche des schnell Gekochten.
Es ist die Unterrichtsstunde, in der sie beginnt, zu meinem Spiel zu singen, und da spielt es gar keine Rolle, daß sie genau dafür bezahlt wird. Es ist das schnelle Einkaufen, auch wenn abends um neun keine Bananen mehr zu bekommen sind. Es ist das Spielen der neugewonnenen Melodie auf dem Sofa, und es ist das wundervolle Buch, die Wärme, die sich im Bett ausbreitet.
Es ist dann am nächsten Morgen das schnelle Duschen und die durchlesene Busfahrt, weil es dann doch noch schneit. Es sind die wenigen kleinen Nachrichten, und abends dann das große Hallo nach dem Wochenende. Ich grüße nach allen Seiten, ich rede lange mit einer auf der Treppe Sitzenden, die mir durch die Scheibe zugewunken hat. Es ist die ebenso späte wie müde Heimkehr, es sind die Rufe aus dem Boulderkeller, ob ich denn nicht mal ein paar Züge mit ihnen? Es ist dann die Wohnungswärme, die sich langsam in frischen Duft verwandelnde Feuchte der aufgehängten Wäsche.
Es ist dann der Morgen, an dem die Busse nicht fahren. Das beschert mir noch einen Kaffee und eine kleine Radtour in der sich mühenden Sonne. Reif glitzert auf dem Gras, verschwindet in Tropfen, und an der letzten Ampel sind wir gleichauf, der Profiradler und ich in Jeans.
Es ist die Einladung für heute, und die Einladung für morgen, es ist die Verabredung für den Freitag, und es sind die mollig warmen Worte von einer, die mich wirklich gern hat.

(Eben bemerkt: Wie sich das Glück gewandelt hat in den dreitausend Tagen hier.)
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