Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Freitag, 22. 09 17

22.09.17, 09:56 | 'Nicht drueber nachdenken'
Nach langer Zeit mal wieder getan: Nachts von der Bahn nach Hause laufen, entlang der rauschenden Straße in ihrem tiefen Bett, durch den wattigen Dunst der feuchten Herbstnacht, unter einem seltsamerweise klaren Sternenhimmel. Dieser Weg ist für mich immer noch mit großer Einsamkeit verbunden.

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Auf kriechende, stockende Weise zu dem kleinen See gelaufen. Daß ich hier schon gute Zeiten gelaufen bin, wo ich jetzt keuchend ins Gehen wechseln muß, beschwert das Gewicht weiter, mit dem mich die eigene Degeneration belastet. Lang sitze ich dann im Abendlicht auf einem Stein. Der Wasserstand war selten so niedrig.

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Ob es nur das Ausatmen, das Erschlaffen nach einer großen Anstrengung ist? Es fühlt sich nicht so an. Viel Leere, die ich kaum füllen kann.
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Dienstag, 5. 09 17

05.09.17, 22:24 | 'Nicht drueber nachdenken'
Mehr erzählen.
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Donnerstag, 10. 08 17

10.08.17, 12:53 | 'Nicht drueber nachdenken'
Der Weg von der Verschrobenheit, die noch etwas Liebenswertes an sich hat, zur Kauzigkeit dessen, der alt und viel allein ist.

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Wie nimmt man der Welt ihren Schrecken?
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Dienstag, 25. 07 17

25.07.17, 11:11 | 'Nicht drueber nachdenken'
Nicht einmal mehr zwei Wochen bis fünfunddreißig. Habe ich versehentlich irgendeinen Blödsinn ausgelassen? Nun, ich habe noch keinen Resthof gekauft, der mich alle Tage lang mit Gehöft, Garten und Wald beschäftigen kann. Aber lang kann es nicht mehr dauern, wenn ich mir selber so zuschaue, wie ich da am Sonntagmorgen mit der Ärztin zusammen auf dem Motorrad über die Heckenbeerleswegle holpere, das arme Gefährt über Feldwege und Kiessträßchen scheuche, an alten Häusern vorbei, wo die Straße über den Hof führt, zwischen Haus- und Stalltür hindurch. Ein großer, steinerner Bogen, die Fensterläden geschlossen, auf den zwei Stufen vor der Haustür wachsen Brennesseln aus den Fugen. Das hier, für mich, sage ich nach hinten, und ihr Helm klopft an meinen, als sie nickt.
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Montag, 10. 07 17

10.07.17, 12:10 | 'Nicht drueber nachdenken'
Saure Rädla gekocht. Den Abstand zu Mama schmeckt man deutlich. Die Kartoffeln zu lang gekocht, den Pfeffer vergessen.

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Spät ins Bett gekommen.

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Einer dieser Vermissenstage. Über ein Bild gestolpert, die Königin der Dreikaiserberge im Klimmzug, lachend und mit wehendem Haar, sie trägt ein Kleid, die Menge tanzt um sie. Ein neues Bild, nur ein Lenkrad, und sofort dieser Bus vor meinem Auge, wie wir ihn unter den Kiefern geparkt haben, wie wir darin gewohnt haben, davor gelegen und gekocht haben, so wenige Tage nur.

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Sinn des Lebens und so. Aber zuvor: Eine Prüfung.
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Sonntag, 25. 06 17

25.06.17, 18:47 | 'Nicht drueber nachdenken'


"It's a long road out of here", sang Juliette Lewis einst. Nicht aus dem Takt geraten, nicht aufhören, sich zu bewegen. Nicht aufhören, am Leben zu bleiben.
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Montag, 19. 06 17

19.06.17, 23:58 | 'Nicht drueber nachdenken'
Geruhsames Radeln, auch wenn es zwischendurch hagelt.

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Manchmal glaube ich mir meine eigene Gelassenheit fast.

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Auf der Feier bleibe ich einfach stehen, wie ich angekommen bin, trinke und verkünde und schlafe dann.

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Die Kluge mit der Löwenmähne bräunt ihre Beine neben mir. Ich bringe sie zum Bahnhof und verschweige tapfer die Minuten, in denen ich nach ihrer Nummer fragen sollte.

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In der Nacht breche ich noch auf, und ich mag ja Nachtfahrten sehr.

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Eine völlig abgekämpfte Doktorin, und ich traue mich kaum, sie nach der Prüfung in den Arm zu nehmen.

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Wir sitzen dann sehr lange draußen zwischen Universitätsgebäuden, grillen und frieren ein wenig.

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Aufbruch in die Sächsische Schweiz. Das Schalten klemmt.

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Es müssen ja immer Hotels sein, und ich weiß nicht, ob es nur mein Schwabentum ist, das mich mit diesen Einrichtungen derart ungnädig macht. Ich bin gern draußen, vielleicht ist es das. Ich bin gern mit weniger Menschen, vielleicht auch das. Ich bin insgesamt gern mit weniger unterwegs, denke ich. Ich glaube ans Entdecken, ans Finden, an Sonnenaufgänge und Tau auf der Nase und gespartes Geld. An Bequemlichkeit glaube ich nicht, will nicht weich werden zu mir selbst.

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Wandertage. Wie schön, so vor mich hin zu laufen. Die Karten auf dem Telefon kennen alle Steige, und die anderen wissen, wo wir hin wollen. Zusammen finden wir schon hin.

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"Du bist der einzige Mensch," sagt sie irgendwann, "den ich kenne, der bergauf beschleunigt." Ich denke an Walsers Angstblüte, sein Spätwerk, und daß er mich immer noch trifft, lang nach dem Fliehenden Pferd noch, daß er vielleicht immer nur mich beschreibt und sich selbst. Man denkt schon allerhand Blödsinn, wenn man bergauf beschleunigt, denke ich dann schwer schnaufend und in leichtem Trab.

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Dann ist das Auto doch hin. Hin und her für mich, und manchmal wäre Pannenhilfe statt Rettungsaktion angesagt. Aber ich kann ja nur immer und alles und so. Und schwitzen macht mir nichts, ebensowenig wie die Aussicht auf eine Nacht in der Boofe.

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Daraus wird nichts, stattdessen eine Pension unter einer Brücke. Hatten wir schon mal letztes Jahr, war gut, machen wir wieder. Wir fragen zwei, die kein Deutsch verstehen, uns aber über den Schrottplatz schicken. Dort schlängle ich mich todesmutig an einem struppigen Hund auf einem ebenso struppigen Sofa vorbei, wir bekommen Kaffee, der auch als Maschinenreiniger durchgehen könnte, und irgendwann kommt lachend der Chef, dem das alles furchtbar peinlich ist, in die zusammengetragene Küche. Wir klären auf, daß wir erst vor fünf Minuten gebucht haben, er läuft kurz zu seinen Mails, bringt die Schlüssel mit und sagt uns, daß wir einfach morgen irgendwann gehen sollen. Nehmt dies, Hotels. Dann schlurft er in seinen völlig durchgescheuerten Arbeitsschuhen zurück, um irgendwelchen Geschäften nachzuschlurfen, und wir gehen anatolisch essen, daß ich jeden Dönerbudenmann in dieses Restaurant schleifen möchte und ihn schütteln, warum ich dafür bis ans Ende des Landes fahren mußte.

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Das Auto wird fertig, wir erfüllen den dreifarbig auf einen Zettel gekritzelten Plan, und irgendwann bin ich zuhause. Lang pflege ich das gute Autochen, wasche und poliere und ärgere mich über den Kratzer der Hebebühne, als hätte mich in den letzten Jahren irgendein Kratzer auch nur, nun ja, gekratzt.

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Ein Siphon will eingebaut werden, ein Schadensbericht verfasst, und schlussendlich ist Sonnwendfeuer am Dorfrand, gut zweihundert Meter über allem, am Gipfel meiner Welt.

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Sonntagssilage, und ich freue mich sehr. Nur werden zwei Feiern kollidieren, aber was will man machen. Vielleicht sind meine Jahre ja doch nicht so leer.

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Montagsarbeit. Ich radle mit einer Freundin nach Hause, dann zum Einkaufen, setze mich dann an meinen Vortrag. Blumengießen bei der Doktorin, den letzten Teil meiner Logisitk erfüllen, also radle ich mit dem prallgefüllten Wanderrucksack eines Riesen samt angehängten Wanderschuhen durch die Stadt. Wir sitzen auf der Treppe, ich gieße die Blumen, überlege mir versteckte Örtchen für liebende Notizzettel, unsere kleine Tradition. Es ist eine doofe Idee, diese zu gut verstecken zu wollen. Es ist eine doofe Idee, Schubladen zu öffnen. Es ist eine doofe Idee, einen Zettel aus Jux in ein altes Tagebuch kleben zu wollen, damit ihn die Adressatin bei Gelegenheit erblättert. Es ist eine doofe Idee, den letzten Eintrag, der überraschend erst einen Monat statt guter zehn Jahre alt ist, zu lesen. Das gehört sich nicht, das tut man nicht, das beschämt mich, doch bin ich ein schneller Leser und ein schlechter Mensch. Und als dieser schlechte Mensch komme ich auch nicht besonders gut weg im Vergleich mit einem, der ganz lang da war und mit einem ganz Heftigen. Die große Liebe ist es nicht, steht da, und deshalb sitze ich hier, statt längst zu schlafen, und deshalb schreibe ich hier, statt ihr.
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Donnerstag, 4. 05 17

04.05.17, 13:02 | 'Nicht drueber nachdenken'
Als potentieller Vermieter erfährt man ja allerhand. Junge Familien mit drei Kindern und keinem Einkommen, die völlig überrascht vor Schimmel flüchten. Einkommenskombinationen aus Hausmann und Elternzeitbezug und der vollen Überzeugung, dies berechtige zu verringerter Mietzahlung.
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Samstag, 25. 02 17

25.02.17, 10:08 | 'Nicht drueber nachdenken'
Aufgefüllt, nicht aber ausgefüllt mit den Dingen, die eben dazugehören, nicht aber den Dingen, nach denen man strebt. Wie mir das abstrakte "man" gleich aufstößt, und dabei weiß ich doch nicht einmal genau, wonach ich strebe.
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Dienstag, 7. 02 17

07.02.17, 09:13 | 'Nicht drueber nachdenken'
Wie seltsam, daß ich selbst so lange nicht bemerke, wie viele Spiele ich eigentlich gerade gleichzeitig spiele. Daß ich kaum merke, wie lange ich schon nicht mehr einkaufen war, weil nie ein verflixter Laden offen ist, wenn ich mal nicht am Schreibtisch sitze. Keine Stunde finde, in der ich meine Ski zum Wachsen bringen kann. Kein Tag, den ich nicht durchdenken und vorbereiten und dann durchstehen muß. Kein Morgen, an dem die Müdigkeit und kein Abend, an dem der Schlaf nicht störend in die Tätigkeit eingreifen. Verrückte Zeit.
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