Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Mittwoch, 8. 02 17

08.02.17, 20:00 | 'Heller als tausend Sonnen'
Einen Vortrag vor einer Hundertschaft von Schülern gehalten, die vom vorhergehenden Mathematikwettbewerb völlig erschöpft in den Stühlen hängen. Die sich Mühe geben, die Augen offen und den Kopf bei der Sache zu halten. Weil es etwas Besonderes ist, wenn einer aus einer Weltfirma kommt und von seiner Arbeit erzählt, einer industriellen Tätigkeit, die sie noch gar nicht kennen können, zu der alle morgens verschwinden und von der am Abend alle wieder zurückkehren, und vielleicht, so hoffe ich, weil sie jemand ernst nimmt, der sie nicht kennt, der kein Lehrer ist und ihnen nichts beibringen muß, der einfach gern ein wenig erzählt, weil es thematisch ganz gut zum Wettbewerb passt, weil er vor fünfzehn Jahren genau hier in dieser alten Halle sein Abiturszeugnis verliehen bekam, und weil er völlig unverhofft genau den drei Lehrern begegnet ist, die ihn geprägt haben, die ihm etwas bedeutet haben, weil er gern mit jungen Menschen beisammen ist und weil er tatsächlich glaubt, etwas zu erzählen zu haben. Der Rektor bedankt sich erfreut, und der alte Lehrer mit der Vorliebe für violett schenkt mir eine Flasche Wein, die sicher ebenso grandios wie an einen Banausen wie mich verschwendet ist.

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Weiter, dem Senior einen Gruß ins Büro zurufen.

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Ich kann nicht liegen, wenn es hell ist, und raffe mich auf.

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Melken. Einfach so. Ich marschiere in den Melkstand, ich habe die Schuhe an und die Hosen, ich massiere Euter und hänge Melkzeuge an und unterhalte mich nebenbei ganz wunderbar. Und dann sage ich zu einem, er solle doch die zweite Gruppe holen, und der lacht nur und sagt, das war sie schon. Hach, sage ich, ich hätte noch eine Runde gewollt, und ich meine das so ernst und so lachend, daß er nur noch den Kopf schütteln kann. Dann füttere ich die Anlage mit drei Schaufeln Mist, laufe durchs Motorenhäuschen und notiere Temperaturen und Kilowattstunden. Ich schließe ab und deponiere den Schlüssel, und weil mich die Stille schreckt, kontrollieren wir noch die Spülung. Wie oft noch, wir beiden, frage ich mich still, und ihm sehe ich an, daß er sich das auch fragt. Nicht meine Entscheidung, nicht mein Bier, nicht mein Hof, und genau deshalb darf ich einfach so schade finden, was vielleicht für alle besser ist, was andere für sich und richtig entschieden haben. Durch den Jungviehstall marschiere ich mit meiner neuen, starken Taschenlampe, als Geschenk erhalten vom Lohnunternehmer bei der Weihnachtsfeier, bei der wie jedes Jahr eine Lampe leiden mußte. Auch Glasbruch kann ja eine schöne Tradition sein. Ich kontrolliere die Tränkebecken und schiebe das Futter in die Tröge.

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Auf dem Rückweg in die große Stadt rieche ich ab und zu dem köstlichen Stallduft nach.
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Dienstag, 2. 08 16

02.08.16, 09:41 | 'Heller als tausend Sonnen'
Die Doktorin entführt mich übers Geburtstagswochenende auf eine Mittelmeerinsel. Bring Dein Seil mit, schreibt sie, und falls Sie jetzt an Fesselspiele denken: völlig verkehrt. Klettern bei knapp über dreißig Grad. Nachts am Strand sitzen. Den Sonnenaufgang am Meer bewundern.
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Mittwoch, 27. 07 16

27.07.16, 16:33 | 'Heller als tausend Sonnen'
Ich frage mich, murmelst Du so leise, daß ich mehr Deinen Atem auf meiner Brust spüre als ich Deine Stimme hören kann, ich frage mich, wie ich nur ohne Dich schlafen kann, und ich streiche Dir das Haar aus der Stirn und sage, daß Du das ja überhaupt nicht mehr können mußt.
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Montag, 30. 05 16

30.05.16, 12:58 | 'Heller als tausend Sonnen'
Was gut und richtig ist: Da ist eine gewisse Gelassenheit zwischen uns. Da ist ein Band, das uns verbindet, das wir beide mittlerweile geprüft haben und als stark empfinden, das aber auch lang genug ist, damit wir uns nicht angebunden fühlen. So kommt es also, daß Du mich nach Konzerten fragst, und nach einer Dusche nach der langen Reise, daß Du Dich auf mich freust wie ich mich auf Dich. So kommt es, daß wir Wochenenden planen und uns Nachrichten schicken, daß wir uns Bilder zeigen und Erlebnisse erzählen. So kommt es, daß Du Dich bei mir wohlfühlst, daß ich die Panik loswerde. Und so liegen wir dann auf der Couch, und in einem Moment hast Du noch konzentriert in den Fernseher geschaut, wo ein Kommissar und ein Professor sich durch eine Ermittlung blödeln, und im nächsten Moment wird Dein Kopf schwer auf meiner Brust, Deine Hand, die mit meiner gespielt hat, erschlafft und gleitet langsam an Deine Seite, Dein Atem fühlt sich anders an, langsam und flach jetzt, und Deine Wimpern sehe ich bewegungslos, die Vene an Deinem Hals pocht langsam und gleichmäßig, Dein Kopf dreht sich zur Seite, die Spannung weicht aus Deinem Körper, der sich nun anschmiegt und die Wärme zwischen uns sucht und aufnimmt. Erst in diesem Wechsel bemerke ich den Unterschied zwischen Wachen und Schlafen, die Spannung und die Arbeit, die Wachen uns bedeuten. Ich streiche Dir leicht über die Schulter, ziehe die Decke eng um Dich, von der ich immer noch als Teppich denke, grinsend dann aber Zudecke sage, weil Deine Teppiche nur auf dem Boden liegen können, und dann freue ich mich einfach an einem Sonntagabend, der jemanden wie Dich so weit entspannt, daß Du an mich gelehnt schlafen kannst, und darüber verliere ich den Handlungsfaden des Films, bin nur noch warm und bequem und der, auf dem Du ruhen kannst.
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Mittwoch, 11. 05 16

11.05.16, 08:53 | 'Heller als tausend Sonnen'
"Manchmal muß man ans Meer fahren", hat die Königin der Dreikaiserberge einmal zu mir gesagt, und so fahre ich auch in diesem hektischen Frühjahr ungeachtet aller Arbeit wieder mit dem Rad ans Meer der Schwaben.
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Montag, 18. 04 16

18.04.16, 12:15 | 'Heller als tausend Sonnen'
Meine Abneigung gegenüber Etablissements, in denen Menschen dafür bezahlt werden, sich zu entkleiden. Das ist keine Koketterie und wird doch stets so verstanden. Dabei ist es überhaupt nicht die Nacktheit, die mich stört, sondern die Professionalität. Die Beliebigkeit der Personen, die sich nur dem Geldbeutel zuneigt. Mag sein, daß mich mein fortgeschrittenes Schwabentum hindert, doch an was? Nacktheit an sich hat mir nichts Erotisches, nichts Anziehendes, gibt mir einfach nichts. Am liebsten, sage ich, würde ich mittanzen, mich bewegen, statt einfach nur in rotem Kunstleder zu lungern und nicht zu wissen, ob ich in nackte Gestalten oder in ebenso nackte Blicke hineinschauen soll. Es ist die Freude an der Freude, die Gegenseitigkeit, die mich anzieht, und weil ich das nicht mehr formulieren kann und nicht glaube, daß mir das etwas anderes einbrächte, als noch einen dieser Spielgeldscheine zugesteckt zu bekommen und vorsichtig unterm Tisch entsorgen zu müssen, damit keine der Damen sie sehen und wie an der Schnur gezogen reagieren zu müssen, um dem allen zu entgehen und meinem Protest Ausdruck zu verleihen, schlafe ich ein.

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Ich trinke gern Bier mit euch im Zug, ich unterhalte mich gern mit den beiden Damen, die so herrlich bayrisch reden, daß auch mein R wieder zu rollen beginnt, die gerade von Kuba zurückkommen und aufgekratzt sind mit uns jungen Herren, die Bier trinken und sich trotzdem benehmen können. Ich gehe gern mit euch zum Essen, wo ich unter großem Hallo für den ganzen Tisch die Getränke einschenken darf und von der mütterlichen Kellnerin geherzt werde. Ich gehe gern mit euch in die Pubs, wo es dunkle Getränke gibt, die ich heute allesamt und rücksichtslos in mich hineinschütte, weil es Tage gibt, die man ganz austrinken muß, und weil es Tage gibt, an denen mich die Hilflosigkeit unbesiegbar macht. Ich gehe gern an die Theke und lasse mich bescheißen, weil ich einfach schon nicht mehr murren mag, sondern nur noch lachen und tanzen, auf dieser mit Riffelblech verkleideten Kiste, mit einer jungen Dame im kleinen Schwarzen, die sich anschmiegt und wieder abwendet. Ich stehe dann auch gern mit euch im Schnellimbiss in der Schlange und lerne, daß man neuerdings an einem Bildschirm bestellen und bezahlen kann, und daß man anschließend trotzdem warten muß, das macht mir überhaupt nichts, denn ich warte ja sozusagen meta, nur auf euch, nicht auf das Essen, denn dort esse ich nicht, so betrunken kann ich gar nie sein. Aber doch ziemlich, und so schlafe ich nach wenigen Minuten im Zug schon wieder, stehe dann gerädert und reichlich volltrunken an der Bahn nach Hause, einmal umsteigen noch, und das an einer Haltestelle, an der ich am liebsten ausgestiegen bin, weil Du dort wohnst, und da setze ich mich dann auf eine Bank und lasse Bahn um Bahn an mir vorbeiziehen, weil mir die Kraft fehlt, um Kraft zu sammeln, weil mir die Energie fehlt, um meine Energie zu leiten, und es ist längst heller Tag, als ich auf irgendeine Weise in der Bahn lande, dann auf dem Fahrrad und schlußendlich höchst unelegant absteige und die paar Meter am Schutzmann auf der Brücke vorbeischiebe, denn ich kann mich an keine Grenzen mehr erinnern, weiß aber, daß es sie gibt und daß ich sie heute nacht alle reißen würde. Der Schutzmann wiederum schaut nur von der Brücke hinunter auf die Autobahn und telefoniert oder funkt nach unten, wo Blaulicht flackert und irgendjemand Hütchen einsammelt. Ich stelle mich kurz dazu und schaue ebenfalls, bis er mir ebenso freundlich wie bestimmt sagt, ich solle mich nach Hause scheren, und üblicherweise würden gerade die Leute, die ihm quasi vor die Nase und vom Fahrrad fallen, etwas eindringlicher begutachtet. Es ist irgendwas an diesen Nächten, das mich schützt, und so danke ich, steige auf und radle davon, bringe das Rad in den Keller und mich ins Bett, auch wenn ich im Hellen nicht schlafen kann und meinen Rausch aussitzen, -stehen und laufen muß.

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Wie Du mir Glück bringst, Glück bedeutest. Wie ich unter den Schlägen taumle, die ich mir selbst verpasse, irgendwie, und wie Dein Trost sie dämpft und den Schmerz auflöst. Du bist super, schreibe ich irgendwann nur noch, weil ich gar nichts mehr, gar nicht mehr sagen kann, und wir versprechen uns den nächsten Tatort und das nächste gemeinsame Abendessen, weil das unser Ritual ist, weil damit alles begann. Das Glück in den Alltag tragen, hast Du gesagt, von der Leiter herunter, mit den Fingern voller Farbe und dem Gesicht voller Lachen, und ebendas tun wir jetzt, stellen uns die Küche vor und das Sofa, den Tatort und die Gitarre, das Badezimmer und uns selbst in diesen Räumen, unsere Dinge in den Schränken, Du und ich und Wir, Herrgottnochmal, das muß doch. Alles wird gut, sage ich meinen Refrain auf, meinen Deal mit dem Universum für dieses Jahr, und Du lächelst ein Versprechen.
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Freitag, 15. 04 16

15.04.16, 09:58 | 'Heller als tausend Sonnen'
Am ersten Abend ein Kuss vor dem Auto.
Am zweiten Abend ein Kuss an Deiner neuen Haustür.
Am dritten Abend stehen wir im Schlafzimmer, frisch gestrichen und geputzt, und ich nehme Dich in den Arm, Du lehnst Dich an mich, legst Deinen Kopf auf meiner Schulter ab. Wir schauen uns in die Augen und küssen uns. Ich war jetzt, sage ich, länger in Deinem Schlafzimmer als jeder andere Mann.
Wir haben überhaupt viel gelacht in den letzten Tagen.
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Freitag, 1. 04 16

01.04.16, 10:36 | 'Heller als tausend Sonnen'
And then you kissed me.
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Freitag, 25. 03 16

25.03.16, 11:53 | 'Heller als tausend Sonnen'
Dann war da dieses Mädchen, das mich bat, über ihr weiches Haar zu streichen. Weißt Du, wie alt ich bin, fragte ich sie, während wir nebeneinander auf der Holzkiste saßen, deren Geschichte so viele Jahre zurückreicht, die schon auf Hochzeiten das Brautpaar trug, die immer dicht am Ofen in der Wärme steht, an deren Kante ich mich immer festgehalten habe; Weißt Du überhaupt, wie alt ich bin? Acht Jahre zu wenig schätzte das Mädchen, und ich korrigierte sie leise und lächelnd. Ach, lachte sie, Du lächelst so, Du bist mein Peter Pan.
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Sonntag, 20. 03 16

20.03.16, 13:06 | 'Heller als tausend Sonnen'
Was schön war. Pursuit of happiness.

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Lang geredet mit zwei hübschen Damen an der Bar. Überhaupt mal wieder hinter der Bar gestanden. Dort taue ich auf, dort tanze ich, dort singe ich am liebsten. Ich sollte eine Bar aufmachen, denke ich manchmal. Aber am nächsten Tag habe ich dann wieder mein Stimme gegen einen Kater eingetauscht und bin mir nicht mehr so sicher.

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Mit dem Vetter Holz gespalten im Wald. Nur die Bodenstücke waren noch übrig, die man allein nicht heben kann. Und ich da mit meiner Wut und meiner Verzweiflung und meinem Wissen, daß es eben doch helfen kann, zu wüten, statt nur wütend zu sein. Das mag männlich und überkommen sein, aber leiden mußten es nur die Hurgel, die abgesägten Stämme mit den riesigen Kalibern, und mein Rücken. Ich knie auf dem Boden im weichen Moos, angenehm kühl und erdtrocken, ich zwänge die Hände unter den Stamm und spanne mich, mache das, was den Menschen von der Maschine scheidet, ich rucke an, überlaste Muskeln, Gelenke und alles, es ist nämlich der Wille und die Wut und die Anstrengung, und als ich den Hurgel einige Zentimeter oben habe, hebe ich ein Knie, stelle den Fuß ab und stehe auf, mit einem gutturalen Geräusch, ohne jede Artikulation, ohne Aussage, ohne Gedanken, nur das Geräusch der Wut und der Kraft und der Anstrengung, und so verbringe ich den Tag, während der Vetter vor und zurück fährt, um den Spalter zu mir zu bringen, und ich rede den windischen Huren gut zu, wenn die knorrigen Äste und die Verwachsungen, die dem steilen Boden und dem starken Wind am Trauf widerstanden haben, auch dem Spalter mit seiner Hydraulik von achtzehn Tonnen widerstehen, Du wirst doch wohl, Du Drecksau, sage ich dann freundlich in meiner Umklammerung, die Hände an den Bedienhebeln, die Knie um den Stamm geklammert, und ich stelle mir kurz vor, meine Wut und Gewalt gälte einer Person, von der ich doch nur den Namen kenne und das Vorrecht Deiner Wärme, aber das ist mir dann doch zu archaisch, da ist zuviel Zivilisation in mir und der kleine Teufel Ironie, der mir auf den geschundenen Schultern sitzt und mir immer meine eigene Lächerlichkeit erklären muß, der grinst auch schon wieder, und dann hämmere ich mit der Axt einen Keil in das Holz, das knistert und knackt und sich widersetzt, bis es schließlich keinen Mucks mehr tut, bis meine weiten Schläge, mit ganzem Körper und ganzer Kraft geführt, auf einen elend federnden Keil treffen, der zittert und sich nicht rührt, daß mir der Griff in der Hand vibriert und die Axt abspringt, und ich stelle mich breiter, noch ziehender, spüre den Schwung und die Wut in den Händen, den Armen, Schultern, durch die Brust bis in den Bauch hinab, wo sich wieder ein solch wortloses Grollen Bahn bricht, bis mir die Schweißtropfen um die Ohren fliegen und der Vetter, dieser gemeißelte Mann, dieser schwellende Körper sagt, was ich für ein Gewaltigel sei, und da bricht der Stolz durch den Verstand, durch den Körper, die Hammerschläge nehmen an Wucht zu, als ob das noch möglich wäre, und ein Zittern geht durch den Stamm, und am Ende habe ich sie alle erlegt, mit zitternden Armen und versagender Stimme sitze ich im Heizraum und halte mich an einer Flasche Bier fest, und manchmal muß man das Lächerliche ja tun und die Wut um sich schlagen lassen. Ich kann meine Monster nicht immer halten, sie wollen rauben, morden und plündern, und wenn sie das im Holz tun, soll mir das recht und billig sein, denn mit der Kraft verschwindet die Spannung im Keil und im Scheiten der Stämme, und es bleiben die zitternden Arme, die schmerzenden Finger und der müde, runde Rücken, wie es denn ab und an sein muß. Hier sitze ich, ich kann nicht anders, und den ganzen Tag hat er geschwiegen und zugehört, und dann sagt er das Richtige, daß wir heute abend noch eins trinken werden, und er lacht und ich lächle müde, ein geschlagener Krieger, eine erneute Niederlage, aber tot, tot bin ich noch nicht, denn das Leben selbst widersteht dem Tod wie das Holz dem Scheit.

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Neben Dir auf der Liege, und alle Fragen gestellt, die wenigsten beantwortet, aber ich kann nicht mehr kombinieren und nicht mehr denken, und ich bin plötzlich wohlig und müde in Deiner Gegenwart, und dann liegst Du auf Deinem Handtuch in der Sauna, und ich sitze zu Deinen Füßen und schaue immer wieder zu Dir, über Deinen Körper hinweg, während wir flüstern. Plötzlich ist alles gut.

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Auf dem Sofa gegenübersitzend spiegeln wir unsere Bewegungen, halten unsere Bierflaschen, reden, lächeln. Wärme. Beim Abschied hältst Du mich sehr fest, von zu Hause aus schreibst Du Deinen Dank und Dein Lächeln.

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All den Freunden, die sich mein Klagen anhören, mein tief empfundener Dank.

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Die Post ist schnell, und in den Briefen sind unerwartet der neue Akku für das Telefon und die Dichtung. Ich trinke Kaffee gegen mein Zittern, verlache die Idee des Backups und fange an, das Telefon zu fönen. Ziehe die Abdeckung ab, tausche den Akku, und sogar die dünne Folie mit den eingearbeiteten Litzen bekomme ich getauscht und halbwegs sauber wieder eingeklebt. Ich föne die neue Klebedichtung wieder ein, das Telefon leuchtet freudig und hält jetzt hoffentlich wieder einen langen Tag durch. Auch wenn ich immer noch zu oft alte Dinge lese, Dein Bild anschaue, als dränge ein Gedanke zu Dir durch.

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Mein Vortrag funktioniert. Ich komme nur einmal ins Schwanken, aber die Hand in der Tasche rettet mich, und ich stammle mich so durch.

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Ich habe da einen Freund auf dem Fischland, und der ist nun in der Stadt. So stehe ich also irgendwo in einer Halle und prüfe einen Hydrostaten, einen Sportplatzrasenmäher, einen Sauger, und freue mich am Schmutz. Dann fahren wir zu mir, sitzen auf dem Sofa, trinken Bier bis in die tiefe Nacht, und dann frühstücken wir, bevor er die nächsten tausend Kilometer auf sich nimmt. Ich muß mal wieder ans Meer fahren, denke ich.

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Sonntagssonne.

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Lust zur Arbeit.

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Den Umbruch in Angriff nehmen.

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Hoffen, ohne zu pressen. Viel zu lernen.

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Daß es Dir gut geht.

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Irgendwo gelesen, daß Liebe nur durch Nichtgelingen groß wird. Vielleicht muß erfüllte Liebe klein sein?
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