Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Freitag, 17. 12 10

17.12.10, 11:59 | 'Das Auge des Betrachters'

Tschüss, Mini.


Hallo, Großer.


Arbeit.


Das Winterproblem.
# |  4 RauchzeichenGas geben

Sonntag, 17. 10 10

17.10.10, 18:13 | 'Das Auge des Betrachters'
Misst man die Feste nur nach dem Grad des Durchdrehens, dann lassen wir im Moment ziemlich nach. Auf hohem Niveau, aber wir lassen nach.

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Mittagsschlaf, der noch nach Dir duftet.

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Ich will Dich nicht aufhalten. An dieser Arbeit hängt Dein Herz, hast Du gesagt, und ich will Dir nichts nehmen. Ich will Dir etwas geben. Soviel Du möchtest. Soviel ich kann.

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Ein Flug nach Schweden und warum eigentlich nicht?

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Alle paar Minuten stehe ich am Fenster und halte Ausschau nach Dir, und wusstest Du, daß ich im Kleiderschrank ein Chaos angerichtet habe, um Dir zu gefallen? Schlimmer war nur die CD.

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1. Bob Dylan - Shelter from the storm
2. The Rolling Stones - Shine a light
3. America - You can do magic

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Ich werde vorgestellt und schaffe es, den ersten Satz bis zum zweiten Wort fehlerfrei zu halten.

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Wie er uns erzählt, daß er mit dem Schlepper ein Huhn überfahren hat, und wie peinlich ihm das alles ist, daß er jetzt an einer Haustür stehen muß wie einst zu Canossa, mit einer Flasche Wein in der Hand. Wie erleichtert er zurückkommt, die Flasche schwenkend, weil ihm niemand öffnet.

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Wie Du Deine Hand auf mein Knie legst, wenn Du fährst.

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Ich stelle Dir die Helden meiner Großstadtzeit vor. Die beiden Freunde, die paar Bekannten. Dann die beiden, die ich am Buffet kennenlerne.

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Weißt Du, daß ich es mag, wie Du zu mir kommst? Wie Du meine Hand nimmst? Meine Hände? Wie Du Dich dann drehst und Dich in meine Arme windest? Wie Du mich hinter Dir her ziehst?

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Ich trage meinen Freund durch die Gegend, weil ich mich so freue für ihn. Ich erzähle Dir von seinen Heldentaten, und man sieht mir an, was ich hier für einen Freund habe.

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Draußen die Unimogs, drinnen die Unimogs. Ein Bus, und noch einer. An der Decke das Mofa, mit dem ich später noch den Evil Knievel über die Bierbänke machen möchte.

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Ich esse mit einer Betriebswirtschaftlerin und mit einem, der einen sehr seltenen Namen trägt. Dann sitzen wir zu viert, die wir uns eben kennengelernt haben, und lachen. Muß man sich mal vorstellen.

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Während ich mit dem Freund durch die Gegend hopse, machst Du Dich auf. Ich spüre, daß Du fehlst, schaue auf und sehe eben noch, wie Du Deine Handtasche schwenkst und aus der Tür gehst. Ich bin hier nicht allein, ich bin hier nicht fremd. Ich flanke über die Tischreihen zur Tür.
Wo ist die schöne Frau hin? frage ich die Rauchenden.
Zur Toilette, sagt einer ruhig und zeigt zum Haus, und erst da spüre ich mich wieder.

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Die Mädchen saufen hier sehr liederlich, und so halte ich mich von der Bar fern. Einen muß ich trotzdem, und einen großen auch noch.

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Die lange Heimfahrt, Deine warme Hand auf meinem Knie. Wir fahren noch den Freund nach hause, der mit den Schnäpsen kämpft.

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Im Auto beschlagen die Scheiben. Dann versagt die Vernunft, und es könnte nicht schöner sein. Sieben, sage ich noch, und von sieben reden wir dann bis nach zehn.

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Die Namen der ersten drei.

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Plötzlich bin ich allein. Du hast mir nicht gefehlt, als Du noch nicht da warst. Und ich dachte, da wäre kein Platz. Doch irgendwo hast Du Dich niedergelassen, in allem, über allem, und Dein Gehen hinterlässt eine Lücke, die größer ist.

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Aufbau. Bühne, Bars, Dekoration. In der Küche kommandiere ich das Spülmädchenregiment, und tapfer wischen sie den Schimmel aus den Fässern und spülen die schmutzigen Gläser.

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Mittagsschlaf, und ich wache erstaunt auf, als es dunkel wird.

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Zapfen. Singen. Tanzen. Nie war ich leichter, nie war ich so weit weg. Und als nachts noch Freunde in die Küche kommen, da tanze ich an der Spülmaschine.

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Es ist sechs, als ich nach hause komme, und verwirrt drücke ich meine eigene Klingel. Der, den ich aus dem Getümmel gezerrt habe, wird aufs Sofa verfrachtet, und ich warte, bis der Lärm in mir nachlässt. Guten Morgen sage ich noch zu Dir, und dann schlafe ich ein.
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Montag, 27. 09 10

27.09.10, 22:58 | 'Das Auge des Betrachters'
Es rennt die Zeit.

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Lagerkoller, ein wenig. Ich würde auch gern herumrennen und gebraucht werden, aber keiner will den eifrigen Diplomanden stören.

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Als er mich anschreit, hole ich tief Luft. Einmal, ein zweites Mal. Dann explodiere ich.

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Vielleicht wieder Schüler?

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Ich strebe eigentlich nur nach oben, denke ich mir, als ich wieder einmal gefragt werde, was ich tun will, weil mir hier zu langweilig ist.

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Immer, wenns nicht läuft, dann werde ich ganz ruhig und ganz freundlich.

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Als mich einer weckt, nachts im Bus, da explodiere ich schon wieder, und das hält mich sogar wach.

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Als einer "Herr Minister" sagt, erkenne ich ihn auch. Zum Glück schaffe ich es aber, meine Klappe zu halten.

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Im Zelt der Großtiere. Dann im Zelt der großen Tiere. Man muß nur über die samtenen Absperrungen hüpfen.

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Irgendwann tanzen wir auf den Tischen, und sie spielen das Lied. Ich rufe den Kleinen an, und fast habe ich Tränen in den Augen, als ich hineinschreie, auf dem Tisch stehend, während mir der Schweiß hinabrinnt, daß einer fehlt.
Nachts ruft er zurück, da spielen sie ein anderes Lied. Es sind ja zwei für uns. Einer fehlt! schreit er, und dann nichts mehr.

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Im Dirndl.

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Drei Mal heiraten, einmal Gaukler sein, und den Rest der Zeit Schaschlik braten. Eine Beziehungskrise anzetteln. Eine alleinerziehende, und eine zweite alleinerziehende Mutter. Ihre wundervollen Töchter. Ihre Einsamkeit, ihr Kampf, und an solchen Abenden kommen sie mir alle so stark vor, wie sie mit ihrem Babyphon durch unser Lager läuft.

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Eingelegte Kirschen!

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Und jetzt kommst Du und verdrehst mir den Kopf!

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Lang sieht sie mich an, leicht von unten, und ist dabei so groß wie ich. Ich sehe zu Boden, und als ich wieder aufschaue, sieht sie mich immer noch so an. Ich weiß nicht, ob sie immer noch spielt und zeigt, oder ob sie längst - aber das weiß ich ja nie. Sie zwingt mich nieder mit ihrem Blick, und plötzlich wünsche ich mich weit weg oder ganz nah hin, und daß ich das nicht einmal sagen kann, das merke ich erst einen Tag später, aber da ist es zu spät für den Versuch, und ob ich das hätte wissen wollen, nicht einmal das kann ich sagen.

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"Weißt Du eigentlich, daß es Deine Augen sind, die machen, daß ich nicht mehr vorwärts und rückwärts weiß?" Deine, leuchtend grün und mit diesen Flammen, die nach innen züngeln? Sagen Sie nichts, ich weiß um das Arme, aber Drachenaugen sage ich Ihnen, und schmelzend zart.

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Pflügen, Silieren, Silieren, Pflügen, Wintergerste.

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In den Obstgärten mit dem Großschwader. "Dich kann man das schon tun lassen."

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Auf der Suche nach meinem Motorrad lande ich in einem Wohnwagen, trinke ein Bier und komme zu spät. Und den Euro für das Bier habe ich auch nicht dabei.

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Sie erzählen von ihren Frauen und Kindern, und ich sehe um mich die nur wenig Älteren. Irgendwo sind wir unterschiedlich abgebogen, denke ich mir dann, aber das ist schon recht so.

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Morgens werde ich erwachsen, sage ich zum Engel, denn morgens möchte ich auf einmal nicht mehr aufstehen, und das ist es doch, was die Leute erwachsen macht.

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Ich freue mich wirklich daran, durch Deine Augen die Orte zu sehen. Mit Dir zu reisen. Ich freue mich neidlos, wunschlos, und das macht Dich kopfschütteln.

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So weit strukturiert und abstrahiert, daß ich kaum mehr zurückfinde. Trotzdem fünfhundert Worte am Tag. Mit diesem Schnitt wird sie ein dickes Buch, die Diplomarbeit.

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Menschen, vor denen man zurückweicht. Einfach so. Stumm bleibt. Und plötzlich kommen sie. Es sind doch immer die falschen Signale, und die falschen Antworten sowieso.

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Plötzlich tut sie mir leid, als sie erzählt, er sei ihr Freund gewesen. Ich bleibe stumm, sie sieht es mir an, daß ich nichts sagen werde, und dann schweigt auch sie, und nach einer Runde steigt sie wieder ab.

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Wie ich mich immer noch an der Sonne freuen kann.
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Donnerstag, 12. 08 10

12.08.10, 12:51 | 'Das Auge des Betrachters'
Mein Telefon zeigt immer weniger Neigung, sich über irgendein Kabel verbinden zu lassen. Ladekabel, Kopfhörer, Datenkabel funktionieren erst nach minutenlangem Gefummel, und zwischendrin hauchen die Verbindungen gern auch mal unvermittelt ihr Leben aus.
Es ärgert mich, das Telefon deshalb ersetzen zu müssen, denn es taugt ja noch. Es ist übel zerkratzt, die Farbe ist ab, aber es funktioniert noch. Ich habe alles eingestellt, ich habe mich an die Tasten gewöhnt.
Das Telefon ist gerade anderthalb Jahre alt. Ein Garantiefall ist es nicht, denn die Verbindung lässt sich ja immer wieder herstellen, irgendwie. Und ich glaube nicht, daß sich die Buchse so einfach tauschen lässt. Die ist fest an die Platine gelötet.
Und ich brauche ein neues Telefon. Obwohl das alte noch taugt.

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Mit der Verantwortlichen der städtischen Kinderfreizeit sitze ich lang am Lagerfeuer und höre ihr zu. Kinder, die betrunken und gewalttätig sind, Drogen nehmen und verkaufen, und überall Eltern, die das nicht kümmert. Kinder, die sich die Schulhefte nicht leisten können, und trotzdem kein einziger Antrag auf Kostenübernahme durch die Landesjugendstiftung. Dabei macht sie sogar den Papierkram für die Eltern, spricht sie an, trägt sich an.
Zwei Vollzeitkräfte leistet sich die kleine Stadt nebenan. Braucht sie. Damit sie tagsüber Ansprechpartner sind, damit sie nachts durch die Gegend fahren. Sie redet sich in Rage, redet von einem Führerschein fürs Kinderkriegen, und ich weiß wieder nichts zu sagen. Weiß nicht, was hier los ist. Ich verstehe das nicht. Hilflos zucke ich die Schultern, und irgendwann verabschiede ich mich. Ich halte das geballte Elend nicht aus. Heute nacht fährt sie keine Runde mehr, sagt sie. Morgen wieder.

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Ich habe versucht, mit dem Telefon die Anfahrt an eine recht steile Rampe zu filmen. Ich weiß nicht recht, wozu, denn mit nur einer Hand am Lenker bergauf zu fahren sieht recht ungelenk aus. Aber Sie dürfen gern zusehen: mov01554 (MP4, 624 KB)

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Der Engel kehrt zurück.

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Wenn man nicht weiß, wohin, dann muß man auch nicht wegfahren, ja? Dann darf man dableiben und sich freuen. Muß ja keiner verstehen.

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Ich sollte die Namen der beiden neben mir sitzenden Mädchen erraten. Die Anfangsbuchstaben verrieten sie mir, für den Rest brauchte ich einige Zeit und die Hilfe meines Telefontelefonbuches. Für meinen Sieg bekam ich von den beiden noch ein Pils spendiert, und so lässt es sich doch leben.

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Im Halbdunkel stolpern sie ums Lagerfeuer. Überall steht etwas im Weg, an dem man sich stoßen kann. Zwei Mädchen schauen zu mir, wie ich schweigend ins Feuer sehe. Sie stoßen sich an - "Wer ist das denn?"
- "Der Texaner mit dem Knackarsch. Kennst Du doch."
Aha. Besten Dank. Notiz an mich: Wer einmal in Radlerhosen gesichtet wurde, wird selbst bei Nacht erkannt.
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Montag, 26. 07 10

26.07.10, 12:28 | 'Das Auge des Betrachters'
Ich fühle mich wie die Rock'n'Roll-Band, in deren Hände Du Dein Leben nicht legen sollst.

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Wenn ich sehr schnell arbeite, sage ich mir, während ich über das Waschbecken gebeugt im Badezimmer stehe, dann darf ich den August haben. Dann gehört mir der August, und ich sehe im Spiegel die Hosen auf dem Boden liegen, zerknüllt und halbschmutzig und in die übliche Ecke gekeilt, wie ich sie immer hastig von mir werfe, weil es ja immer viel zu spät ist. Die Hosen, die ich am liebsten trage. August.

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Ich zerre die Höhere Mathematik aus dem Regal. Das alles solltest Du doch können! Ich fange vorne an, fahrig, hastig, und immer schneller überfliege ich die Seiten, bis ich das Buch zur Seite lege. So lange es nur Zylinderschnitte sind.

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Forsch mag ich Dich ja am liebsten.

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Die fixe Idee, ins Büro zu radeln.

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Ich bemühe mich, bei Theaterstücken acht zu geben. Sie handeln von Menschen, und Menschen verstehe ich ja meistens nicht. Ein Schuß fällt, und ich weiß, daß das Mädchen tot ist. Das Publikum lacht. Ich verstehe die Menschen nicht.
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Montag, 28. 06 10

28.06.10, 21:11 | 'Das Auge des Betrachters'
"Was machst Du denn so zur Zeit?" fragt er mich, und daß ausgerechnet er das einmal nicht wissen könnte.

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Ich höre ein Lager. Ich kann tatsächlich Lager hören, und ich war selbst erstaunt, als tatsächlich nur Deckel und Käfig fehlten. Selbst die Kugeln waren noch da. Das hat zwar das Getriebe gerettet, aber Stillstand ist es trotzdem. Ich rupfe also das Getriebe aus dem Mähwerk und flitze zur Werkstatt. Sondermaße. Enttäuscht ziehe ich wieder ab.
Wie groß die Wiesen werden, wenn man nur noch ein Mähwerk hat! Irgendwann legt sich Gelassenheit über den Groll, der Abend ist ja lang genug.

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Rechtzeitig zu Spielbeginn tauschen wir die Fahrzeuge, und jetzt habe ich sogar ein Radio! Es ist warm, es riecht nach frischem Gras, ich sehe der Sonne beim Untergehen zu und den großen Kreiseln, die ihre Arme im Kreis herumschleudern. Ich sehe die Zinken durch das Gras kämmen, und hinter mir bilden sich Schwaden wie lange Schlangen. Dort, wo die ganzen Autos stehen, jubelt es einmal, und dann platzt mir auch schon ein Hydraulikschlauch. Ich bastle ein wenig, und dann brauche ich den schon gar nicht mehr.

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Konstanz mag ich, und deshalb geht mir auch die Wechslerei gegen den Strich. Ich wechsle nicht.

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Weißt Du eigentlich, möchte ich fragen, daß Du auch hier fehlst?

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An einem Freitag war ich plötzlich nicht mehr Motorradfahrer. Ich stand an der Autotür, das Wetter war ein Wunder, und aus der Garage schauten mich trübselig zwei kalte Endrohre an. Ich bat stumm um Verzeihung und ließ die heiße Luft aus dem Wagen entweichen, bevor ich einstieg.

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Zwei Unterschriften, die nötig waren. Nicht schlecht für einen Freitagnachmittag. Es fehlt nur noch ein Hauch, ist zu schaffen, ich sehe endlich Land.

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Im Tunnel ein Unfall, irgendwo eine Demonstration, und irgendwann stehe ich auf der falschen Seite der Stadt. Dann eben die Autobahn, und ich soll Sie alle schön grüßen von denen, die den ersten Ferientag auch dort verbracht haben. Wie seltsam, daß ich so gar nicht mißmutig werden mag.

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Beim Zuspätkommen braucht man nicht zu pressieren, heißt es, also lege ich eine Pause ein und trinke eines mit dem Vetter, während der Hund im Schatten laut seufzt.

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Die Einsteinsche Summationskonvention legt sich mir in den Weg.

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Heu schwaden für die Pferde.
Unten steht er grinsend, während wir beide oben schwitzen, die Schinderballen über den Boden schleifen, nach oben tragen, strampelnd in den Ecken knebeln.
"Lob mich!" sagt sie, und da hat sie nun aber auch recht.

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Das Fleisch ist aus der Folie, der Salat ebenso. Die Brötchen aus der Tüte, die Salatsoße aus einer Plastikflasche, und es ist eben doch der gute Wille, der zählt.

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Die innere Kündigung hat er schon, und ich weiß gar nicht recht, wie es dazu kam. Wir haben uns entfremdet, und ich gebe mal wieder meinen Spinnereien nach. Diesel statt Benziner, und die Siebzehnzöller behalte ich vielleicht auch, wer weiß das schon?

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Wie komme ich dazu, ihm, der endlich wieder Arbeit hat; wie komme ich dazu, mich nicht recht für ihn freuen zu können?

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Der Schweiß tropft auf das Oberrohr, und an manchen Tagen dürfen nur die Beine nicht nachlassen. Es ist nicht der Alb-Extrem, aber er wird es vielleicht noch, wer weiß?

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Immer, wenn ich Fußball schaue, gewinnt Deutschland. Ist ja auch seltsam. Ins Freibad flitze ich danach jedenfalls über die Feldwege, denn auf den Straßen sind überall Fahnen. Und mit denen muß man wohl sehr langsam fahren, denke ich. Denn an den Umherlaufenden und aus den Fenstern Hängenden kann es nicht liegen, von denen geht doch jedes Mal einer kaputt.

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Als ich nach einer halben Stunde wieder aus dem Wasser steige, bin ich noch immer fast allein im Freibad, aber noch immer kein Triathlet.

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Ich könnte stundenlang von den Menschen erzählen, auf die ich stolz bin.

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Sonntagabend zu zweit, und wie hast Du mir gefehlt, mein Freund! Wellenlänge, Chemie, wie auch immer, mag alles sein.

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Sofern jeden Tag fünf Seiten machbar sind. Nur fünf!

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"Ich brauche kein Fitnessstudio!" sagt sie lachend und zeigt ihre Ärmchen, streckt die Brust heraus und zieht den Bauch ein. "Ich habe nämlich eine hübsche Figur!"
Das hast Du, zweifellos, aber Dein Lachen mag ich noch mehr.

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Wie sie an allen Fronten kämpfen, so hoffnungslos versunken in dem Chaos, das sie allerorten angerichtet haben, und wie sie trotz allem den Mut nicht verlieren.

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Und als ich den Schwader zurückbringe, da steht er da; und wir sind beide immer sehr vorsichtig mit unserem Gruß, und ich sage wieder, daß jetzt alle Bauern reich werden, und zu dem Zeitpunkt weiß ich noch gar nicht, daß er mir versehentlich einige Ballen stibitzt hat, nur er weiß das schon und schaut recht sauertöpfisch, und im Nachhinein muß ich dann doch darüber lachen.

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"Ist das der Große vom Maschinenring?"
- Der Größte! sage ich und tuckere wieder vom Hof, mit dreißig Pferdchen und ihren gut vierzig Dienstjahren.

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Kein Wort über Menschen, die ich nicht mag. Kein Gefallen, den ich nicht tun will.
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Freitag, 18. 06 10

18.06.10, 00:17 | 'Das Auge des Betrachters'
Tage, an denen alles zusammenkommt.

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Mühsam laufe ich draußen auf dem Parkplatz herum, hilflos im Kreis, ich balanciere auf dem Randstein um ein einen Baum herum, den eine grausame Seele dort in das geteerte Elend gepflanzt hat.

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Von Menschen gemocht zu werden, die man nicht mag. Dieses gequälte Lächeln, und das als Lebensziel.

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Diesmal nicht, nein.

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Alles Gute zum Geburtstag, sage ich zu ihr. Es ist still auf der anderen Seite, es ist eine freudige Stille, und es sticht mich dann doch, daß ich so leicht schon Freude machen kann. Daß so wenig erwartet wird von dem Verschlossenen, dem Bissigen, dem Unverständlichen. "Ich komme", sage ich zum Schluß.

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Ich fahre nach hause an diesem Abend. Drei große Limousinen hintereinander, wie an einem Seil aufgereiht ziehen wir unsere Bahn auf der linken Spur, pflügen die Straße um. Zwischendurch werfe ich einen Blick auf die Satelliten, und dann denke ich, daß es einem kleinen Vierzylinder, der mit diesen dunklen, langgestreckten Raubtieren auf die Hatz geht, nicht gar so schlecht gehen kann. Die Nadel steht starr auf einer roten Linie, die Satelliten errechnen genau zweihundert, und das alles auf Winterreifen.

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Dennoch, es gibt mir zu denken. Was bin ich, was will ich, das Übliche eben.

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"Für jemanden wie Sie", sagt der Weißhaarige, als ich verlegen in seinem vollgestopften Büro stehe, "für jemanden wie Sie sehe ich kein Problem." Auf einen Notizblock schreibe ich hastig meinen Namen und meine Adresse. Es hat nur diesen Schubs gebraucht.

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Das Mädchen von der Berufsakademie hat für ihre Abschlussarbeit eine Traumnote bekommen, schreibt sie und lädt mich zum Kaffee ein.

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Wo ich mich eben an das stumme Telefon gewöhnt habe, ein kurzer Ton. Mein Engel, und auch hier Kaffee, und Sie sollten einmal sehen, wie ich leuchten kann, wenn mich Engel einladen.

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Kein Nachtreten, stattdessen mühseliges, hartes Schlucken.

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Frei zu sein.

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Sie sieht ängstlich aus und gar nicht gut. Ich sehe sie verstohlen an und denke, daß es viel schlechter kommen kann. Sie sieht mich verstohlen an, und mit gesenkten Blicken schauen wir aneinander vorbei. Was sie denken mag?

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Eine Einladung zur Hochzeit, und wie sie sich freut. Ich sage zu, gefallenhalber, und auch das werde ich ertragen.

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Ich bin so froh, daß es Dir besser geht, mein Freund.

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Am Morgen zehnfaches Nachrichtensignal, das Netz hat wohl einen guten Start erwischt. Leider um vier Uhr morgens, da starte ich ja so ungern.

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Der Moment, in dem man alles versucht hat. Der stumme, schwarze Klotz, und daneben ein fröhlich blinkendes und krähendes Gerät, das zielstrebig und selbstmörderisch versucht, über die Tischkante zu hoppeln.

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Ab und zu, da läuft es. Ich mag zwar meine Sätze nicht, aber sie füllen die leeren Seiten. Ich mag meine Sätze kein zweites Mal lesen. Und wenn ich am Ende eine Datei mit mir herumtrage, wie ich das seit neuestem immer tue, die unverrückbar erscheint, die fertig ist und auf ihre Beurteilung wartet, da gesellt sich zur Freude der Stachel, daß es nicht schnell genug ging. Nicht effektiv genug. Hastig blättere ich die Seiten durch. Arbeit für einen Tag. Für zwei, drei vielleicht, denke ich herablassend und mich gleichermaßen überschätzend. Nicht für Monate. Galle steigt auf, ich rieche saure Milch. Erst der Drucker besiegt stechend diesen Geschmack.

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Ich stoße die letzten Rechnungen an. Nun brauche ich einen Plan zur Auswertung, und dafür brauche ich nur einen leeren Schreibtisch und einige Blätter Papier.

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Wie man ihm die Last ansieht, und an seinen gereizten Kommentaren auch anhört. Keine Aufheiterung, sagt seine Stimme, also höre ich ihm ruhig zu, bis er sich so weit gesteigert hat, daß er sich selbst kaum mehr das Lachen verkneifen kann. Solange Du das kannst, denke ich, solange Du nur das kannst.

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Ein Fohlen.

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Das Lechzen nach Ablenkung. All dies wäre längst nicht so bedeutsam, gäbe es wirklich Bedeutsames. Allein, ich sehe nicht einmal das Wetter von hier. Nur den Einbruch der Nacht bemerke ich, wenn das Licht an Farbe verliert.

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Der saure Magen.

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Irgendwo auf einer Autobahn einer, der mir einen Abriss gibt von denen, die nicht mehr da sind. Wie manche Menschen zu Zentren werden, wenn sich das Netz spannt und an manchen Stellen schon reißt. Sie sind Knoten, diese Menschen, und man muß diese Seile sehr fest halten.

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Hier habe ich einmal gewohnt. Hier hast Du einmal gewohnt. Drei Generationen habe ich hier gekannt.
Eine Wohngemeinschaft braucht einen guten Grundriss, denke ich, um zu funktionieren. Ich denke an den dunklen Schlauch ohne Mittelpunkt, aber man muß ehrlich genug sein, um nicht alles der Architektur anzulasten.

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Ausgemergelt sieht er aus. Fahrig. Ein Fokussierter, ein Zielstrebiger. Da wird es schon mal unscharf an den Rändern.

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Wir tanzen, wir trinken, wir essen. Ich streiche Dir über den Kopf, wo die Haare so kurz sind wie auf meinem. Wir gleichen uns an.

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Ich finde eine Pfanne, werfe vier Eier und Mehl hinein. Tollkühnheit siegt, und Mundraub wird sowieso nicht bestraft, also schauen sie mir entgeistert zu, und irgendwann gehen wir dann auch.

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Erstmals das Bedürfnis, jemanden wiederzufinden.

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Menschen, die hierbleiben. Und ich, der immer nur fragen möchte, ob sie denn zu hause nichts hält. Aber das ist es nicht, ich verstehe das ja. Ich kann es nur nicht fühlen, es reißt mich doch so, dieses Zuhause.

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Aus meiner Tasche fällt eine schwarze Haarklammer, warum auch immer. Ich beschließe, daß dahinter eine Geschichte stecken muß.

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Das Wegsein als Ziel. Nicht der Weg.

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Ich verstreue einige englische Worte, um ihm das Programm zu erklären, und er sieht dankbar aus. Später stellt er sich vor und sagt "Glad to meet you", und man mag ihm das glauben. Wie schnell man Software-Autorität erwerben kann. Wo doch nichts weniger sein kann als das Einlassen auf die Wege, die sich andere ausgedacht haben.

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Nach seinem Vortrag wechselt er gelassen wieder die Schuhe. Es war in Ordnung, sagt er auf Nachfrage, packt seine Schuhe in eine Tüte und ist von jetzt an Ingenieur.
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Mittwoch, 19. 05 10

19.05.10, 21:26 | 'Das Auge des Betrachters'
Der verwirrt um sich blickende Storch, vorsichtig über die frisch abgemähte Wiese staksend, immer wieder mißtrauisch in Richtung des sich langsam entfernenden Häckslers äugend.
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Sonntag, 2. 05 10

02.05.10, 16:39 | 'Das Auge des Betrachters'
Die Frau, die so unbekümmert von ihrer Therapie erzählte. Und von ihrem Ex, der sie dutzendfach betrogen hätte.

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Sie ruft mir vom Fenster aus zu, als ich mit dem Rad vorbeifahre, und eine Minute später sitzen wir zu dritt um den Küchentisch, lachen und trinken.
Irgendwann sind wir zu viert und packen alte Geschichten aus der vorigen Wohnung aus. Noch später hat sie Tränen in den Augen, mein rotes Unglück, und da wird mir bewußt, daß ich noch Radhosen trage. Ich verabschiede mich schnell und lasse die drei weiter trinken.

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Eine Konfirmation ist ja wie Fasching. Der Saal ist überfüllt, alle tragen seltsame Verkleidungen, und die Darbietungen auf der Bühne sind nicht besonders sinnvoll.

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Lieber hundert Kubikmeter Beton rütteln als zwei Stunden in der Kirche zu sitzen. Zwischendurch befürchte ich, wir müssen an Taufe und Konfirmation noch ein schnelles Begräbnis anflicken, weil mir vor Hunger und Kater ganz komisch wird.
Beim Ausmarsch mache ich noch ein wenig Werbung für meinen Schlepper.

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Ich mag ja meine große Verwandtschaft. Aber eher so aus der Ferne.

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Am Tag der Arbeit bastle ich ein wenig Bumms in sein neues altes Auto. Kopfschüttelnd, aber ich bastle. Und der Besitzer ist zufrieden. Zwölffünfzig bitte, danke, Rest ist für Sie.

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"Hört sich an, als wärst Du ein Arschloch. Aber ich mag Dich trotzdem."

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Blondie arbeitet als Stadtjugendpflegerin und versucht, mich für Renovierungsarbeiten einzuspannen. Dabei fällt mir auf, daß Bitte besser funktioniert als Brüste, und das sage ich ihr auch.
Sie schaut an sich hinunter und grinst, daß ihre Chancen dabei ja nur besser werden könnten. Ich werde also die Fenster schleifen, man tut ja sonst nichts.
# |  Rauchfrei | Gas geben

Donnerstag, 29. 04 10

29.04.10, 01:50 | 'Das Auge des Betrachters'


Und diese Geschichte mit dem neuen Sprit, der sich angeblich selbst einsparen soll, die mußte ich ja auch gleich ausprobieren.

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Wir machen ein Schwimmbad daraus, witzeln wir schweißüberströmt, und in der Mitte eine runde Bar mit einem Sonnenschirm.
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