Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.

14.10.16, 22:12 | 'Rage within the machines'
Die zwei Definitionen der modernen Nächstenliebe: Auf der einen Seite der unbegrenzte Zwang zur Hilfe ohne Betrachtung möglicher Folgen für sich und andere. Auf der anderen Seite die eigenen Kinder, deren Erziehung man "Care-Arbeit" nennt und sich empört, dafür nicht selbstverständlich gut entlohnt zu werden. Hach ja.

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Ganz schlimmes Kopfschütteln auch immer, wenn mir einer die Zukunft der Mobilität erklären will. Derzeit die Apologeten der Batteriefahrzeuge und auf der anderen Seite ihre Kritiker. Weder die einen noch die anderen kommen auf die Idee, daß wir auf eine Vielzahl an Teillösungen stoßen werden, von denen keine allein die Welt retten wird, die aber jede für sich an irgendeinem Platz ihre Berechtigung haben mögen.

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Bemerknis am Rande: Keine deutsche Zeitung scheint in der Lage zu sein, einen Bundesratsbeschluß zu lesen. Daß die Zeitung die politische Einflußnahme einer Partei auf eine unabhängige Rundfunkanstalt weniger als ein Jahr später schon als heldenhaften Abwerkampf umschreibt. Daß die Zeitung, die ich nach Böll immer ZEITUNG schimpfen möchte, in der gleichen Ausgabe das "postfaktische" Zeitalter beklagt, das sie selbst mitverantwortet.

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Ich weiß gar nicht, was mich am meisten stört: Daß eine Grundschullehrerin einfache englische Begriffe falsch schreibt und sie somit den Kindern falsch beibringt? Daß sie keine Rechtschreibkorrektur benutzt? Daß sie meint, keine Rechtschreibkorrektur zu benötigen? Daß es am Ende nicht einen der Anwesenden kümmert? Ist doch nur ein Wort, höre ich. Fickt euch, denke ich, sind immerhin zwei Worte.

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Mit wachsendem Entsetzen und geradezu makabrer Lust lese ich die Chronologie der Ereignisse um die Ruine Fukushima nach. Ich weiß nicht, warum, verstehe ich doch nichts von Brennelementen und ihrer Sicherheit.

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Dank des Versandhandels wurde aus meinem Hirngespinst, so etwas zu wollen und meinem sorgenvollen Blick auf die schwache Binnenkonjunktur, für die der Schwabe bekanntlich schuldig zeichnet, da er ja nur spart und nie nix kauft außer überteuerten Berliner Wohnungen, ein Rasierhobel, mit dem ich jetzt ab und an größere Weltkriegsszenarien in meinem kleinen Badezimmer nachstelle.

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Ich sehe das Bild eines leicht mit Schnee überzuckerten Zeltes und bin unglaublich sehnsüchtig nach dem Draußen.

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Und dann kommen sie daher mit ihrer Gleichheit. Nun, wenigstens bemühen sie nicht mehr die arg gebeutelte Gerechtigkeit, allerhöchstens noch das Recht, das blinde Huhn mit der Goldwaage und der Rechenschwäche. Ich erzähle Ihnen mal was: Ich bin einsvierundachtzig, Sie nicht. Das ist nicht gleich, aber deshalb noch nicht ungerecht. Ein Kind bezahlt nur die Hälfte dessen, was ich für eine Bahnfahrt bezahle. Das ist nicht gleich, aber womöglich berechtigt. Und dann ist da ein Knirps, der für sein Leben gern mit der Achterbahn fahren würde, was er nicht darf, weil man dazu einsvierzig groß sein muß, um nicht unter den Sicherheitsbügeln durchzuflutschen. Ich mit meinen einsvierundachtzig darf, mag aber nicht. Das ist höchst ungerecht, aber vielleicht trotzdem ganz sinnvoll, sonst fällt mir, der ich lieber am Boden bleibe, am Ende noch ein Knirps aufs Hirn.
Also nochmal ganz langsam: Gleichheit wird durch Unterschiede definiert. Keine Unterschiede gleich gleich. Gleich aber nicht gleich gerecht, und ungleich auch nicht gleich ungerecht. Und Gerechtigkeit ist ja sowieso etwas Virtuelles, eine Funktion von Irgendwas, was sich schon daran zeigt, daß ich heute noch größer als Napoleon bin, ihm das aber zu seinen Lebzeiten sicher nicht hätte ins Gesicht sagen können, ohne so lange von den Haaren her gekürzt zu werden, bis ich nicht mehr recht gehabt hätte. Recht war mal anders. Recht wird anders. Recht kann man ändern. Oh, und dieses Ding mit dem Sinn, das auch.

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Eine einzige Motorradausfahrt in diesem Jahr, die wir gemeinsam gemacht haben. Schön, sowas.

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Jokerman war eines der Lieder, die mich gerettet haben. Vor allem davor, herauszufinden, wovor sie mich retten mußten. Hey Bob, schrie einer gellend auf dem einzigen Konzert, das ich mir von ihm angehört habe. Hey Bob, immer wieder, und heute schreie ich mit: Hey Bob!

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Ein Sportler erklärt, worüber wirklich in Umkleiden gesprochen wird. Ein Waschweib empört sich über dummes Gewäsch. Erbost spricht der Reeder über all das Gerede. Und ich bin mir nicht mehr sicher, ob ihr mich nun verarschen wollt oder das wirklich so meint. Meine Güte.

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So. Zusammenreißen, jetzt. Alle.

Rauchzeichen




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