Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.

29.01.13, 15:40 | 'Kann Spuren von Irrsinn enthalten'
Zum Mittag sitzen wir beim Asiaten, und wer hätte das noch vor einem guten Jahr gedacht.

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"Besuch ihn doch", sagt sie, als ich von dem Lehrer erzähle, der mich herausforderte und den ich ebenso verehrte wie ich ihn zu treiben glaubte, mit Widerspruch und scharfen Worten und der Unbarmherzigkeit des Jungspundes. Neulich erst hat man mir erzählt, er sei krank, die Frau davon, und eingeliefert in eine Klinik. Aber darauf, ihn zu besuchen, wäre ich nicht gekommen, und so schaue ich sie entgeistert an. Sie zuckt die Schultern, "Wann, wenn nicht jetzt?" Und das widerspricht so sehr meiner Idee vom Funktionieren und davon, seine Wunden allein zu lecken und nur groß und stark vor andere zu treten, daß ich lange schweigend meine scharfe Suppe löffle.

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Allenthalben Jaja und dann doch nicht.

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Für wie wenige Menschen ich den Laden zusammenhalten möchte.

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Noch eine Tanzprobe, noch ein paar Auftritte. Und dann sitzen und stehen wir zusammen in einer Spelunke, in der geraucht wird und die anderen Gäste zerfurcht und gedunsen aussehen. Ich möchte nicht so sein, denke ich und schaue mich um. Hier wirst Du keine finden, lacht es böse in mir, und ich schaue mich noch einmal um. Da ist einer, der auch schon gefunden hatte. Einer, der hierher zurückkehrte. Einer, mit dem ich nicht tauschen möchte. Einer, der über all das nur lacht. Und einer, bei dem auch keiner weiß. Ich grinse, denn das alles heißt nichts.

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Schickt mich zum Pflügen.

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Das kleine Mädchen gibt bekannt, daß es einen Freund hat, und alle beglückwünschen die beiden. Das ist Internet, und vielleicht schwirrt ja nur mir der Kopf von alldem.

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Bühne, Bar und Plakate. Immer wir beiden auf den langen Leitern, und an der Hallendecke hängend, lachen wir uns zu.

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Ich stehe auf der Fensterbank und schaue in mein altes Klassenzimmer. Jetzt aus dem Fenster zu fallen wäre ja auch doof, denke ich und wage mich noch ein wenig vor, um das Kabel zu befestigen.

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Selbstbildnis als pilszapfender Barmann.

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Ach, kleines Mädchen, denke ich, als ich sie lachen und von der großen Welt erzählen höre. Sie hat ihre kleine Schwester dabei, und ich drohe ihr mit dem Finger, als ich sie nach dem Alter frage. Benimm Dich! sage ich lächelnd, und später bringe ich sie in einen Nebenraum, ziehe der sich schwach Sträubenden sanft die Jacke an und begleite sie nach draußen, wo sie sich in ein Auto sinken lässt, gefolgt von ihrer Schwester.

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Ich verkaufe noch an zwei, die erst nicht recht wissen, und dann steht plötzlich ein Mädchen zwischen ihnen, frech und besoffen, und dann wissen sie doch und füllen meine Kasse.

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Eins verschenke ich, als sie schon ausgetrieben werden, und der Sicherheitsdienstler lacht und lässt ihn austrinken. Ich winke, er wankt hinaus.

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Der Moment, als uns die Garderobe entgegenkommt und ich die Kommandos belle. Schrauber, Seile, hier festhalten.

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Lachend hieven wir viel zu viele Bühnenteile auf den Wagen und wieder herab.

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Tagsüber kann ich ja nicht schlafen. Also trinke ich Kaffee und tigere durch den Regen.

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Irgendwo ein paar Jacken, Latten, Kleiderbügel. Reste. Kleinigkeiten. Wie alles.

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Die Warte, von der aus ich betrachte.

Rauchzeichen




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