Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.

25.11.18, 22:35 | 'Das Auge des Betrachters'
Auch in diesem Dorf eine zweite Welt. Die der Angestellten, der Führungskräfte, der Anderen eben. Büromenschen, Lehrer, Erfolgreiche. Es ist nicht alles anders auf dem Dorf. Die Arbeit formt die Weltbilder, oder vielleicht formen auch die Weltbilder die Wahl der Arbeit. Zuversicht allenthalben, so auch heute nachmittag in der Sonne, als ich mit meiner Milchkanne entlang schlendere und begrüßt werde von einer Blonden, Langbeinigen. Einen Tag haben wir miteinander verbracht, vor vielen Jahren, und seitdem mögen wir uns, ohne uns anzunähern. Sie trägt Stiefel und einen Rock und erzählt von dreißig Bienenvölkern, während sie Mann und Kinder im Zaum und am Kragen hält, mit ihrer Stimme lenkt und führt. Ich denke an mein Auto, das nun oben hinter der Werkstatt steht, um einen simplen Fehler zu löschen. Und daß ich TÜV brauche, und vielleicht ein neues Auto. Das erscheint mir groß, riesig, als ein wahrer Rückschlag, mit meinem Studium und der Promotion und der Stelle in der großen Stadt. Sie lacht unbeschwert, erzählt vom großen Haus, und da ist irgendwo noch was, denke ich, als ich durch die tief hängende, müde Sonne nach Hause laufe, die Milchkanne schlenkernd an der Hand, da muß noch etwas sein, was die Welt trennt in die, die vorangehen und die, die Hindernisse bewundern. Ich kann rechnen, wie ich will, es wird mir nicht dazu reichen, und während ich rechne, machen sie einfach.

Rauchzeichen




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