Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.

29.01.15, 14:11 | 'Entwachsen'
Was wohl dereinst bleiben wird von dieser Zeit in der großen Stadt mit der großen Arbeit?
Der verückte Entschluß, der Liebe nachzulaufen? Die ersten Monate in der Altstadt? Das eiserne Verbeißen in den riesigen Brocken Arbeit, den ich nicht schlucken konnte? Das Zurücknehmen bis aufs nackte Leben, ohne Wasser und Wärme? Der Schlag des Verlassenwerdens, wie ich im Parkhaus über dem Geländer hing und zu kaputt zum Kotzen war? Das todeskalte Zimmer, die nackte Matratze auf dem Boden, um mich unendliche Verzweiflung und Einsamkeit? Das Klammern an die kleinen Freuden? Dieses Nichts zwischen der Arbeit und dem Schlaf? Das endlose Eis, durchradelt in Agonie und Wahn? Das um sich schlagende Sterben der Hoffnung, mit Kuchen und Gebäck? Dieses kleine, strahlende Licht in Blond? Der Sommer auf der Wiese, zwischen Pferden und Hund? Das Pendeln mit vollem Kofferraum? Die Kletterei in Hallen und Felsen? Mein Geburtstag, voller Freude? Die Alpenüberquerung, die gemeinsame Reise? Wie ich das kleine Licht verlor? Wie ich in mein Thema fand, in meine kleine Nische? Wie ich veröffentlichte und mir Mühe gab, die in den Weiten der Veröffentlichungen verschwand? Wie ich wieder in ein Loch tappte, auf der Suche nach dem nächsten Schritt? Wie ich mich mit dem Freund betrank? Wie ich an Freunde glaubte, die einfach mit einem Schritt zur Seite verschwanden? Wie ich auf das Blinken des Telefons wartete? Wie ich zweifelte, an allem und jedem? Wie mich die Freiheit verängstigte und wachsen ließ? Wie viel mehr mir freudige Momente wert wurden? Wie ich plötzlich eine ganz andere Stadt im Sinn hatte, mir Laufschuhe kaufte, ein anderes Pferd ritt, eine Lasagne buk und mit leeren Händen dastand?
Was wohl noch kommen mag?

Rauchzeichen




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