Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Dienstag, 27. 01 15

27.01.15, 14:02 | 'Das Auge des Betrachters'
Der Magen rumort noch, rebelliert aber nicht mehr gegen Kaffee und Äpfel.

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Freitagnachmittagsbouldern an der Hochschule auf dem Heimweg. Hätte ich hier studiert, denke ich, als wir duschen, als wir in der Studentenkneipe sitzen, als ich nach Hause fahren. Aber das ist es nicht. Das war einfach nicht ich, damals.

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Eine Runde rennen. Es wird eine kurze Runde, merke ich früh. Mir fehlt noch der Dampf, mir fehlen noch zwei Tage, an denen ich nichts gegessen habe. Dafür soll es eine schnelle Runde werden, und doch werde ich gegen Ende langsamer, steigen die Kilometerzeiten unerbittlich an. Sechsundvierzig Minuten, da bleibt noch einiges zu tun, um die Vorlage zu unterbieten.

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Dein Gespenst, das in meinem Nacken mit mir läuft. Als ob ich Dich dadurch einholen könnte. Wahnsinn ist ja richtig schlimm, wenn er als solcher erkannt wird.

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Wie wir da stehen, trinken und reden, da sehe ich uns als Übriggebliebene, irgendwie, aber heute ist das nicht schlimm. Müde Beine, müder Kopf.

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Auf dem Hof kein Betrieb. Sie sind alle Skifahren, und wieder habe ich was nicht mitbekommen. Gegen Mittag ist die Routine erledigt. Ich lehne das Essen bei den wildgelockten Bauernmädchen ab, ich weiß auch nicht, ich würde das nicht ertragen heute, euer Mögen und eure Anteilnahme.

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Ein Samstag im Haus. Wie seltsam. Ich sortiere Schrauben ins Regal, ich wasche die Felgen und stelle sie endlich ins Netz. Ballast abwerfen, denke ich und senke den Preis.

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Wir treffen uns früh. Wir sind nicht viele, und wieder komme ich mir übrig vor. Dann das blonde Lachen, und ein Zahnspangenlachen, ein Barbielachen, und ich bin hin und weg.

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Wie sie mit mir tanzen, meine Beine stellen, mich geduldig immer wieder anleiten. Mich führen. Ich tanze ja so gern, und dazu muß ich aber immer ein albernes Jackett tragen.

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Da ist einer, den ich mag, und der ist so traurig, daß er trinken muß und sich aufplustern. Ach, denke ich, ich war ja auch mal so. Jetzt kann ich einfach nur noch so traurig sein.

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Hätte, wäre, könnte. Meine unendlich vielen Gründe für ein Wiedersehen, meine Ideen, alles besser zu machen. Mich Dir zu Füßen zu werfen, indem ich mich nicht mehr zu Füßen werfe.

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Wir werden Zwillinge an Fasching sein, das blonde Lachen und ich. Und ich freue mich daran, wie sie mir erzählt von ihren Reisen, von der Arbeit, von der Fortbildung, von allem. Wir sind übrig, wir sind hier, wir tanzen und schwitzen, und dann werden wir noch als Zwillinge gehen.

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Verschneiter Heimweg, spätes Aufstehen.

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Der lange Sonntagslauf im Schnee. Bei zehn Prozent Steigung muß ich gehen.

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Unter der Dusche denke ich übers Rasieren nach. Noch nicht.

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Wir treffen uns an der Therme. Warmes Wasser, und unbemerkt schüttle ich einen Krampf aus. Reden, treiben lassen. Man merkt mir mein Vermissen nicht an, wenn man mich nicht kennt. "Bodycheck" lacht sie, und ich mag nicht angefasst werden heute.

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Auf dem Heimweg telefoniere ich noch, und wenn ich könnte, ich hätte mich längst in diese Stimme verliebt. In dieses kleine Bild, wehendes Haar am Meer.

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Viel Arbeit findet gerade nicht statt. Es ist nur Zeit.

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Endlich darf ich umblättern, endlich dieses Lied von einem Sommer am Meer spielen! Mach langsam, mahnt er, nicht alles auf einmal. Wir spielen uns ein, und ich will, daß meine Finger wollen.

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Umhauen ist der Plan. Die Ferne ein Problem. Anhänglichkeit gegen das Zurschaustellen der Überlegenheit tauschen. Ich bin sehr ruhig an diesem Abend, und ich will diesen Platz nicht entweihen. Liege ruhig da. Fremder Atem widerstrebte mir da.

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Hoffen auf Nachricht. Ich lache mich selbst aus. Vielleicht, denke ich, kommst Du darauf. Auf den, der Dir gut tut. Der mit Dir zieht statt an Dir. Der lacht und trotzdem nicht spielt. Der leidet und bleibt. Mein Lachen wird bitter. Texanischer Trottel.

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Es sind kleine Mechanismen. Ich erwähne das Laufen, das Backen, die Arbeit. Und dann haben sie Angst. Maschine! schreibt eine.

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Genuß des verschneiten Radfahrens.

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Kein Ausweg im Moment.
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