Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.

24.01.15, 16:38 | '10000 lightyears from home'
Wie ich eben aus der Bahn steige, tut es einen Schlag. Kopf auf Blech. Ich sehe mich um, ein Mann liegt auf dem Bahnsteig, an den Zug gelehnt. Ich laufe auf ihn zu, und als er sich nicht aufrappelt, renne ich. Zerre ihn an der Jacke weg vom Zug, damit er sich beim Losfahren nicht verletzt. Dann lasse ich ihn los, der Zug fährt ab. Der Bahnsteig leert sich. Ich stehe unschlüssig da.
Geht es Ihnen gut, frage ich in breitem Dialekt. Er schaut mich unsicher an, und ich weiß nicht, ob er mich versteht. Er trägt schwere Arbeitskleidung und eine Plastiktüte in der rauhen Hand. Maurer, denke ich, vom grauen Staub und den Hosen. Ich frage ihn noch einmal, und er erzählt mir, er sei sehr voll und hätte sein Auto stehen lassen. Zwinkert mir durch die Brille zu. Ich möchte ihm aufhelfen, reiche ihm die Hand. Hoch, sage ich, und er nickt.
Gemeinsam erreichen wir einen Pfosten, an dem er sich festhalten kann. Wissen Sie, wo Sie hin müssen, frage ich, und er lächelt. Voll sei er. Ja, sage ich, das habe ich bemerkt. Und ich hab mich erschrocken, aber das sage ich nicht. Finden Sie nach Hause?
Er stößt sich ab und verschwindet im Dunkel, in Richtung Parkplatz. Einige Meter laufe ich ihm noch nach, dann muß ich abbiegen. Er torkelt, kommt aber vorwärts.
Nun. Komm gut heim, Kamerad, denke ich ihm noch nach und gehe dann meiner Wege.

Rauchzeichen