Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Dienstag, 15. 01 19

15.01.19, 08:55 | 'Blech reden'
Gestern morgen durch den Schneeregen ins Büro geradelt. Um zwanzig nach fünf ausgestempelt, mich dann in die Bahn gesetzt. Nie habe ich ein Buch dabei, wenn ich eines lesen könnte. Wegen einer Streckensperrung kam ich erst um halb neun zur Kostümprobe, die am Bahnhof erworbenen Butterbrezeln waren längst verdunstet. Dieses Ende traf auch ein Bierchen, und im Anschluß wurde ich nach Hause mitgenommen. Dort trifft mich auch sofoort der Schlag, die Eltern räumen aus und um und brauchen dafür alles an Platz. Ich räume also die Räder aus dem Auto - das Räderdrama ist sowieso ein besonderes - und bitte nochmal herzlich darum, nicht jetzt, sechs Wochen vor dem großen Ding, alles wegzuschmeißen, was mir gehört. Ich weiß, daß es trotzdem passieren wird, aber ich kann nun mal nicht alles aufhalten und erst recht nicht alles behalten. Um zwölf bin ich wieder in der großen Stadt. Verbrauch fünfkommasechs, und das mag daran liegen, daß das Auto noch ganz neu ist, zeigt aber den Irrsinn. Mein altes Auto hat auf solchen Strecken vierkommaacht verbraucht, Energieeffizienzklasse unterhalb D, weil zu alt für den Scheiß. Und laut der offiziellen Liste des Kraftfahrtbundesamtes schrammte es gerade mal um ein Milligramm je Kilometer am Euro5-Grenzwert vorbei. Das neue Auto ist ein Hybrid, modernste Technik, Energieeffizienzklasse A mit Sternchen. Besser ist er nicht, auch wenn ich ihm zu Gute halten will, daß es neu und noch etwas ungewohnt ist. Größer oder leistungsstärker als das alte Dieselwiesel ist es übrigens auch nicht, also kein Gewinn. Und vermutlich bei meinen zwei nächtlichen Stadtfahrten pro Woche auch kein Vorteil für die Luft. Man könnte ja zweifeln am Sinn und Verstand, wenn man nicht längst davon ausgehen würde, daß keines von beidem öffentlich verwaltet wird.
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