Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Dienstag, 7. 01 14

07.01.14, 21:08 | 'Buchstaben ueber dem Bett'
Das Fest, zu dem ich ein Kochbuch bekam.
# |  5 RauchzeichenGas geben


07.01.14, 08:18 | 'Der Vollstaendigkeit halber'
Das Übliche. Neu ist nur, daß mich der Verlust an Urlaubstagen stört, wenn man mit feiertagszerzausten Wochen aber auch gar nichts anfangen kann. Die Familie fordert den traditionellen Tribut, und in dessen Entrichtung finde ich mich immer schlechter. Der Streit und Ärger zwischen Menschen, die sonst durch ihre Arbeit voneinander abgehalten werden, eskaliert durch erzwungene Nähe, Ruhe und Frieden. Kommt dazu noch eine körperliche Einschränkung, die Rollen und Pflichten durcheinanderbringt, dann steht der Texaner an den stallfreien Feiertagen gegen Mittag im Dönerladen und wünscht sich die eigene Wohnung in das Heimatdorf. Denn der beste Rückzugsraum taugt nicht, wenn er achtzig Kilometer entfernt ist.

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Mal wieder Computersachen gemacht. Mit UEFI gebastelt, an IDE-Laufwerken Jumper gesteckt und mit vereinten Kräften ein Macbook Air ge- und verkauft. Also weder noch, aber ich habe mehr mit dem Verkäufer als mit der Käuferin telefoniert, um ihn davon in Kenntnis zu setzen, was sie braucht und sie davon abzubringen, was er ihr empfohlen hat. Am Ende ein Macbook Air, und ich sehe jetzt schon auf mich zukommen, daß ich mich nun auch noch mit MacOS beschäftigen darf. Wenn man mal geflissentlich übersieht, daß ich das OS/2 Warp zwar ausgepackt, aber nie installiert habe, bin ich dann hiermit durch.

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Eine Menge Fahrradwerkzeug bestellt, das dann nicht geliefert wurde. Stattdessen bekomme ich ab und zu Mails, daß sich der "Status" irgendeines Artikels geändert habe. Es hängt wohl, wenn ich den Tabellen hinter der eine pfeilschnelle Lieferung anpreisenden Werbung glauben darf, am Lenkerband. Dafür kann man schon mal einen Kunden drei Wochen warten lassen.

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Ein dritter Händler ist nicht in der Lage, mir über das Amazon-System eine Rechnung zu schicken. E-Mail-Adresse wurde entfernt. Bald habt ihr mich soweit, daß ich in Läden gehe, ey. Und die Unterhemden sind auch nicht lieferbar.

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An einem Tag sitze ich morgens um kurz nach sechs in einem Dorf an der Autobahn, um schließlich kurz vor sieben eine Dame zu umarmen, ihre Ski in mein Auto zu werfen und zum Lift zu düsen. Die Verspätung ist ihr peinlich, einen Korb bekomme ich trotzdem.

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Überschussliebe.

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Ein bißchen Stall, ein bißchen Hof. Eine Bestellung, und sowas klappt bei meinen schwäbischen Sparfüchsen sowieso nie. Dann doch. Kein Donnerwetter, weil ich zehn Meter Kabel zuviel bestellt habe.

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"Spar Deinen Urlaub lieber", sagt er, als ich vom Fliegen erzähle, wir bauen dieses Jahr. Und ich freue mich schon mehr auf Beton und Stahl, als ich mich auf Inseln freue.

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Das Jahresende ist seltsam, denn ich bin unbekannt und nüchtern. Nachts schicken sie noch Bilder aus dem Krankenhaus.

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Siebenundsechzig Kilo, sagt die Waage in der fremden Wohnung.

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Eine Nacht sitzen wir im Auto, und da flammt es wieder auf, das Feuer für den Engel, der da sitzt und neben mir weint. Wir brechen auf in Richtung Innsbruck, mitten in der Nacht, und eine Stunde später stehen wir ganz woanders auf einer Brücke, schauen ins Wasser und fragen Menschen nach dem Weg zu einer Bar, die wir nicht kennen.

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Die "Besser-als-nichts"-Attitüde an mir.

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Wir treffen uns am Brunnen in der Stadt, trinken einen Kaffee und ein halbes Apfelschorle, dann kochen wir Bohnen mit Speck, schauen Videos von verrückten Sportlern und trinken Wein. Ihre Wohnung ist hoch und hell und duftet noch nach der Ente vom Mittagessen. Zwei Tage später breche ich auf, früh um fünf, und dufte noch nach ihr.

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Musik und Burn-Out und eine sehr fremde Sprache.

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Demnächst ist Fasching.

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Geh oder verreck, denke ich irgendwann, und für jeden anderen wären die Zeichen wohl längst Zaunpfähle gewesen, und ich erwarte noch einen Klaps für einen Kuss.

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Wie sehr ich verinnerlicht habe, nicht zu handeln, um nicht zu verletzten. Dabei macht Bewegung Freude.

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Dann liegen wir da, kreuz und quer und langsam abkühlend, und finden Ähnlichkeiten heraus. Contenance, denke ich, und "Contenance" sagt sie.

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Dieses Internet ist ein ziemlicher Hammer.

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Man muß keine Schritte gehen. Manchmal kann man springen. Ich kann doch auch Fahrrad fahren, ohne mich Monate wie ein Sportler zu ernähren. Ohne diese Hingabe, ohne dieses Aufopfern. Ich will doch nur radeln. Dann kann ich in der Zeit, in der ich nicht radeln will, anderes tun. Schach zum Beispiel.

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Schach ist für mich eine Quälerei. Und eine Sucht. Ich spiele gern, ich hasse meine Fehler, und offene Züge finde ich ganz furchtbar. Beim Schach gegen den Rechner lerne ich schneller, denke kälter und kann zur Not auch mal zwei Züge zurück. Wollte ja nur mal was ausprobieren.

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Die Blechtür, die Blechtreppe, der offene Gang vor den Appartements, und ich komme mir sehr amerikanisch vor. "Ich habe Dir die Post mitgebracht", sage ich.

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Meine "Bis-auf-Weiteres"-Attitüde.

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Manchmal kotze ich mich selbst sehr an.

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Ich kann Büro. Aber nur halbtags.

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Die Bäume sind noch nicht geschnitten, die Steuererklärungen noch nicht gemacht. Frohes Neues, dann mal los.

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Ich schreibe und warte, und dann warte ich nicht mehr. Ab und zu brummt es, aber da bin ich nicht willens und nicht fähig, und dann sind es alle und noch ein paar, die geantwortet haben. Warten ist der Fehler.

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Ich sortiere Mails, und weil mir nichts Besseres einfällt, nach Jahren. Ein paar lese ich, weil sie automatisch geöffnet werden, und dann schreibe ich "Erinra Hunawihr"?, wie ich das vor Jahren versprochen hatte. Die Adresse ist vielleicht tot, die Nummer schon lange. Es bleibt mir, nur alles Gute ins Dunkel zu wünschen.

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Gekannt gehabt haben ist ja auch so ein deutsches Ding, das ich erst jetzt herausfinde. Manche gehen ganz.

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Ich schreibe ein Datum und "Wow. Sehr wow." aus einer Zeit, als eine noch glaubte und ein anderer noch Romantiker war. Bleib Romantiker, antwortet die eine, und ich glaube weiter.

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"Anschluss finden" ist ein Problem und eine Herausforderung, aber ganz sicher kein Makel. Ich lerne ja doch noch.

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Ich mag es, wenn schnaubend Gefallen gezeigt wird.

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Eine Tochter bekommt Unterwäsche vom Freund, und dessen Freunde die Bilder. Ich sitze dann lange und überlege, ob ich verzweifelt sein soll. Aber der Durchsatz ist ein Segen: Was nicht aufgetrieben wird, geht unter. Und in wenigen Wochen wird sie sicher wieder aus dem Haus können.

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Wo ich überall Zahnbürsten haben sollte. Im Auto eigentlich.

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Dann plötzlich das Traumauto. Probefahrt demnächst. Los jetzt, es ist doch nur Geld!

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Der Verkäufer entschuldigt sich, überweist und schickt Neues. Daß zwar kaum mehr ein Einkauf auf Anhieb klappt, sich aber alle bemühen ist doch schon ein Fortschritt. Hoffe ich.

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Der Urlaub ist vorbei, und ich nehme meine Schmutzwäsche wieder mit. Die Richtung hat sich geändert, die Wäsche bleibt gleich, ich fühle mich besser. So einfach ist das, aber das Ziel, ohne Wäsche zu reisen, habe ich nun so gar nicht erreicht. Stattdessen sitze ich mit der letzten Hose im Büro und hoffe, daß niemand bemerkt, daß man die Hosenbeine abnehmen kann und eigentlich Wanderschuhe dazu trägt.

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Überhaupt Schuhe: Daß Spezialkleidung etwas sehr Deutsches ist, wird mir erklärt, und mit meinen Sommer- und Wintergummistiefeln, mit meinen zwei Paar Fahrradschuhen für SPD und CB, mit meinen Surfschuhen und Laufschuhen im Kopf kann ich nur zustimmen. Weniger Schuhe, denke ich, aber meine Arbeitsschuhe sind nicht mehr dicht. Für den Sommer tun sie es sicher noch, aber für den Winter bräuchte ich...

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Ich werde dies nicht ändern, sondern durchstehen, auf ewig, und mich daran zur Freude zwingen, weil dies die einzige Freude ist, die ich machen kann.

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Siebenunddreißig Urlaubstage verbleibend.

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Ich und die kleinen Gordischen Knoten.
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