Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Mittwoch, 6. 11 13

06.11.13, 12:35 | 'Der Vollstaendigkeit halber'
Das lange Stalldienstwochenende.

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Daß ich wenig verdiene, stört mich nicht besonders. Ich weiß es, aber es hat keinen Einfluß, denn ich arbeite gern. Ich sehe auch meine Vorteile, schätze sie. Es ist die Relation, die mich stört. Daß man wohl von oben jammern muß. Daß man sich wohl nehmen muß, daß man sich bewußt sein muß.

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Kochen in fremden Küchen.

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Statt Kino ein Film, und das zeigt mir wieder, wie schlecht ich Menschen einschätzen kann. Ich hätte wohl bis Sankt Nimmerlein gewartet.

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In völliger Dunkelheit.

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Manche halten sich ja nicht einmal fest mit ihren Händen.

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Der Genuß des fremden Momentes. Und wie ähnlich wir uns da sind, fällt mir erst viel später auf.

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Es ist ein Hin und Her. Und daß mich das Fahren stören wird. Ich bin doch mit zwei Plätzen schon überfordert. Jetzt freut es mich noch, ich organisiere mich ja gerne. Ich bin gern beschäftigt. Das ist der Trick, möchte ich denen immer sagen, die mich unleidig anschauen, wenn ich schon wieder nicht stillsitzen kann.

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Zwei Decken, zwei Kissen.

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Routine im Stall, und wie ich den sauberen Silostock mag. Nach einigen Stunden mit Gabel und Schaufel sind die Silos so, wie ich sie haben will, und so lange ich füttere, weiß ich, daß sie auch so bleiben werden. Die wenigen schnellen Handgriffe mache ich gern.

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Voran, voran, und am liebsten hätte ich zig Meter Edelstahlwinkel schon da. Schneiden, schrauben, basteln. Leider ist das Material noch nicht einmal bestellt, und darüber schwimmt noch ein guter Meter Gülle.

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Wie meine Freunde lächeln, als ich auftauche. Als wir auftauchen. Wie sie das Richtige sagen, um mich als guten Freund, als guten Menschen zu zeigen. Wie ich aufglühe in der warmen Luft dieser Worte.

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Ich fasse mir ein Herz. Ja, sagt er, und daß er sich schon lange wundert.
Später erst wird mir klar, daß man fragen muß. Daß einem niemand nah genug kommt, nie näher als sich selbst. Es ist Handel, es geht um Geld. Und es reicht noch immer nicht für die Miete. Es ist der Spaß, den ich mir monatlich einkaufe. Zu dem ich mich durchringe, was mir leicht und leichter fällt. Den ich mir erkaufe mit Kraft und Arbeit und Zeit.

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Man kann ehrlich sein und trotzdem nicht alles sagen. Man kann doch nicht alles sagen, nicht alles auf einmal. Man kann doch niemanden dadurch begreifen, daß der alles sagt. Was Du sagst, soll wahr sein, und was Du nicht sagst, soll das Wahre nicht unwahr machen.

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Ein Rennrad.

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Ein starker, gebräunter Rücken.

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Wir sind behutsamer mit unseren Herzen als mit unseren Körpern, und das bin ich ja auch nicht gewöhnt.

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Vom Stall ins Büro. Vom Büro in die Kletterhalle. Von dort ins Bett. Waschen, putzen, das Bett beziehen. Wieder Büro. Bei so einem normalen Leben kann man sich nie hinsetzen, oder?

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Zur Radtour in die Kälte muß ich mich auch überwinden. Umso mehr bin ich glücklich, draußen zu sein. Mit kalter Nase auf der Alb, mit Gegenwind bergab.

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Drei Tage, ein Overall.

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Allerhand Routinen. Allerhand Arbeit.
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