Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Sonntag, 26. 02 12

26.02.12, 15:51 | 'Single Trails'
Schönes Wetter, denke ich, als ich aufwache. Nach einer durchzechten Nacht, mit einer Flasche Wasser und einigen Büchern, die man nicht aus der Hand legen kann, komme ich mir so alt vor wie selten.


Und ein Schokoriegel!


Ich muß aufs Rad! Und ich muß zugeben, daß das mit dem schönen Wetter ein wenig - nun ja - geschönt war. Was solls. Immerhin gefrieren die Tropfen nicht an der Nase, sondern erst im schniefend freien Flug.


Ich finde den Weg, ich kenne mich hier aus. Und da war noch dieses neue Telefon - ich streichle es kurz und vergewissere mich, daß das hier auch tatsächlich ein Weg ist.


Aber ich muß doch, ich will doch, und was für Gefahr?


Eine waschechte Klamm, und noch ein gutes Stück vereist. Da wollte ich hin, ich weiß nur noch nicht, wieso.


Der Bach hat ein Weilchen gebraucht, um so tief hinabzusteigen. Wenn ich mir so meine Reifen und die Eisbrocken anschaue, könnte ich das deutlich schneller schaffen.


Also zu Fuß weiter.


Treppen! Welch Abenteuer! Der Sage nach hat hinter den Stufen mal einer einen anderen im Berg eingesperrt, weil die zwei sich irgendwie in die Haare geraten sind. Und bei Schneeschmelze fängt er da drinnen jetzt an zu heulen. Aha.
Viel näher komme ich der Geschichte auch nicht mehr, weil vorne alles noch vom Eis überwuchert ist. Ich kann den Teufel schreien hören, aber sehen kann ich ihn nicht. Muß ja auch nicht jeden Tag sein.


Stattdessen lasse ich mich auf dem Heimweg noch über die freizügig-wahllosen Sexualpraktiken in der nahen Stadt aufklären. Die Folgen nimmt man hier also wissend in Kauf und handelt entsprechend, überfährt eben kein Kind, schließlich weiß man ja nie. Der Pragmatismus gefällt mir hier.


Aber ich habe mein Herz ja schon längst verloren. Und trage dafür ein anderes bei mir. Fairer Tausch.
# |  4 RauchzeichenGas geben