Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Freitag, 18. 01 13

18.01.13, 12:23 | 'Radiergummifitzelchen'
Und wie das immer so ist mit dem Vorgenommenen und dem, was dann davon übrigbleibt, und wie selbst das noch genug ist, um mich nicht zu dem kommen zu lassen, was ich eigentlich tun wollte. Da schauen mich Bücher aus dem Regal an, da ist immer noch die Musik, die Interessen, die Ideen, und das wollte ich doch auch noch mal ausrechnen und erledigen und anschrauben, und vielleicht sollte ich mich mal ordnen, vielleicht geht ja nicht mehr, vielleicht will ich ja nicht wirklich mehr, vielleicht ist "würde gerne" völlig ausreichend.

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Man muß die Leute doch kennenlernen, denke ich mir, und dann sehe ich sie plötzlich, in einem Moment, aus einem Blickwinkel, im besonderen Licht, als alte Männer und Frauen, und da schrecke ich zurück irgendwie, als dürfte ich das nicht sehen, als dürfte ich nie so sein.

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Wie gern ich an der Eleganz meiner Bewegungen arbeiten würde.

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Irgendwas wie ein Nachttisch. Ein Buch, eine Lampe, die Brille, das Telefon.

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Irgendwas mit Musik. Meine Musik kommt vom Telefon, kommt digital, kommt von CD. Das hätte ich gern, und dann stöbere ich ja, weil es mir keine Ruhe lässt, daß es sowas zu kaufen gibt, gleich nebenan im Supermarkt, und ich lasse es nur stehen, weil ich den Karton nicht auf dem Rad durch den Schnee fahren kann, und da bin ich auch schon verloren.
Der Hersteller in der Heimat hat schöne Regallautsprecher, klein und fein, und an den Meinungen dazu kann man sich ja totlesen.
Dann gibt es da einen Receiver, einen kleinen Marantz, der das alles kann, und Kassengeräusch, alles zusammen tausend Euro, das will ich dann doch nicht, denn wohin damit in zweieinhalb Jahren? Einen Plan gibt es noch nicht, ich weiß doch nur, was ich dann nicht mehr will, und das ist dieses kleine Zimmer und diese große Stadt alleine, und wie sollte ich da Boxen kaufen oder einen Receiver, wo ich doch nicht weiß, wie ich Musik hören werde in zwei, drei Jahren, wenn mir keiner mehr CDs verkauft und ich aber doch Daten samt Träger haben will, denn sonst muß ich das ja selber kaufen und mich darum kümmern, und an sowas denkt ja immer keiner.
Ich kaufe also irgendwann billig, flach und mit genau dem, was ich haben wollte. Musik per Funk, digital oder von CD. Und sowas kann ich mir immer irgendwann in die Werkstatt stellen, die ich so bald nicht haben werde.

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Ein Stabmixer, und immer, wenn ich zwangsweise mal Zeit habe, kaufe ich ja. Also Kartoffeln, Zwiebeln, Gelbe Rüben, und nächste Woche ist Suppenwoche, beschließe ich.

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Bilder wollte ich mal drucken lassen. Nächste Woche.

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Irgendwas mit dem Bett. Ich habe noch das alte Foto im Kopf, das ich mal bekommen hatte, mit "Lass uns sowas mal haben", und da liegen schon die Skizzen, mit langer Schublade für Bett- und sonstiges Zeug, mit Fußplatte gegen kalte Füße beim Aufstehen, mit Strom und Licht und was man so nicht braucht, und vor allem mit dem Regal, in dem man angeln kann, vom Bett aus, nach den paar Büchern, aus denen man blind aussuchen kann.

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Irgendwas mit dem Auto. Vermisst habe ich es selten, gebraucht gar nie. Mussten andere fahren, musste ich laufen, musste ich eben radeln. Es ist nicht besonders umständlich so, weil ich mich so viel nun auch nicht bewege, beziehungsweise gern, da macht es mir nichts, zwei drei Kilometer zu laufen. Jetzt ist der Führerschein wieder da, und ich muß mir mal notieren, wo ich noch hin wollte. Vielleicht muß man nur mehr hinwollen, was weiß denn ich.

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Wir sind sehr gut darin, Opfer zu sein.
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Montag, 5. 11 12

05.11.12, 12:58 | 'Radiergummifitzelchen'
An der zweiflügeligen Tür zum Bürogebäude ist seit heute ein lebensgroßes Transparent angebracht. Es zeigt links einen halbierten Anzugträger und rechts einen halbierten Polohemdenträger mit Kind auf dem Arm. "Arbeit und Familie vereinen" steht da.
Die Flügel weichen automatisch zurück, als ich mich der Tür nähere, und zerreißen die Hälften.
Sie lachen zurecht, und wir lachen auch. Und irgendwas mit Hohn.
# |  Rauchfrei | Gas geben

Donnerstag, 20. 01 11

20.01.11, 11:44 | 'Radiergummifitzelchen'
Um das alte Telefon mit der neuen Karte auszuprobieren, hätte ich fast ein neues Rad gekauft. Der Spareffekt wäre damit wohl beim Teufel gewesen. Außerdem habe ich neuerdings Empfang im Büro. Das führt dazu, daß ich wesentlich weniger am Fenster stehe. Was mich wiederum nicht produktiver macht, da das Telefönchen eben ab und zu brummt und in der Schublade um Aufmerksamkeit klappert. Ein untergelegtes Taschentuch schafft Abhilfe. Soviel zur Kommunikation.
Und: Falls Sie noch meine alte Nummer haben: unter der bin ich noch einige Zeit erreichbar und unter eben dieser kann meine neue erfragt werden.
# |  2 RauchzeichenGas geben

Freitag, 5. 11 10

05.11.10, 08:54 | 'Radiergummifitzelchen'
Wenn ich wüsste, was die männliche Form von Migräne ist, wäre ich heute zuhause geblieben.
# |  1 RauchzeichenGas geben

Montag, 18. 10 10

18.10.10, 10:49 | 'Radiergummifitzelchen'
Die besten Wochenenden sind ja die, an denen man den Geldbeutel im Büro vergessen hat und das erst am Montagmorgen bemerkt.

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Man kann sich vom Samstag auf den Dienstag zufreuen.

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Man gewöhnt sich an Pfefferminztee im Büro leichter als an den Automatenkaffee. Wird wohl auch gesünder sein.

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Da ist man sechs Wochen lang gücklich, nicht mehr die hundertsechzig Kilometer in die große Stadt hetzen zu müssen, und dann ist man glücklich, weil man die hundertsechzig Kilometer in die große Stadt fahren darf.
# |  Rauchfrei | Gas geben

Freitag, 5. 03 10

05.03.10, 00:44 | 'Radiergummifitzelchen'

Der festsitzende Bremssattel.
Die feste Planung: Bremsen am Donnerstag, Rad am Freitag, Moped am Samstag, und nachts dann Pflügen. Darin ist keine Frage und kein Feierabend.


Der Übeltäter.
Die Führungsbolzen habe ich beim Tausch der Bremsscheiben und -beläge selbstverständlich nicht getauscht. Wozu auch.

Jetzt habe ich endlich die Gelegenheit, all mein Wissen über festsitzende Schrauben anzuwenden. Die beiden am Sattel sitzen fest. Sehr fest.
Anklopfen, ein Schlüssel, zwei Schlüssel, Rohrverlängerung, Schlagschrauber, Rostlöser und Kältespray: nichts. Dann eben nur die Bolzen, und dazu Kupferpaste. Kupferpaste ist mein neuer Liebling.
# |  Rauchfrei | Gas geben

Dienstag, 13. 10 09

13.10.09, 09:25 | 'Radiergummifitzelchen'
Und wie ich da so vor mich hinfuhr, zwischen verlassenen Hallen und toten Einkaufstempeln - Tempel des Einkaufs, man stelle sich vor! - und ich war ja nur hier, um der großen Straße auszuweichen, und der Rest war zu gleichen Teilen Treibenlassen und das gewiefte, grinsende weil könnende Ausweichen, um nicht hinter Autos herfahren zu müssen, ich war ja so ziellos, und am Straßenrand eine große Tafel, "Leberkäse" stand da, und "Industrieverkauf", und ich konnte mir nicht vorstellen, wozu man dort auch nur einen einzigen Parkplatz braucht. Sie sind aber doch da, und das ließ mich sehr elend werden, und irgendwie erhaben.

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Ein Supersportwagen, hinter dem sich ein automatisches Tor schloß. Traurig sah er aus.

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In der großen Stadt bauen sie eine Moschee. Säulen, Fenster, die Kuppel, und an einer Ecke ein Rolltor. Eine Garage. Waschcenter, steht darauf, und dieser Pragmatismus gefällt mir. Eine Priestergarage gefiele mir besser, aber man kann ja nicht alles haben.
# |  Rauchfrei | Gas geben

Freitag, 4. 09 09

04.09.09, 13:06 | 'Radiergummifitzelchen'
"Für pi wird der Wert von 3,1416 eingesetzt.
Unsere liebe Stvzo, hurra.
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Dienstag, 28. 07 09

28.07.09, 14:36 | 'Radiergummifitzelchen'
Daß ich seit einiger Zeit konsequent verweigere, mir völlig humorfreie Vorträge über "typisch männliche" Verhaltensweisen anzuhören, das dürfen Sie getrost als "typisch männlich" verbuchen.
# |  Rauchfrei | Gas geben

Mittwoch, 24. 06 09

24.06.09, 15:18 | 'Radiergummifitzelchen'
Man kann erst behaupten, sich in einem Unternehmen auszukennen, wenn man weiß, welcher der vielen Kaffeeautomaten so kalibriert ist, daß er den Plastikbecher randvoll macht. Die nächste Stufe erreicht, wer es schafft, den Kollegen stets an die danebenstehende Maschine abzudrängen, die dank Überfüllung für verbrannte Kollegenpfoten und befleckte Kollegenhemden sorgt.
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