Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Mittwoch, 30. 01 19

30.01.19, 15:54 | 'Maschinen bauen, Mensch bleiben'
Ein seltsam pragmatischer Moment, das Versenden der ausgedruckten, unterzeichneten und wieder digitalisierten Kündigung.
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Mittwoch, 23. 01 19

23.01.19, 20:56 | 'Maschinen bauen, Mensch bleiben'
Jetzt, da sie nur noch auf eine kurze Frist die meine ist, verstehe ich meine Arbeit endlich, oder glaube es zumindest. Es ist das Gewirr aus Ideen und Unklarheiten, das ich wie ein Knäuel in die Hand nehmen muß, ob mir das Garn nun gefällt oder nicht. Dann gilt es, die Fäden zu entwirren und zu verfolgen, denn alle sind sie verflochten miteinander, und sie führen zu Fragen, die zu beantworten sind, und hier ist die Aufgabe zunächst, die Antwortenden zu finden und dann die Antwort in den Faden hineinzuknoten. Ein Schleifchen hier, ein Schleifchen da, und am Ende hat man ein fein gewirktes Netz in den Händen, mit viel Mühe aus dem Knäuel erzeugt, und meist steht dann da jemand, der einem ebendieses in die Hand gedrückt hat und befindet, ihm gefiele das Garn nun auch nicht mehr. Das Netz fällt zurück zu den anderen Knäueln, und hebt man das nächste auf, so ist es doch auf wundersame Weise schon mit dem hübschen Netz verbunden, und deshalb sind auch die fallengelassenen Netze nie sinnlos, auch wenn sie oft zum Lachen sind.

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Es tut mir sehr leid, diese Arbeit und diese Arbeitsumgebung verlassen zu müssen. Ich muß nach Hause, hämmere ich in meinen Kopf, und meist glaube ich mir das auch, ich alter Zauderhansel. Größer will ich wachsen, sage ich mir, mich nicht zufriedengeben mit dem Hier und Jetzt und dem Unbefriedigenden.

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Wir werden sehen.

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Ein Wunder auch, wie wenig ich mich selbst kenne, wie anders ich an jedem neuen Tag bin.
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Mittwoch, 12. 12 18

12.12.18, 13:51 | 'Maschinen bauen, Mensch bleiben'
Ich habe mir noch keine berufliche Entscheidung derart schwer gemacht.
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Sonntag, 15. 04 18

15.04.18, 18:28 | 'Maschinen bauen, Mensch bleiben'
Nach einer rasanten ersten Motorradausfahrt des Jahres angenehm zerschlagen vor mich hin geruht. Das bekommt mir nicht, und so fand ich mich spontan dabei vor, wie ich nach defekten Streicheltelefonen suchte, um meinem langsam Dahinsiechenden einen würdigen Abschied zu ermöglichen. Da war auch gleich ein Angebot, dazu ein neuer Akku und ein neues Streichelglas und ein Abend Zeit - ich konnte mich gerade noch so losreißen, um mich auf mein Ungemach mit dem Telefon zu besinnen: Der kleine Deckel am Ladeschacht hält nicht mehr. Und die Kamera, ach ach. Die Bilder verwaschen und furchtbar unscharf vor lauter Dreck hinter der Linse. Ein Jammer, weil ich damit keine Bilder mehr machen mag und somit auch kaum mehr welche hier zeigen kann. Das letzte Traktorenbild - eine Ewigkeit ist das schon her, und ganz so verzweifelt ist meine Lage nun wirklich nicht, habe ich doch den Freitagabend mit Gülle und Glück und Geruch verbracht. Vielleicht liegt der Dreck auch nur hinter der Abdeckung, weil ich beim Akkutausch ein wenig geschlampert habe? Ich gebe dem alten Gerät also noch eine Chance und versuche mich erneut an einer Reparatur. Diesmal soll eine neue Rückwand helfen, deren Glas hoffentlich noch weniger Kontakt zu Schrauben hatte als meine. Ich sollte, denke ich dann, vielleicht öfter meine Weste tragen, in deren Brusttasche das Telefon ein Plätzchen hat, damit die Schrauben in den Hosentaschen nur mich piesacken können, und nicht das empfindliche Glas. Doch aus der Weste springt das Telefon aufgrund seiner Form - dem Namensbestandteil Compact hohnlachend - gern heraus, wenn ich mich bücke, was seiner Gesundheit nun auch nicht besonders gut tun wird. Ich sehe mich kurz zurück nach dem alten Telefon mit dem Metallrahmen, bin dann aber doch zu feige, um auf allzeit bereites Internet zu verzichten. So sei es nun, mit neuem Deckel und einer scharfen inneren Reinigung hoffe ich auf einen neuen Sommer mit scharfen Bildern und intaktem Glas. Sechsfünfzig also, und was für ein innerer Kampf!
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Donnerstag, 9. 11 17

09.11.17, 18:17 | 'Maschinen bauen, Mensch bleiben'
Erste Male: Eine Frage bei einem Versandhandelsunternehmen an andere Käufer eines Produktes gestellt. (Ich möchte keine metallene Leselampe am Bett, die ohne Schutzleiter angeschlossen wird.)

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Mein kleiner Neid gegenüber dem, der einen 3d-Drucker besitzt und wundervolle Halterungen für allerhand Lampen auf Helmen und Vorbauten herstellt. Sehr schön mit Artikel- und Versionsnummern in einer wunderbaren Tabelle als PDF. Guter Ingenieur, denke ich da verschämt mit meinen seltenen Fresszetteln, die ich irgendwo immer mal wieder zum Fräsen abgebe. Überhaupt: eine Fräse, das wäre das Größte.
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Dienstag, 24. 10 17

24.10.17, 19:55 | 'Maschinen bauen, Mensch bleiben'
Der Kohlenstoff, der fest und flüssig im Boden gebunden, und von da an durch Verbrennung ins Gasförmige und dadurch in die Luft und neuerdings in aller Munde befördert wird, der hat ja seinen Kreislauf schon: Die Pflanzen wachsen, die Tiere wachsen, und sie gehen den Weg alles Irdischen, werden zu Staub und versinken schlußendlich im Boden. Allein - dieser Kreislauf ist aus dem Gleichgewicht gebracht worden, durch den Menschen, durch seine Technologien. Warum also nicht neue Technologien suchen, die den Kreislauf so abkürzen, daß man die langsame Werdung von Kohle und Erdöl einfach überspringt, indem man aus dem Gas durch den Einsatz von Ingenieursgeist und allerhand anderen quasi unerschöpflichen Energien wieder eine Flüssigkeit macht, die als Energieträger dienen kann? Daran versucht sich seit einiger Zeit das Projekt "Kopernikus", und ich würde nur allzu gern daran teilhaben. Leider habe ich allerhand anderes zu tun, um den Verbrauch flüssiger Energieträger wenigstens möglichst effizient zu gestalten, und kann daher auch nur zusehen und staunen.
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Dienstag, 5. 09 17

05.09.17, 17:40 | 'Maschinen bauen, Mensch bleiben'
Noch einmal den Text weggeschickt, den nach der Lektorin so langsam auch ich selbst nur noch "das Manuskript" nenne. Es geht in die Details, und deshalb verbringe ich Nächte damit, Kapitel zu erzeugen, die keine Kapitel sind, im Inhaltsverzeichnis aussehen sollen wie Abschnitte, aber bitte dann doch mit dem Einzug der Kapitel, und wenn es geht, ganz vorne im Verzeichnis. Nein, nicht, wenn es geht. Das muß. Und so muß auch ich, gerade. Nun. Wird mir wenigstens nicht langweilig.
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Dienstag, 11. 07 17

11.07.17, 17:42 | 'Maschinen bauen, Mensch bleiben'
Noch etwas sprachlos und spannungslos. Wie das so ist nach großen Anstrengungen. Auf zu neuen Ufern. Was nun? Der rastlose kopf hat noch tausend Ideen. Urlaub mit dem Rad. Ein Lehrauftrag. Konferenzbeiträge. Überhaupt mehr Rad. Und auf der letzten Folie war ein Traktor. Wie sich das gehört. Von solchen, sagt der Vorsitzende danach, von solchen hatte er schon mal einen, da ist der Traktor ein Spielzeug und Traktorentage sind Spieltage. Ja, denke ich und stoße mich von der Wand ab. Mehr Spieltage.
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Montag, 30. 01 17

30.01.17, 08:51 | 'Maschinen bauen, Mensch bleiben'
Ich verspreche mir hiermit, meinen nächsten Arbeitsvertrag, dessen Ankündigung als "Standard" ich hier in höhnische Anführungszeichen setze, genauer zu lesen.
# |  1 RauchzeichenGas geben

Dienstag, 1. 11 16

01.11.16, 16:46 | 'Maschinen bauen, Mensch bleiben'
Es ist ein offenes Rennen mittlerweile, zwischen den aufblitzenden Resten meiner Motivation, meiner nachlassenden Kraft und meiner zerfurchten und zähneknirschenden Zähigkeit auf der einen Seite und diesem Text auf der anderen. Wer hätte das gedacht.
# |  1 RauchzeichenGas geben

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