... Vorwärts fahren
02.11.26, 19:56
Ich habe mir ein Interview angehört, mit einer ehedem Klimabewegten, die sich auf ihre etwas älteren Tage nun auf die Erklärung einer Jugendbewegung verlegt hat. Tatsächlich konnte sie für mich überzeugend darlegen, daß dies eine sinnige Entwicklung darstellt. Und auch zum eigentlichen Thema waren ihre Ausführungen Denkanstöße, auch wenn ich den Wortlaut nicht mehr zusammenbekomme und auch nicht mehr nachhören kann. Ich finde es in der Menge der Zitate schlicht nicht mehr, und ich entschuldige meine mangelnde Aufmerksamkeit mit meiner eigentlichen Aufgabe, nämlich Rundballen am Steilhang oberhalb einer vielbefahrenen Straße zu pressen, ohne einen Verkehrsteilnehmer zu gefährden, oder wie der Bauer es sagte, ohne in den Radionachrichten aufzutauchen. Außerdem war der Untergrund schmierig feucht und das Futter knapp, was meine Überfahrten schwierig und das Pressen einigermaßen runder Ballen zu einer Übung für intime Kenner der Maschineninnereien machte.
Sinngemäß sagte sie also, daß es durchaus anerkennenswert sei, wenn der jungen Generation von der älteren Geschenke gemacht würden. Ein ungewolltes Geschenk allerdings habe für die Beschenkten keinen Wert.
Da ist ganz zweifellos was dran. Und es ist furchtbar traurig, denn das Geschenk eines besseren Lebens für die Kinder ist in meinen Augen eine der größten Triebfedern für Eltern. Wenn dieses Geschenk gar nicht als Versprechen eines besseren Lebens wahrgenommen wird, ist das furchtbar bitter. Und doch gibt es keinen Anspruch auf Geschenke. Vielleicht darauf, daß sich jemand Mühe gibt. Doch ein Geschenk, und dann womöglich ein gewünschtes, wäre schlicht kein Geschenk, wenn darauf ein Anspruch bestünde. Ich glaube, daß hierin ein Verständnisproblem liegt, wenn der Geber etwas als Geschenk sieht und der Empfänger dieses als seinen Anspruch. Das kann niemanden befriedigen. Außerdem fehlt mir bei diesem Bild ein anderer Anspruch - nämlich der an sich selbst. Sich eben selbst ein besseres Leben zu erarbeiten. Natürlich kann kein Mensch das alleine, und manche tun sich noch viel schwerer damit. Doch genau dieses Verständnis fehlt ja beim Anspruchsdenken gegenüber den Gebern. Vielleicht können sie es ja nicht besser, wissen es nicht besser, haben nicht mehr zu geben? Ich kann nicht wissen, ob meinem Sohn das Fleckchen Erde gefallen wird, das er einst bekommen wird. Ich kann die Welt in zwanzig Jahren nicht sehen. Vielleicht steht kein Baum mehr drauf, vielleicht möchte er zehntausend Kilometer entfernt sein. Und doch kann ich ja nicht warten, sondern muß handeln, muß arbeiten, muß entscheiden, was ich für das Beste halte. Und was noch einen Wert haben könnte für die nächste Generation.
Sinngemäß sagte sie also, daß es durchaus anerkennenswert sei, wenn der jungen Generation von der älteren Geschenke gemacht würden. Ein ungewolltes Geschenk allerdings habe für die Beschenkten keinen Wert.
Da ist ganz zweifellos was dran. Und es ist furchtbar traurig, denn das Geschenk eines besseren Lebens für die Kinder ist in meinen Augen eine der größten Triebfedern für Eltern. Wenn dieses Geschenk gar nicht als Versprechen eines besseren Lebens wahrgenommen wird, ist das furchtbar bitter. Und doch gibt es keinen Anspruch auf Geschenke. Vielleicht darauf, daß sich jemand Mühe gibt. Doch ein Geschenk, und dann womöglich ein gewünschtes, wäre schlicht kein Geschenk, wenn darauf ein Anspruch bestünde. Ich glaube, daß hierin ein Verständnisproblem liegt, wenn der Geber etwas als Geschenk sieht und der Empfänger dieses als seinen Anspruch. Das kann niemanden befriedigen. Außerdem fehlt mir bei diesem Bild ein anderer Anspruch - nämlich der an sich selbst. Sich eben selbst ein besseres Leben zu erarbeiten. Natürlich kann kein Mensch das alleine, und manche tun sich noch viel schwerer damit. Doch genau dieses Verständnis fehlt ja beim Anspruchsdenken gegenüber den Gebern. Vielleicht können sie es ja nicht besser, wissen es nicht besser, haben nicht mehr zu geben? Ich kann nicht wissen, ob meinem Sohn das Fleckchen Erde gefallen wird, das er einst bekommen wird. Ich kann die Welt in zwanzig Jahren nicht sehen. Vielleicht steht kein Baum mehr drauf, vielleicht möchte er zehntausend Kilometer entfernt sein. Und doch kann ich ja nicht warten, sondern muß handeln, muß arbeiten, muß entscheiden, was ich für das Beste halte. Und was noch einen Wert haben könnte für die nächste Generation.
# | 
... Rückwärts fahren