Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Samstag, 27. 04 19

27.04.19, 16:31 | 'I see a red girl and I want to paint her black'
Der finale Umzug aus der Wohnung. Die Mutter meines roten Unglücks ist gestorben, die Herrin der Nussecken mit ihrer kratzenden Stimme. Es gilt, die Wohnung auszuräumen, den nächsten Schritt zu tun, Hinterlassenschaften zu tilgen, damit Neues wuchern kann. Eine gutgelaunte Gemeinde, und es tut den Angehörigen gut, daß andere beherzt weil unbefangen anfassen können. Nach zig Märschen über die Treppen, beladen mit Möbeln, Säcken und Überbleibseln, laufe ich die Straße entlang in der typischen Pose dessen, der schwer getragen hat. Wiegender Gang, breite Schulter, schwingende Arme. Zwei Frauen sprechen mich an, eine davon jung mit rotem Haar, sie trägt einen Rock. Man sieht ihnen irgendein Anderssein an, denke ich noch, und vielleicht ist das ihre Freundlichkeit miteinander, ihre Wärme auch mir gegenüber, und so lächle auch ich die junge Frau an. Warum nicht, denke ich für einen Moment, in einer solchen Gemeinde aufgenommen zu werden, für die man etwas leisten kann, mit einer dieser Lächelnden zu leben, die Güte und die Freude so zu stärken, daß das Herz in die Augen treten möge. Ich danke für die Karte, lehne den Prospekt ab und gehe wieder nach drinnen zu meinen Lauten, den Rauhen, und auch hier sehe ich Freude und Freundlichkeit, wenn ich nur genau hinsehe. Vielleicht braucht eine Gemeinde ja keinen Gott, nur einen Glauben.
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