Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Donnerstag, 28. 03 19

28.03.19, 12:39 | 'Nachdenken im Dativ'
Berlin also.
Mir scheint, die Verwahrlosung, das Zusehen beim Verfall oder sogar das bewusste Entwerten, Verschandeln und Abwerten von allem wird in Berlin nicht nur toleriert, sondern gefördert und zelebriert, wenn nicht zuletzt zur Kunstform erhoben. Völlig gegensätzlich zur schwäbischen Pflegemanie, ob sie nun das berühmte heilige Blechle oder Häuslein und Gärtchen betreffen mögen. Das mag, so spekuliere ich wild zwischen meinen Vorurteilen herum, an der Diskrepanz von Eigentum und Besitz liegen. Wer den Erwerb nicht kennt und nicht kann, nimmt in Besitz. Und wenn Mauern und Gitter auch das unmöglich machen, wird das Eigentum zumindest geschändet. Es sind dies nun also zwei Mechanismen: die Negation des Eigentums durch Inbesitznahme und die Entwertung des Eigentums durch Vandalismus. Damit wird klar, daß entweder Geld oder das Wissen um den Erwerb von Eigentum und somit um seinen Wert fehlen. Und auch dies widerspricht meinem Empfinden zutiefst. Erkennen und Anerkennen von Werten sind Grundlage ihres Erhalts, unabhängig vom Eigentumsverhältnis. Gefährlich sind also die Eigentumslosen fürs Eigentum und die Eigentümer.
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