Dieseldunst
Geschichten von Pferd und Pferdestärken.
Montag, 4. 12 06

04.12.06, 13:33 | ''S isch wia bei de Maedle au'
Sich verstehen / einander verstehen / sich miteinander verstehen / miteinander verstehen.
# |  2 RauchzeichenGas geben

Sonntag, 29. 10 06

29.10.06, 13:38 | ''S isch wia bei de Maedle au'
Ich kannte Schulbuben, die waren weniger aufgeregt als ich. Daß ich dann auch prompt alles falsch gemacht habe, so in einer Minute zwanzig, könnte man fast unausweichlich nennen. Oder Dummheit.

Nun gut, fahre ich eben vorbei. Ich war gerade in der Gegend, werde ich sagen, und hilflos herumstehen, die Arme herabhängend, bis sie mich angrinst und anfängt zu reden, die Stille zu durchdringen und mich aufzutauen. Ich habe den längsten Sommer der Welt geschenkt bekommen, um mit ihr auf den Stufen vor dem Haus zu sitzen und zu bräkeln, sie anzuschauen, wenn sie sich zurücklehnt und in die Sonne blinzelt. Ich habe keinen Grund, mich zu beklagen. Mehr Glück gibts eben nicht, das Maß ist voll. Vorschüsse und Überschüsse haben wir nicht, das Leben ist schließlich kein Pfandleihhaus. Der Wetterbericht meldet erste Schneefälle fürs Wochenende, ich baue den Pflug an und schmiere den Salzstreuer.
Ich fahre einen Umweg, um bei ihr vorbeizuschauen. Der Hof ist leer, und ich schmettere mein Telefon aufs Armaturenbrett. Is someone getting the best of you?

Sie hat "Danke" gesagt, am Telefon. Trotz Grantigkeit und "Du schon wieder". Es klang ganz leise, ein gehauchter Kuss, der noch garnicht weiß, daß er mehr ist als ein Atemzug an der Wange, wenn man sich verabschiedet. Ich halte mich daran fest, ziehe mich daran hoch.
Weil ich ein letztes Wort hätte sagen sollen. Ich komme, hätte ich sagen sollen. Warte auf mich.
Schade, habe ich stattdessen gesagt, und man konnte die Stille aus dem Hörer tropfen hören.
# |  Rauchfrei | Gas geben

Freitag, 6. 10 06

06.10.06, 13:03 | ''S isch wia bei de Maedle au'
Und ich würde Ihnen allen gern vom gestrigen Abend erzählen. Stattdessen schreie ich nur ganz laut, daß die Eiche kaum mehr Blätter hat. Das Geräusch von Schritten auf der breiten Treppe, das Knirschen der Dielen behalte ich für mich. Wahrscheinlich ist es urheberrechtlich geschützt.
Mir reicht das, zur Erinnerung.
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Sonntag, 6. 08 06

06.08.06, 12:48 | ''S isch wia bei de Maedle au'
We´ll be the same tomorrow
´cause we´ve all been painted by numbers.


An dieser Stelle könnte ein ellenlanger Text über die Notwendigkeit, mal über die Dörfer zu fahren, stehen. Ein Absatz über brünette und einer über ehemalige Mädchen. Ein Loblied an das nicht funktionierende Radio und die Notwendigkeit, sich selbst zu unterhalten.

This song is not for you lovers!

Stattdessen nur: 24. Du liebe Zeit.
# |  1 RauchzeichenGas geben

Sonntag, 9. 07 06

09.07.06, 17:40 | ''S isch wia bei de Maedle au'
Du liebe Zeit - gerade eben vor lauter Langeweile in der Sonntagszeitung sogar die Heiratsanzeigen gelesen.
Ab zwanzig aufwärts war alles dabei. Dabei hatte ich mich bislang immer damit getröstet, zu jung für eine Anzeige zu sein.
Werde mich in dieser Hinsicht wohl korrigieren müssen. Oder nochmal siebzehn werden.
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Montag, 8. 05 06

08.05.06, 14:05 | ''S isch wia bei de Maedle au'
Wir gehen nach drinnen, weil es langsam kühl wird. Die letzten Fetzen Sonne wärmen meinen Rücken. Ich lehne mich an die Bar, neben das Mädchen, das immer "Red-Red" trinkt und heute furchtbar blaue Augen hat. Kinderschminke, irgendwie, lässt sie dennoch so furchtbar unschuldig aussehen, daß man sie am liebsten zu Bett bringen möchte und nachts noch einmal reinschauen, um die verrutschte Decke hochzuziehen, damit sie nicht friert.
"...und diese ganzen Motorradklamotten, die kosten ja auch eine Menge Geld - und ich habe doch keines. Und stell Dir vor, er lässt mich einfach so sitzen, und dann stehe ich da, mit diesen Motorradklamotten und habe selber garkeinen Führerschein und kein Motorrad, und es war alles umsonst. Was mache ich denn da?"
"Ich denke, Du suchst Dir einen anderen Kerl mit einem Motorrad, nicht?"
Sie umarmt mich lachend, knochig. Gerade eben kein Kinderspeck mehr, aber noch keine Zeit gehabt um dick zu werden. Ihre Hüftknochen stechen heraus wie ihre Ellenbogen. Da ist sogar noch ein ganz klein wenig Dreck unter einem Fingernagel und ein bißchen Glitzer auf der Stirn, der eigentlich ins Haar gehört hätte.
"Ach, nicht irgendeinen. Dann nehm´ ich eben Dich."
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Montag, 1. 05 06

01.05.06, 23:24 | ''S isch wia bei de Maedle au'
In München gibt es eine wunderschöne Frau mit einer Stimme, in die ich mich blind verlieben könnte und in einer Hose, die ihr viel zu weit war. Abends zuvor auf dem Rücksitz mit dieser schläfrigen Stimme mich um den Verstand gebracht. Anstatt sie wunschgemäß nach Hause zu bringen hätte ich sie heiraten mögen. (Oder Die unglaubliche Schwierigkeit zu reden).
Im Nachbarkreis steckt man den Mädels keine Tannen, sondern Birken. Ohne Plan, ohne Konzept. Erfolgreich. Man sitzt kurz vor sechs Uhr morgens im Auto und versucht, das frischlackierte Schild eben zu halten, lachend, Freundschaft fühlend, hundertvierzig. (Oder die ungeheuerliche Überheblichkeit des Vierunddreißigmetermaien).
Das holzspaltende Mädchen bekommt graue Augen, wenn es sich ärgert oder friert. Und ich bekomme weiche Knie, wenn es seinen Arm um meine Schulter legt und ich es an der Hüfte zu mir hochziehe. Warmer Atem in meinem Ohr und das liebevolle Zausen meines Haars. (Oder Die undurchdringliche Transparenz der Freundin des Freundes).
Das Hexenmädchen, das seine eigene Anziehungskraft nicht mehr erträgt und an dem Gedanken verzweifelt, alleine zu bleiben. (Oder Das Unbehagen, dabeizusein).
Ein Abend, ohne zu reden und ein Nachmittag, ohne damit aufzuhören sind bereits eine Überdosis Rot. (Oder die Unmöglichkeit, sich zu lösen).
Nicht zu vergessen die erste durchgearbeitete Nacht der neuen Saison, die Zerschlagenheit, vertrautes Gefühl. Stalldienst heute abend, vertraute Handgriffe, dieselben Beobachtungen, unabhängig voneinander ("Der Hundertzwölfer?" - "Hustet." - "Gespritzt."), die Frage, wie das alles denn werden wird, in dieser Saison mit Ladewagen, Siloballen, Stallbau, Nachbarschaftshilfe, Golfplatz. Donnerstag, sage ich, und habe den Plan für uns drei schon im Kopf.

"Vorhin auf der Weide - das war Dein Traum, oder?"
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Sonntag, 16. 04 06

16.04.06, 13:44 | ''S isch wia bei de Maedle au'
Zweiter Sieger, diesmal. Die Konkurrenz hat das Spiel etwas klüger vorbereitet und war sehr konsequent im Abschluß. Eine eher unglückliche Wahl der jeweiligen Mitspielerin und taktische Nachlässigkeit, die sich in schwankendem Gang äußerte, sorgten für eine Nacht auf dem Sofa.
Es ist ein Spiel, baby.
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Donnerstag, 9. 03 06

09.03.06, 15:31 | ''S isch wia bei de Maedle au'
Die Salatstellung: Anmachen und stehenlassen.
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Montag, 20. 02 06

20.02.06, 09:38 | ''S isch wia bei de Maedle au'
Man muß eben nur den richtigen Knopf drücken!
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