Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Freitag, 13. 05 16

13.05.16, 11:21 | 'What's my age again'
Irgendwie ist der Seitenzähler doch wieder nach oben gerutscht. Aufgrund des Buchformates tut er das unvorhersehbar, aber ich nehme die Dreistelligkeit jetzt als gegeben hin. Nur manchmal erschrecke ich mich noch vor dem, was alles noch fehlt.

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Ich gehe einkaufen, Kartoffeln und Spargel und laktosefreien Schmand. Man tut eben, was man kann. Und Dein Satz, daß ich Dir manchmal nicht zuhöre, der hat mich schon getroffen. Das stimmt, denn ich bin manchmal sehr konzentriert, sehr weit weg, sehr in mir drin. Und das sieht man nicht, weil ich dann genauso abwesend lächle wie immer. Aufmerksamkeit ist ein Geschenk, und Mühe ist ihre Verpackung.

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Du stehst im Stau, ich in der Küche. Ich habe gerade eben alles im Ofen, als Du klingelst. Du könntest den Schlüssel benutzen, aber das möchtest Du nicht. Du bist nur zu Besuch.

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Die Nähe in meiner kleinen Küche.

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Wie vertraut und routiniert wir uns die letzten Tage erzählen. Vielleicht ist das der Alltag, von dem Du einmal erzählt hast. Vielleicht ist das die Freiheit, daß wir uns nichts mehr verbergen.

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Ich breite die große Karte aus. Sie ist gummiert und glänzt. Deine Ellbogen auf die Karte gestützt, ein Glas Wein neben Dir, basteln wir an einer einwöchigen Wanderung. Von und bis, denke ich, wenn Du mit zweitausend Höhenmetern kaum zufrieden bist und doch nicht biwakieren magst. Ich mache mir eine heimliche Notiz für eine zweite Rettungsdecke im Rucksack.

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Dein Atem an meinem Hals. Deine murmelnde Stimme, so unbewußt wie bedeutsam. Die pulsierende Vene an Deinem Hals. Ein wenig Husten noch. Das Verkriechen in die gemeinsame Wärme. Alles wird gut.
# |  Rauchfrei | Gas geben