13.04.26, 14:01
Drei Menschen in einem gemeinsamen Bett. Zwei davon sind schwer vom Tage, auf eine sedierende Art ermattet, doch frei von Groll und Arg. Einer ist frohgemut, er jauchzt und brabbelt vor sich hin, und robbt zwischen den beiden anderen, den Großen, hin und her in seinem kaulquappenartigen Schlafanzug. Er erklimmt die bedeckten Körper, stemmt sich mit den Armen in die Höhe: Dadada! Dann wendet er sich neuen Abenteuern zu - Haare, an denen man ziehen kann, und Brillen, auf die die Großen besonders lustig aufpassen. Das hölzerne Kopfende des großen Bettes, das lustige Geräusche macht, wenn man mit dem Schnuller drauf herumhämmert. Es ist zehn, es wird bald elf, und die Großen lernen wieder einmal, was ein Powernap wirklich heißen kann. Sie lesen vielleicht noch ein wenig, und einer gibt dem kleinen Entdecker seine Uhr. Denn die leuchtet, wenn man sie richtig schüttelt, und in die Erforschung dieses Musters wurde schon viel Zeit investiert. Irgendwann steht einer der Großen auf, in Richtung Badezimmer macht er sich davon, verfolgt vom ungläubigen Blick des Kleinen, der zurückbleibt mit nur noch einem Spielgefährten. Wie groß jede Veränderung erscheint, wenn jeder Augenblick Dir eine Ewigkeit bedeutet. Als ich bettfertig und mit frischgeputzten Zähnen zurückkomme, ist es still. Ab und an klingt ein schlafendes Seufzen durch den Raum, den ich nun völlig verdunkle. Von mir aus, denke ich zum Einschlafen, dürften wir nun für immer so bleiben. Denn im Schlaf und im Spiel, da kennen wir keine Zeit.