07.04.26, 15:11
Es war ein abendlicher Fußmarsch durch die Frühlingskälte, die stets so abrupt auftritt, wenn die Sonne verschwindet. Durch die Dunkelheit, die alle Farben vermissen lässt, die vorhin noch in der Sonne leuchten durften. In der Ferne ein Strom von Fahrzeugen, noch weiter entfernt eine kaltweiß scheinende Ebene, ein fernes Industriegebiet, das seine Existenz auch nachts und zu Feiertagen giftig präsentieren muß. Es waren knapp fünf Kilometer in leichtem Kittel ohne Kapuze, und damit genug Zeit, um mich sehr einsam zu machen in dieser Welt, wie immer nach den seltenen Abenden, die ich noch im Stimmengewirr verbringe. Was die anderen immer alles tun, staune ich da, und wie sie zusammenfinden, und besonders wenn Neue dazukommen, staune ich besonders und vermesse meinen Abstand, den ich nicht und andere scheinbar so leicht überwinden. Und seit einiger Zeit gilt es, vor der Tür nach den Schuhen auch die Gedanken abzustreifen. Als wäre an mir eine Krankheit, die das Abstandhalten bewirkt, und wenn ich noch einen Wunsch in die Nacht spreche, dann den, nicht ansteckend zu sein.