08.02.26, 20:03
Außerdem Einkaufserlebnisse: Eine sehr nette Kassiererin erschrak fast ebenso wie ich, als das Kartengerät plötzlich lautstark den Zahlbetrag und Anweisungen an mich verkündete, weil ich noch mit dem Einpacken der Lebensmittel und dem Auspacken der Karte beschäftigt war. Müssen die jetzt auch noch reden? fragte sie, und wir waren uns sehr, sehr einig, daß nicht jede Neuerung auch alles besser macht.
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Am späten Abend in einem großen, neu renovierten Supermarkt. Irgendwie am Stadtrand, doch an den Rändern zweier Städte, und daher für mich fußläufig erreichbar, wie fast alles seit dem Erwerb der Sklaventreiberuhr. Ansonsten nicht viel los - ein paar junge Leute erwerben Fertigessen und alkoholische Getränke, die mir allzu bunt vorkommen, um genießbar zu sein. Sie gehen selbstverständlich zu den Automatenkassen, während ich mich in die lange Schlange der bedienten Kasse stelle. Brot hat keinen Barcode. Glaube ich zumindest, aber nun liegt schon alles auf dem schwarzen Band. Trotzdem drehe ich es verstohlen in der Tüte hin und her - was spricht denn gegen einen Barcode aus Mehl oder als Brandzeichen in der Rinde? Vermutlich nur der bislang fehlende Gedankenblitz eines Supermarktkassenoptimierers. Wie lange es wohl dauern mag, bis mein Geschreibsel in die riesigen Matrizen einsickern wird, die ihnen das Denken abnehmen sollen, und von da aus in die Präsentationen, mit denen sie ihr Gehalt rechtfertigen? Ich sehe zu den jungen Leuten, die allesamt schon lange fertig sind mit dem Bezahlvorgang. Es müssten sogar mehr Automatenkassen sein als bediente, glaube ich, auch wenn ich nicht alles überblicken kann. Und zumindest an diesem Abend bleiben am schwarzen Band die Problemfälle hängen: ich mit meinen Artikeln ohne Barcode, die händisch eingetippt werden müssen. Vor mir jemand in Geldnot, der seinen Alkohol mit sehr kleinen Münzen erwirbt. Noch davor jemand mit einem allzu großen Schein, bei dem das Nachzählen des Rückgelds länger dauert. So treibt man uns also zu den Automatenkassen, denke ich. Durch den Zeitverlust mit direktem Blick auf die jungen, Schnellen. Durch den Kontakt zu den Bemitleidenswerten, die leider sehr stark riechen. Es fühlt sich zumindest an diesem Abend nicht mehr gut an, am schwarzen Band zu stehen. Wie lange es sie wohl noch geben wird?
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Am späten Abend in einem großen, neu renovierten Supermarkt. Irgendwie am Stadtrand, doch an den Rändern zweier Städte, und daher für mich fußläufig erreichbar, wie fast alles seit dem Erwerb der Sklaventreiberuhr. Ansonsten nicht viel los - ein paar junge Leute erwerben Fertigessen und alkoholische Getränke, die mir allzu bunt vorkommen, um genießbar zu sein. Sie gehen selbstverständlich zu den Automatenkassen, während ich mich in die lange Schlange der bedienten Kasse stelle. Brot hat keinen Barcode. Glaube ich zumindest, aber nun liegt schon alles auf dem schwarzen Band. Trotzdem drehe ich es verstohlen in der Tüte hin und her - was spricht denn gegen einen Barcode aus Mehl oder als Brandzeichen in der Rinde? Vermutlich nur der bislang fehlende Gedankenblitz eines Supermarktkassenoptimierers. Wie lange es wohl dauern mag, bis mein Geschreibsel in die riesigen Matrizen einsickern wird, die ihnen das Denken abnehmen sollen, und von da aus in die Präsentationen, mit denen sie ihr Gehalt rechtfertigen? Ich sehe zu den jungen Leuten, die allesamt schon lange fertig sind mit dem Bezahlvorgang. Es müssten sogar mehr Automatenkassen sein als bediente, glaube ich, auch wenn ich nicht alles überblicken kann. Und zumindest an diesem Abend bleiben am schwarzen Band die Problemfälle hängen: ich mit meinen Artikeln ohne Barcode, die händisch eingetippt werden müssen. Vor mir jemand in Geldnot, der seinen Alkohol mit sehr kleinen Münzen erwirbt. Noch davor jemand mit einem allzu großen Schein, bei dem das Nachzählen des Rückgelds länger dauert. So treibt man uns also zu den Automatenkassen, denke ich. Durch den Zeitverlust mit direktem Blick auf die jungen, Schnellen. Durch den Kontakt zu den Bemitleidenswerten, die leider sehr stark riechen. Es fühlt sich zumindest an diesem Abend nicht mehr gut an, am schwarzen Band zu stehen. Wie lange es sie wohl noch geben wird?
p.m.   |  
08.02.2026, 20:30   |  
Bei einer bekannten Möbelkette entpuppte sich kürzlich die einzige Kasse mit "Barzahlung" und elend langer Schlange als eine SB-Variante, die den Einzug von Scheinen und den Einwurf von Münzen vorsah. Im Gegensatz zu den schon länger existierenden SB-Kassen, die nur mit Karte gehen. Ich habe dann meinen Einkauf zurück ins Regal getragen, denn diese Dinge bekomme ich auch anderswo zu kaufen.
texas-jim   |  
09.02.2026, 13:23   |  
Bei Lebensmitteln fände ich das ganz prima: Einfach mein Kleingeld in einen Automaten schütten, der das dann zählt. Und der Ladenbetreiber müsste nicht so viel Wechselgeld von der Bank holen. Ansonsten sind meine großen Barzahlerzeiten aus vielerlei Gründen vergangen. Ich erinnere mich noch mit Grausen an den Aufwand, den letzten wirklich großen Schein loszuwerden. Den gibt es heute gar nicht mehr, glaube ich.
p.m.   |  
10.02.2026, 20:13   |  
Ein einziges Geschäft (zur grössten Lebensmittelkette Deutschlands gehörend) hat hier so ein Ding. Nachdem es monatelang häufiger ausser Betrieb als in Aktion war bekam es ein Schild mit dem Hinweis, man möge nicht den gesamten Einkauf mit Münzen zahlen, sondern nur einen Teil davon. Und die Frau, die sonst hin und hergeht und schaut, dass man beim self-checkout auch wirklich keinen Artikel vergisst zu scannen, wacht jetzt auch darüber.
texas-jim   |  
11.02.2026, 18:55   |  
Sieh an, damit hatte ich nun nicht gerechnet. Aber vermutlich ist das interne Handling mit Münzgeld aufwendiger, als es von der Bank kommen zu lassen.
Alternativlos ist das Münzgeld für mich noch in unserer Kaffeekasse im Büro und am Milchautomaten. Aber die paar Kröten bekomme ich immer irgendwie zusammen.
Alternativlos ist das Münzgeld für mich noch in unserer Kaffeekasse im Büro und am Milchautomaten. Aber die paar Kröten bekomme ich immer irgendwie zusammen.