08.04.26, 12:40
Einhundertundvier Jahre ist es her, daß Du geboren wurdest. Ich kann mir das Leben in Deiner Zeit nicht mehr vorstellen, wo doch selbst meine Kindheit und Jugend schon nicht mehr vorstellbar ist. Und ob ich die Gelegenheit haben werde, meinen Enkeln mitzugeben, was ich von Dir bekommen habe, wird sich erst in einer Zukunft zeigen, die ich noch nicht erkennen kann. Vielleicht sind wir dann wirklich die letzten, die noch mit der Sense mähen und aus dem Sack säen, die noch mit der Hand melken und mit der Axt spalten. Einhundertundvier Jahre, und ich bin Dir immer noch dankbar.
08.04.26, 12:02
Von bestenfalls beschränkter Glaubwürdigkeit ist auch die Volte, mit der neulich noch jede Aufnahme einer Arbeit für die einen als völlig unzumutbar abgelehnt wurde, während die anderen, die noch arbeiten, nun ganz selbstverständlich einfach umziehen sollen, um Kraftstoff zu sparen.
08.04.26, 11:26
Ein Minister, in dessen Ressort ein neues Gesetz fällt, stellt im Radio klar, daß dieses nicht gilt und man vielleicht noch irgendwo eine Verordnung schreiben würde. Ich bin sehr froh, daß ich kein Nachrichtensprecher bin, der solche Meldungen verlesen muß, ohne mit der Wimper zu zucken. Wer braucht schon Gesetze, wenn der Minister sein Wort gibt. Und wer braucht schon kritische Nachfragen oder gar Berichterstattung im Gesetzgebungsprozess, wenn man stattdessen Schülersprecher und Schauspielerinnen ihre Angelegenheiten ausbreiten lassen kann. Eine Gedankensteuer, die käme für manche doch allzu billig.
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