Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.
Samstag, 7. 03 20

07.03.20, 13:42 | 'was von den Jahren uebrigbleibt'
Daß ich damals sechs Tage lang geradelt bin und nur drei Tage aufgeschrieben habe. Wie schade drum, für mich nur, denn es sind bloß noch Fetzen übrig, keine Linie mehr. Die Bilder sind Kirchturmspitzen, die aus dem Nebel ragen. Deshalb, und ich schweife ab, auch Momente, die kein Bild ertragen. Denn es gibt Dinge, die vergehen müssen. Damit aus Schmerz Trost werden kann, vielleicht. Mein Zuspätkommen, mein zu spätes Aufbrechen, mein langsames Fahren und dann ein Stau. Die Augen schon geschlossen. Langes und tiefes Trinken im Holz- und Zigarettenrauch. Ans alte Waschbecken gelehnt stehen. Noch einmal Abschied. Ein kleiner Körper in einem großen Anzug. Die Hände faltig und kalt. Immer noch rauh und zerfurcht, und doch wird ihr Abbild weicher. Kein Bild davon, damit der Trost gewinnt gegen den Schmerz. Irgendwann.
Heute Bilder, die mich erinnern. Räume, Zimmer, Fenster, alte Heizkörper. Es ist nicht nur alles rechtens, sondern alles richtig so. Der Lauf der Zeit lässt keinen Stein stehen, und ich bin der letzte, der ein Museum fordert. Selbst der Stall riecht längst nicht mehr nach Kühen. Und doch haftet etwas an mir und zerrt an meinem Herz.
Ich muß bald wieder radeln gehen, denke ich. Bald. Bald.
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