08.02.26, 19:53
Ich fürchte ja, man tut dem Ansehen und der Glaubwürdigkeit des eigenen öffentlichen Auftrittes keinen Gefallen, wenn man sich alle paar Sekunden wechselnd als Privatperson, Amtsträger oder Parteipolitiker äußert, um so die Gravitas des einen mit dem Zweck des anderen und der Meinungsfreiheit des dritten zu verquicken.
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Doch immer wieder, wenn ich nach Tagen von irgendwelchen Vorgängen erfahre, freue ich mich daran, die betreffende Sendung nicht gesehen zu haben. Wäre ich nicht neulich an einem Radiobeitrag über den Naturschutz in den italienischen Alpen hängegengeblieben, hätte ich nicht einmal gewusst, daß dort gerade der ganz große Sport durch die Berge tobt.
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Stattdessen lese ich den schlechtesten Roman seit je. Eine sinnlose Aneinanderreihung von Holzfiguren, die sich gegenseitig Abscheulichkeiten antun. Besser ist das sicher nicht, und ich werde ihn danach sicher vom Gerät löschen. Doch in den seltsam wachen Nachtstunden fühlt es sich nach einer sinnvollen Buße an, neben dem Schlaf auch noch ein gutes Buch zu verpassen.
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Ich spüre die Waldanstrengung in den Muskeln. Dagegen hilft es, ein Dutzend Kilometer mit dem Kinderwagen durch den Wald im Altschnee zu marschieren.
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Immer wieder die Idee ans eigene Ding, das es zu drehen gilt.
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Erste Silagevorfreude gespürt. Ob ich diese Traktorenliebe wohl vererbt habe?
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Am Morgen fährt der Lastwagen an mir vorbei, auf dem ich viele Jahre stand und winkend Bonbons in die Menge warf. Es hat dann doch alles seine Zeit. Das nächste Jahr wird vielleicht einen Kinderfasching bringen.
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Klausurenstapel.
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Auch wenn ich mich im Waldvergnügen ganz bewusst gegen alle Automatisierung sperre, eine Schubkarre wird wohl doch nötig werden. Wie sich überhaupt die Arbeitsschritte ändern, wenn alles klein und leicht sein soll. Nicht die Arbeit selbst, die dient der inneren Einkehr und der warmen Stube. Doch möchte ich gar nicht diverse Stämme fällen, wo ich so wenig brauche. Und überhaupt wird mir wohl der Windbruch ein, zwei Jahre reichen. Statt eine Winde zu nutzen, lasse ich die Meterstücke rollen. Das Gelände bietet sich doch an dafür. Und statt des Hydraulikzylinders nehme ich die Spaltaxt, lasse den Klang der Keile durchs Tal ins Dorf donnern. Dann die Schubkarre, der Anhänger, ein kurzer Weg nach Hause. Wenn ich nur spalte, kann ich sogar mit dem Fahrrad los. Man kennt mich ja als Irren hier, da macht die Axt am Rad dann vielleicht auch nichts mehr. Und ich freue mich schon sehr auf den Duft der Holzbeige in der Sonne, wo ich im Sommer abends sitzen werde. Ein Insektenparadies obendrein, und im nächsten Jahr erst muß ich mich ums Sägen kümmern. Und dann das eigene Holz im Kamin. Ich werde sehr freudig daran meinen Rücken wärmen. Nötig wird es werden.
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Dann trotzdem in die Nachrichten geschaut. Politiker fordern also mehr Produktivität. Zum Glück nur von allen anderen, denn sonst könnte man ja fragen, woran die ihre denn gemessen werden könnte. Die Messung erklärt der Artikel zum Glück gleich selbst: Produktivität sei Leistung je Stunde, heißt es. Nichts könnte falscher sein, aber vermutlich misst man die Produktivität dort nur in der Zahl der getippten Zeichen. Meine Güte. Wie man mit dieser Definition dann auf das im Artikel folgende Beispiel kommen kann, daß eine Stunde mehr Bus fahren eben diese Produktivität erhöhen würde, erklärt sich nur mit völliger innerer Leere. Denn wenn Produktivität die Leistung je Stunde wäre, würde eine weitere Stunde ja nichts an der vergangenen ändern. Man schließt den Artikel ohne Erkenntnisse oder inneren Zusammenhang, dafür mit einer Binse: Zeit ist begrenzt. Und irgendwas mit KI, natürlich.
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Doch immer wieder, wenn ich nach Tagen von irgendwelchen Vorgängen erfahre, freue ich mich daran, die betreffende Sendung nicht gesehen zu haben. Wäre ich nicht neulich an einem Radiobeitrag über den Naturschutz in den italienischen Alpen hängegengeblieben, hätte ich nicht einmal gewusst, daß dort gerade der ganz große Sport durch die Berge tobt.
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Stattdessen lese ich den schlechtesten Roman seit je. Eine sinnlose Aneinanderreihung von Holzfiguren, die sich gegenseitig Abscheulichkeiten antun. Besser ist das sicher nicht, und ich werde ihn danach sicher vom Gerät löschen. Doch in den seltsam wachen Nachtstunden fühlt es sich nach einer sinnvollen Buße an, neben dem Schlaf auch noch ein gutes Buch zu verpassen.
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Ich spüre die Waldanstrengung in den Muskeln. Dagegen hilft es, ein Dutzend Kilometer mit dem Kinderwagen durch den Wald im Altschnee zu marschieren.
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Immer wieder die Idee ans eigene Ding, das es zu drehen gilt.
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Erste Silagevorfreude gespürt. Ob ich diese Traktorenliebe wohl vererbt habe?
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Am Morgen fährt der Lastwagen an mir vorbei, auf dem ich viele Jahre stand und winkend Bonbons in die Menge warf. Es hat dann doch alles seine Zeit. Das nächste Jahr wird vielleicht einen Kinderfasching bringen.
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Klausurenstapel.
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Auch wenn ich mich im Waldvergnügen ganz bewusst gegen alle Automatisierung sperre, eine Schubkarre wird wohl doch nötig werden. Wie sich überhaupt die Arbeitsschritte ändern, wenn alles klein und leicht sein soll. Nicht die Arbeit selbst, die dient der inneren Einkehr und der warmen Stube. Doch möchte ich gar nicht diverse Stämme fällen, wo ich so wenig brauche. Und überhaupt wird mir wohl der Windbruch ein, zwei Jahre reichen. Statt eine Winde zu nutzen, lasse ich die Meterstücke rollen. Das Gelände bietet sich doch an dafür. Und statt des Hydraulikzylinders nehme ich die Spaltaxt, lasse den Klang der Keile durchs Tal ins Dorf donnern. Dann die Schubkarre, der Anhänger, ein kurzer Weg nach Hause. Wenn ich nur spalte, kann ich sogar mit dem Fahrrad los. Man kennt mich ja als Irren hier, da macht die Axt am Rad dann vielleicht auch nichts mehr. Und ich freue mich schon sehr auf den Duft der Holzbeige in der Sonne, wo ich im Sommer abends sitzen werde. Ein Insektenparadies obendrein, und im nächsten Jahr erst muß ich mich ums Sägen kümmern. Und dann das eigene Holz im Kamin. Ich werde sehr freudig daran meinen Rücken wärmen. Nötig wird es werden.
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Dann trotzdem in die Nachrichten geschaut. Politiker fordern also mehr Produktivität. Zum Glück nur von allen anderen, denn sonst könnte man ja fragen, woran die ihre denn gemessen werden könnte. Die Messung erklärt der Artikel zum Glück gleich selbst: Produktivität sei Leistung je Stunde, heißt es. Nichts könnte falscher sein, aber vermutlich misst man die Produktivität dort nur in der Zahl der getippten Zeichen. Meine Güte. Wie man mit dieser Definition dann auf das im Artikel folgende Beispiel kommen kann, daß eine Stunde mehr Bus fahren eben diese Produktivität erhöhen würde, erklärt sich nur mit völliger innerer Leere. Denn wenn Produktivität die Leistung je Stunde wäre, würde eine weitere Stunde ja nichts an der vergangenen ändern. Man schließt den Artikel ohne Erkenntnisse oder inneren Zusammenhang, dafür mit einer Binse: Zeit ist begrenzt. Und irgendwas mit KI, natürlich.