Dieseldunst
I'd rather be a forest than a street.

04.04.25, 09:30
Geworben haben sie ja allesamt um Stimmen für ihre Mandate, haben sich und ihre Ideen zur Wahl gestellt. Und womit nicht alles geworben wurde - von der Rettung der Welt, des Klimas, des Landes bis zur Wirtschaft war für jeden etwas dabei. Ab und an wurde noch über Methoden diskutiert, um diese Rettungsziele zu erreichen. Einsparungen, Gegenfinanzierungen, dies und das. Nur der neue Schuldenberg, der war nicht dabei, denn man kann den Leuten offenbar nicht zumuten, etwas zu hören, aber wohl, das nicht Gehörte zu bezahlen. Eine andere Methodenidee war auch ganz spannend - die Menschen wollte man reduzieren. Die einen die, die hierzulande leben, die nächsten die, die gern hier leben würden, und wieder andere die, die sehr sehr reich sind. Allein die Definition des Reichtums war schon spannend. So sprach einer dabei von sich selbst und seinem Gehalt, der nächste von der Milliardengrenze und der Dritte von Tante Erna mit dem kleinen ETF. Bei all dem grenzwertigen Getöse um die Grenzen ging es ein wenig unter, wie die Reduktion der Zahl an Milliardären denn veranstaltet werden sollte, und noch mehr ging unter, wie diese Reduktion denn zu irgendeinem Vorteil, irgendeiner Rettung von irgendwas oder irgendjemandem beitragen könnte. Denn jemandem zu schaden, ohne anderen zu nützen, das kann nun wirklich niemand wollen, auch wenn die allgemeine Vorgehensweise stets ein vorsichtiges Betrachten der eigenen Umstände ist, ein Blick an sich selbst hinab bis in die eigenen Taschen sozusagen, gefolgt von einem Aufatmen, daß man ja selbst nicht zu den Geschädigten gehören würde. Und schon ist der Nutzen gar nicht mehr so wichtig, das eigene unbeschadete Davonkommen schon Nutzen genug. Das Retten der Häute als Kennzeichen aller politischen Handlung, und für mich auch ein wesentlicher Grund der gesellschaftlichen Lage. Aber sei es drum, es gab Gelegenheit. Und zwar, die Methode anhand ihrer Wirkung leicht zu überprüfen. Nach Angaben aus diesem Internet, dem wir nicht mehr alles glauben, gingen alleim am gestrigen Tage mehrere Trillionen an US-Dollar an den Märkten in Rauch auf. Dieser immerhin klimaneutral, denn Geld stinkt ja nicht. Nun sind amerikanische Billionen unsere Milliarden, und so wird das auch mit den Trillionen sein, vermute ich. Allein habe ich weder für Billionen noch für Trillionen noch ein Bild zur Hand, und auch die hastig nachgeschlagene Zahl, daß es auf der Welt etwa um die drei Billionen Bäume gäbe, hilft mir wenig bei der Vorstellung. Wie auch immer, wenn derartige Summen auf einen Schlag verpuffen, sinkt sicher auch die Zahl der Reichen ebenso schlagartig. Lustig ist, wer sich durch diesen Versuch, die Zahl an Milliardären zu reduzieren, mit einem Mal verbündet hat. Das wollten sie wohl beide nicht, und deshalb wollen sie es beide auch nicht hören. Weniger lustig allerdings, daß nun die große Rezession in flammenden Buchstaben an den Wänden steht, was denen einen Punkt erteilt, die im letzten Jahr schon die Geschichte sich wiederholen sahen. Doch auch sie hätten auf Unterstützung aus dieser Richtung wohl nicht gehofft. Zuletzt bleiben die, die mit dieser Methode auf Stimmenfang gingen, zurück mit dem Ergebnis, daß es wohl niemandem genützt hat, die Zahl der Milliardäre zu reduzieren. Und uns bleibt zu hoffen, daß ihnen für das nächste Ziel, die Zahl der armen Schlucker zu reduzieren, etwas Besseres einfällt, als die Geschichte zu wiederholen.

Rauchzeichen




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