Dieseldunst
In den Gelben Seiten unter Träumer.
Mittwoch, 25. 03 26

25.03.26, 13:54
Einer der Gründe, warum es den privaten Kassen vergleichsweise gut geht, ist die völlige Abwesenheit von beitragsfrei Versicherten, während es in den gesetzlichen Kassen einundzwanzig Prozent sind. Ein bißchen lustig, daß die magere Statistik des Gesundheitsministerium diese Zahl auf Familienmitglieder beschränkt, denn es gibt ja noch andere Gründe, um beitragsfrei versichert zu sein, und diese federt der Bund nicht vollständig ab - bei Bürgergeldempfängern übernimmt der Bund nur etwa ein Drittel der Kosten, meldete der MDR am 16. Januar dieses Jahres im Bericht über eine laufende Klage diesbezüglich.

Nachtrag: Aus meiner Sicht wird die geplante Änderung einen Nachteil haben, der gravierend wird. Durch den Wegfall der beitragsfreien Familienversicherung wird einerseits die fehlende Kompensation des Bundes für Bürgergeldempfänger nicht verbessert. Andererseits werden Familien, in denen nicht alle arbeiten, schlechter gestellt als bisher. In den Grenzfällen, wo ein Geringverdiener und ein Arbeitsloser diese Familie bilden, lohnt sich Arbeit dann deutlich weniger, da auch ein niedriger Beitrag den Geringverdiener stark belastet. Ob dies zum erwünschten Effekt führt, daß beide erwerbstätig werden, oder doch beide erwerbslos, dürfte gerade in solchen Konstellationen schwer vorherzusehen sein, wo der Jobverlust vielleicht näher liegt als der aussichtsreiche neue Arbeitsplatz. Im Falle der eher besser Situierten steigt dagegen die Attraktivität der minimalen Teilzeitbeschäftigung noch weiter an, da auch durch einen Beschäftigung von geringem Umfang die Krankenkassenbeiträge zum Teil durch den Arbeitgeber gedeckt werden. Ob es sich nun für den Arbeitsmarkt lohnen wird, wenn unten mehr Leute herausfallen, als oben hereinkommen, wird man wohl sehen. Oder es kommt wie so oft: Aus dem Sturm im Wasserglas spritzt nicht mal der Tropfen, der ein kleines Fass zum Überlaufen bringen könnte.

Noch ein Nachtrag: Da derzeit ab einem monatlichen Einkommen von 604 Euro Krankenkassenbeiträge anfallen, sind mit angenommenen 2,9% Zusatzbeitrag gerade einmal 106 Euro an Beitrag zu holen, inklusive Arbeitgeberanteil.
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