Dieseldunst
In den Gelben Seiten unter Träumer.
Mittwoch, 25. 02 26

25.02.26, 19:10
Ein Nachmittag im Dickicht des Gartens mit Säge und Gabel. Nun ist wieder jede Menge Gehölzschnitt angefallen, nach dem zu vermutenden Ende des Winters hoffentlich ohne Schäden an der Tierwelt. Einen Teil hatte ich bereits im Dezember geschnitten, denn für ein paar unsichere Tage im Frühjahr ist es schlicht zu viel. Wenn alles Leben schon wieder in den Startlöchern tobt. Tatsächlich fand ich noch ein leeres Vogelnest, gebaut aus holzigen Gräsern und sehr dünnen Zweigen. Und einer elegant eingebauten Plastiktüte. So weit sind wir dann doch nicht entfernt von der Welt, denke ich, als ich das Plastik aus dem Nest zupfe. Vielleicht kehren die Küken ja einst zurück, dann werden sie ihren Busch nicht wiederfinden. Doch das Grundstück ist groß, die Hecken sind lang, ich werde wohl erst in fünf Jahren wieder an dieser Stelle aufräumen können. Und wie gut die Sonne tat. Es war ein Auftauen in mir, fast möchte ich Frühlingsgefühle verkünden. Noch ist es Februar, und ich schon jenseits der vierzig. Vielleicht reicht mir die Zeit noch, um ein besserer Mensch zu werden.
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25.02.26, 10:28
Vielleicht hilft ja Dokumentation, wenn Kümmern schon nicht meins ist? Ich habe also Ellbogen. Einen guten, einen bösen. Der böse ist als solcher aufgefallen, als ich mich schmerzhaft darauf stützte während der Korrekturen. Das grenzt auch den Zeitraum ein wenig ein, es muß also Anfang Februar passiert sein. Nach einigen schmerzhaften Stütztagen sah ich in den Spiegel, während ich nichts Langärmliges trug. Der böse Ellbogen war dick und rot, der gute brävlich blass und klepperdürr. Nun kommt man wirklich schlecht an den eigenen Ellbogen heran, das ist ein konstruktives Problem, dessen naheliegende Lösung zwei ungleich lange Arme wären, aber so weit denkt in der Natur wieder mal keiner. Ingenieure statt Amateure, möchte man rufen, aber ob das der Evolution dienlich wäre, kann man nun auch wieder nicht beschwören. Für einen kleinen Schnitt hatt es jedenfalls gereicht, wozu besitze ich schließlich ein Skalpell. Ausgemusterter Bestand der ostdeutschen Armee, fragen Sie nicht, die dahinterliegende Erzählung würde selbst ein Weblog sprengen. Ein wenig Schieben und Drücken an der roten Haut fördert allerhand Halbflüssiges zutage, von dem ich anhand der Farbe und des Geruches sagen würde, daß es zur Hälfte nicht in einen Ellbogen gehört. Ein bißchen Blut ist ja immer, um einen fernen Freund zu paraphrasieren. Dann war alles super, bis auf das Bett. Vielleicht war der Schnitt ein wenig tief geraten, vielleicht ein wenig lang, in jedem Fall war die schlecht erreichbare Geometrie dran schuld, daß es nicht aufhören wollte, allerhand Flüssiges von sich zu geben. Nun hat die neue Matratze ihre ersten Flecken. Immerhin an erwarteter Stelle, was dafür spricht, daß ich nach wie vor bewegungslos schlafe. Ein paar Tage war dann auch Ruhe, es wuchs quasi Schorf über diese Sache. Doch die Freude über die vermeintliche Heilung hielt nicht lange - der Ellbogen ist wieder rot und schmerzhaft geschwollen. Weil ich ganz gut darin bin, so etwas zu ignorieren, weiß ich kein genaues Datum, und deshalb schreibe ich es hier auch auf. Wenn es zu sehr drückt im Ellbogen, lasse ich ein wenig der drückenden Brühe ab, durch einen Riss im Schorf. Ab März werde ich mit Zinkspray behandeln, wenn es nicht von allein besser werden mag. Den Rest machen die Natur, die Bewegung und die Sonne, die heute seit ewigen Zeiten wieder scheint.
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25.02.26, 09:51
Gestern habe ich zum ersten Mal Deine beiden Zähnchen auf dem Schnapsglas klimpern gehört, aus dem Du trinken darfst. Kleinere Dinge akzeptierst Du, aber sie müssen denen der Großen schon ganz ähnlich sein. Und Wasser trinken wir ja alle miteinander.
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